Star Wars Battlefront: Multiplayer-Shooter mit Abstrichen

Test Andreas Szedlak
Die Macht ist mit euch! Wie es sich gehört, seid ihr als Darth Vader ausgesprochen mächtig. Per Special Move dürft ihr etwa euer Lichtschwert zum Wurfsäbel umfunktionieren. (Xbox One)
Quelle: Games Aktuell

Der Star-Wars-Hype ist in diesen Tagen allgegenwärtig. Unser Battlefront-Test zeigt, ob auch der neue DICE-Shooter von Hersteller EA dem Anspruch der Star-Wars-Fans gerecht wird.

Wie interessant fändet ihr den neuen Star Wars-Film, wenn es darin nur Action gäbe? Keine geschliffenen Dialoge, keine Charakterentwicklung, keine packende Story, keine Emotionen ... solch ein Streifen hätte wohl niemals einen derartigen Mega-Hype entfacht, wie es Das Erwachen der Macht geschafft hat. Die Frage "Was wäre, wenn?" haben wir uns beim Test von Star Wars: Battlefront auch gestellt. Wie toll wäre eine ausgewachsene Singleplayer-Kampagne, mit all den im Spiel enthaltenen Waffen und Gadgets und den tollen Schauplätzen, in dieser grandiosen Optik gewesen? Doch DICE und Electronic Arts haben sich dagegen entschieden und müssen sich daher den Vorwurf gefallen lassen, dass im 70-Euro- Paket nur ein Bruchteil etwa eines Call of Duty: Black Ops 3 steckt.

Star Wars ist halt Star Wars

Simpel: Die Extras rechts unten nehmt ihr mit ins Gefecht, das eingekreiste Gadget erhaltet ihr im Zufallsverfahren. Scorestreak-Belohnungen Marke Call of Duty gibt es nicht. (PC) Quelle: Games Aktuell Simpel: Die Extras rechts unten nehmt ihr mit ins Gefecht, das eingekreiste Gadget erhaltet ihr im Zufallsverfahren. Scorestreak-Belohnungen Marke Call of Duty gibt es nicht. (PC) Vermutlich empfinden es Star Wars-Fans als Frevel, wenn man Battlefront mit Call of Duty vergleicht - doch objektiv betrachtet muss diese Gegenüberstellung erlaubt sein. Einzelspielern bietet der DICE-Shooter lediglich vier Trainings-Missionen, acht Schlacht-Aufgaben (bei denen ihr fürs Einsammeln fallengelassener Tokens Punkte erhaltet) und vier Wellenangriffs-Missionen an. Immerhin lassen sich die Einzelspieler-Modi auf Konsolen auch im Splitscreen zocken.

Eine (Koop)-Storykampagne kann dies alles aber nicht mal im Ansatz ersetzen, obwohl etwa zehnsekündige Cutscenes vor jeder Mission sogar Star Wars-Atmosphäre aufkommen lassen. Mit Darth Vader, Luke Skywalker, Han Solo, Boba Fett, Prinzessin Leia und dem Imperator sind die wichtigsten Figuren aus dem Sternenkrieg-Universum im Spiel enthalten - weitere sollen per DLCs folgen. Letztlich sind die Einzelspieler-Aufgaben aber nicht mehr als eine Vorbereitung auf die Mehrspieler-Gefechte.

Das steckt in Star Wars: Battlefront

Niemand (!) sollte sich Battlefront nur wegen des kargen Einzelspieler-Modus kaufen. Doch steckt im Mehrspieler-Part genug Umfang? Neun Mehrspieler-Modi bietet euch DICE zum Start an - da hat Call of Duty: Black Ops 3 einiges mehr in petto. Die meisten Spielvarianten sind aufgabenorientiert. Statt einen bestimmten Punkt einzunehmen, müsst ihr in "Droidenalarm" zum Beispiel einen Droiden eskortieren, der sich in einem engen Radius bewegt.

In "Abwurfzone" gilt es Versorgungskapseln zu erobern und gegen den Gegner zu verteidigen. Heldenjagd steckt euch in die Haut von Darth Vader, Han Solo oder eines der weiteren vier Helden und lässt ein imperiales gegen ein Rebellen-Team kämpfen. Im Deathmatch-Modus "Gefecht" spawnt ihr zufallsmäßig als einer der Helden, was dem Match eine zusätzliche Würze verleiht. Zwölf Karten auf nur vier Planeten sind in Battlefront enthalten. Insgesamt hätten wir von bei einem (fast) reinen Mehrspieler-Shooter aber mehr Content erwartet. Immerhin erweitert der kostenlose DLC Schlacht von Jakku den Umfang um den Modus "Wendepunkt" und zwei Karten.

AT-AT ragt heraus

Vertane Chance: Leider lassen sich die AT-AT nicht dirigieren. Das hätte uns das ultimative Machtgefühl verliehen. (PC) Quelle: Games Aktuell Vertane Chance: Leider lassen sich die AT-AT nicht dirigieren. Das hätte uns das ultimative Machtgefühl verliehen. (PC) Es lohnt sich gar nicht, hier alle Mehrspieler-Modi aufzuzählen, denn die meisten orientieren sich am Genre-Standard - mehr dazu im Extra-Kasten. Einige Spielvarianten stechen aber aus der Masse heraus: Der Kampfläufer-Angriff bietet epische Schlachten zwischen 20-Mann-Teams sowie zwei riesige AT-ATs, die einen vorgegebenen Weg ablatschen. Das Angreifer-Team muss zwei Uplink-Stationen einnehmen und halten, um X-Wing-Angriffe zu ermöglichen. Danach ist das Schutzschild des AT-AT für etwa eine halbe Minute deaktiviert und das Ungetüm lässt sich mit Feuerwaffen beschädigen. Schafft man es, die AT-ATs vor Erreichen des Zielpunktes zu zerstören, hat man gewonnen. Andernfalls holen sie euer Transportschiff vom Himmel und ihr geht als Verlierer aus der Partie.

DICE hat das Balancing nach dem Beta-Test angepasst, sodass man auch als angreifendes Team eine Chance auf den Sieg hat. Uns hat der Modus am besten gefallen. Weniger gut fanden wir die Jägerstaffel, denn die Luftkämpfe spielen sich immer gleich, egal auf welcher der vier Karten man sich befindet. Schön ist dagegen, dass DICE zwei spezielle Helden-Modi eingebaut hat und man zudem in einigen der anderen Modi temporär in den Anzug von Darth Vader oder Luke Skywalker schlüpfen kann. Als Held spielt sich Battlefront auch merklich anders, könnt ihr doch Spezialfähigkeiten nutzen, die sich ansonsten im Spiel nicht freischalten lassen. Da zudem die Rüstungstärker ist, entwickelt sich ein angenehmes Machtgefühl - so soll es sein.

Abgespecktes Battlefield

Y-Wings im Anflug: Im Kampfläufer-Modus geht die Post ab - die epischen Gefechte 20 vs. 20 haben uns am meisten Spaß gemacht. (PC) Quelle: Games Aktuell Y-Wings im Anflug: Im Kampfläufer-Modus geht die Post ab - die epischen Gefechte 20 vs. 20 haben uns am meisten Spaß gemacht. (PC) Während ihr in der Battlefield -Serie immer eine Vielzahl an Vehikeln besteigen könnt, sind diese in Battlefront auf Kampfjäger, AT-ST und Speeder-Gleiter beschränkt. Schade: Die riesigen AT-AT dürft ihr nicht dirigieren, sie spulen immer ihr eigenes Programm ab. In die Vehikel dürft ihr erst schlüpfen, wenn ihr ein Extra einsammelt und euch der Zufall hold ist. Perks oder Scorestreaks gibt es in Battlefront nämlich nicht. Ohnehin hat DICE das Spiel simpel gehalten, um es möglichst zugänglich zu gestalten - Hardcore-Zocker werden den mangelnden Tiefgang schnell vermissen. In höheren Rängen schaltet ihr mächtige Fernwaffen frei, etwa das T21B-Präzisionsgewehr. Wummen wie diese heben das Balancing ziemlich aus, vor allem auf dem PC, wo man pixelgenau zielen und Gegner so über extreme Entfernungen hin mit einem Schuss ausschalten kann.

Leider hat DICE auch auf ein rangbasiertes Matchmaking verzichtet. Ihr werdet also in irgendeine Partie hineingeworfen, egal ob ihr Anfänger seid oder bereits eine höhere Stufe erreicht habt. Das kann für Frust sorgen! Mittels Sternkarten dürft ihr bis zu drei Spezialfähigkeiten oder Gadgets mit ins Gefecht nehmen. Beispielsweise lässt sich die Zielgenauigkeit eurer Waffe für einige Sekunden verbessern. Auch das unterstützt Fernkämpfer, die während unserer Testwochen im Laufe der Zeit immer mehr die Oberhand gewonnen haben. Letztlich bietet der Mehrspieler-Modus für DICE-Verhältnisse zu viel Mittelmaß und bleibt insgesamt hinter den Erwartungen zurück.

Für Star-Wars-Fans

Laufender Meter: Erkennt ihr die Ewoks in der Bildmitte? Derartige Easter Eggs gibt es einige im Spiel. (PS4) Quelle: Games Aktuell Laufender Meter: Erkennt ihr die Ewoks in der Bildmitte? Derartige Easter Eggs gibt es einige im Spiel. (PS4) DICE schafft es immerhin, einiges an Star-Wars-Atmosphäre zu erzeugen - eine Sache, die für Sternenkrieg-Fans ganz wichtig sein dürfte. Dazu tragen der Soundtrack mit bekannten Melodien bei, aber auch die Helden, die sehr originalgetreu agieren - und nicht zuletzt authentische Schauplätze wie Hoth oder Endor, die wunderschön anzuschauen sind. Ohnehin ist die Grafik die größte Stärke des Spiels. Zwar liegt die Auflösung auf Konsolen unterhalb der Full-HD-Marke (PS4: 900p, Xbox One: 720p), doch dafür laufen die Gefechte mit superflüssigen 60 Bildern pro Sekunde und die Texturen sehen vor allem am PC fast fotorealistisch aus. Schaut euch unbedingt unser Testvideo an!

Meinung

Wertung zu Star Wars: Battlefront (PC)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Star Wars: Battlefront (XBO)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Star Wars: Battlefront (PS4)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Superbe Grafik auf PC und PS4Viel Star Wars -Atmosphäre dank AT-AT, Darth Vader und Co.Guter Kampfläufer-ModusPrima gestaltete Maps
Für Einzelspieler wenig gebotenAuf höherem Rang freischaltbare Fernwaffen zu mächtigMatchmaking lässt Rang außen vorKeine Scorestreaks oder Perks
Fazit

Guter DICE-Shooter, der aber nicht an das Niveau von Battlefield 4 herankommt.

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