Mario & Luigi im Test: Paper Jam Bros.: Unterhaltsames Rollenspiel für alle Altersklassen
Test
Das erste Rollenspiel mit Mario und Luigi für Nintendo 3DS tritt in große Fußstapfen. Ob der zweidimensionale Paper Mario hilft, sie in Mario & Luigi: Paper Jam Bros. auszufüllen?
Luigi ist ein Schussel. Schon unzählige Male hat Marios Bruder für Chaos im Pilzkönigreich gesorgt. So auch im neuen Rollenspiel für den 3DS: Beim Schmökern in der Bibliothek zieht Luigi glatt den papierdünnen Paper Mario sowie zig Charaktere aus der 2D-Welt zwischen den Seiten eines Wälzers hervor. Als hätte man es nicht ahnen können, tut sich 2D-Bowser sogleich mit dem hiesigen 3D-Bowser zusammen, um dieses Mal zwei statt nur einer Prinzessin Peach zu entführen. Nun liegt es an Mario, Luigi, Paper Mario und dem Spieler, das ganze Tohuwabohu wieder in Ordnung und die 2D-Welt-Bewohner zurück in ihre Heimat zu bringen.
Eine Frage des Timings
Quelle: Games Aktuell
Treffer: Exakt getimte Angriffe werden mit einem Schadensbonus belohnt. Das macht die Kämpfe auch auf Dauer unterhaltsam, wenn auch nicht besonders schwierig. (3DS)
Ähnlich wie in den vorherigen Mario & Luigi-Rollenspielen kontrolliert man die beiden Klempner in einem Kampfsystem, das aktive und rundenbasierte Elemente mischt. Trifft man auf Feinde wie etwa Gumbas, wechselt das Spiel in den Kampfbildschirm. Die Kontrahenten stehen sich gegenüber und die Attacken werden wie etwa in Pokémon manuell ausgewählt. Der Erfolg ist aber vom Timing abhängig: Beim Angriff mit dem Hammer etwa muss man im richtigen Moment den Knopf drücken, damit maximaler Schaden verursacht wird. Drückt man zu spät, fällt der Kopf des Hammers ab und die Attacke ist schwächer.
Auch beim Ausweichen gegnerischer Moves durch einen Sprung profitieren geschickte Spieler und landen zielgenau auf den Köpfen der Widersacher, um ein paar Schadenspunkte zu verursachen. Diese Mischung macht die Auseinandersetzungen auch auf Dauer unterhaltsam und durch Zusatz-Items und neue Moves sowie Paper Mario kommt eine Prise Taktik ins Spiel. Der 2D-Klempner kann sich nämlich auf Knopfdruck vervielfältigen und so mehrmals angreifen. Aber Vorsicht, Papierfeinde können das mitunter auch. Dazu kommen die sogenannten Sternenkarten, die nach Aktivierung unterschiedliche Boni im Kampf verleihen. Die Ergänzung des Kampfsystems durch die Bewohner der Paper Mario-Welt und deren Fertigkeiten bereichert das ohnehin schon gelungene und vor allem eingängige Spielprinzip immens.
Gelungenes Kampfsystem, witzige Dialoge
Abgerundet wird die Chose von den üblichen RPG-Standards wie Statuseffekte, Stärken, Schwächen und natürlich das Sammeln von Erfahrung, um aufzuleveln. Humorvoll geht es auch in Paper Jam Bros. wieder zu - und für Mario-Verhältnisse erstaunlich selbstironisch. Zwar ist das Rollenspiel nicht wirklich anspruchsvoll oder schwierig, ihr müsst also keine Angst vor Grinding haben, aber durch die amüsanten Dialoge und das kurzweilige Kampfsystem kommen auch ältere Semester auf ihre Kosten. Der zweidimensionale Mario wird sinnvoll eingesetzt - etwa als rettender Fallschirm, wenn eine riesige Piranha-Pflanze Mario und Luigi verfolgt, oder als Segel auf einem Boot - und die Bosskämpfe gegen besondere Papierfiguren (die man erst umschubsen muss) sind gelungen.
Noch mehr von diesen schrägen Ideen wären schön gewesen, denn ansonsten gibt es bei der Fortsetzung der Mario & Luigi-Reihe sehr viel von dem, was man schon kennt. Sprich: Man erkundet wie gewohnt grüne Wiesen und frostige Eisumgebungen, löst einfache Rätsel, springt ein paar Koopas auf den Kopf und ist dabei Bowser auf den Fersen. Technisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig getan. Der flache Paper Mario und dessen Konsorten sehen gut aus, aber die dreidimensionalen Modelle der Figuren wirken ziemlich schlicht und etwas altbacken. Dafür läuft das Spiel - wie man es eben von Nintendo gewohnt ist - blitzsauber, ohne Bugs und mit flott-fröhlicher Mario-Hintergrundmusik, die sofort ins Ohr geht.
