Kathas Comic-Corner: Bone - moderne Variante von Herr der Ringe

Special Katharina Pache
Epos: Jeff Smith wollte eine unterhaltsame Geschichte schaffen, die im Verlauf immer düsterer und vielschichtiger wird. Er hat sein Ziel erreicht!
Quelle: Games Aktuell

Dumme Rattenmonster, kettenrauchende Drachen, kuhreitende Omas, ein mutiges Mädchen und drei knuffige Helden. In Bone begeben sich drei Gefährten auf eine gefährliche Reise.

Die Bone-Gebrüder haben keine Heimat mehr. Schuld daran ist Phoncible, der Älteste im Trio; er hat mit seiner Raffgier ganz Boneville gegen sich aufgebracht. Der chaotische Smiley Bone und der herzensgute Fone Bone können zwar nichts dafür, wurden aber ebenfalls aus Boneville fortgejagt und wandern nun auf der Suche nach einer neuen Bleibe durch eine staubtrockene Wüste. Ein plötzlicher Heuschreckenangriff trennt die Gebrüder und verschlägt sie in ein malerisches, aber auf der Karte nicht eingezeichnetes Tal. Ob das die neue Heimat der Bones ist? Doch so idyllisch, wie es scheint, geht es im Tal nicht zu.
Eine neue Welt: Im Tal gelten andere Gesetze; es gibt kein Geld und die Gesellschaft erinnert an die des Mittelalters. Quelle: Games Aktuell Eine neue Welt: Im Tal gelten andere Gesetze; es gibt kein Geld und die Gesellschaft erinnert an die des Mittelalters.
Nicht nur haben die Einwohner noch nie Kreaturen wie die Bone-Brüder gesehen, in den dichten Wäldern tummeln sich hungrige Rattenmonster und sprechende Drachen. Nur der Gastfreundschaft des Mädchens Thorn und ihrer rüstigen, kuhreitenden Oma ist es zu verdanken, dass Fone, Smiley und Phoncible den Winter überstehen. Doch bald erwacht nicht nur der ruchlose Geschäftssinn von Phoncible, sondern auch der rätselhafte Herr der Heuschrecken. Die vermummte Gestalt hat eine Rechnung mit dem nichtsahnenden Trio offen - selbst die nette Großmutter und Thorn scheinen ein doppeltes Spiel zu spielen...

Erfolg auf ganzer Linie

Die Comicreihe von Jeff Smith hat so ziemlich alle Preise gewonnen, die es in der Industrie zu gewinnen gibt, darunter zehn Eisner- und elf Harvey-Awards. Und das überaus verdient: In Bone gehen wunderbar expressive Zeichnungen und eine feinfühlige Komposition Hand in Hand mit einer spannenden Geschichte, liebenswerten (und vielschichtigen) Charakteren sowie einer gehörigen Portion Humor und Dramatik. Nicht nur jüngere, sondern auch erwachsene Leser haben Spaß mit dem mehr als tausendseitigen Werk, das in der Presse unter anderem als eine modernere Cartoon-Variante von Der Herr der Ringe bezeichnet wurde.

Ach du Schreck: Die knuffigen Bone-Helden werden gelungen konterkariert von mehr oder weniger fiesen Monstern. Quelle: Games Aktuell Ach du Schreck: Die knuffigen Bone-Helden werden gelungen konterkariert von mehr oder weniger fiesen Monstern. Die knuffigen Bone-Brüder begleiten Smith seit seiner Kindheit: Mit zehn Jahren zeichnete er einen Telefonhörer mit Gesicht, der später zu Phoncible Bone werden sollte. Inspiriert von Frank Miller, Walt Kelly und Art Spiegelmann entschloss er sich nach dem Studium, seinen Traum wahr zu machen. Die ersten 27 Bände von Bone veröffentlichte er von 1991 an im Eigenverlag, erst ab 1995 stand mit Image Comics ein Publisher hinter der Serie. In Deutschland liegen die Rechte bei Carlsen. Seit dem Abschluss der Reihe 2004 erscheinen immer wieder neue Auflagen, Sammelbände und limitierte Editionen der Saga.

Außerdem hat man die Wahl zwischen der ursprünglichen, schwarz-weißen Variante und der kolorierten Fassung - doch so gelungen die farbige Version auch ist, am besten wirken Komposition und Kontrast in der Zweiton-Fassung. Neben Comic-Spin-offs gibt es übrigens sogar ein PC-Adventure aus dem Hause Telltale, das die Geschehnisse der ersten Kapitel des Comics abdeckt. Das Spiel ist zwar nicht ganz so gelungen wie die grandiose Vorlage, für Fans aber auf jeden Fall einen Blick wert.

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