DVD-Review: Frostbite

Test Toni Opl

Ein durchgeknallter Genforscher, eine blutverschmierte Fete und eine "Partydroge", die mehr als nur high macht

Richard (Greg Kinnear) und Sheryl (Toni Collette) Richard (Greg Kinnear) und Sheryl (Toni Collette) Die allein erziehende Mutter Annika (Petra Nielsen) zieht mit ihrer Tochter Saga (Grete Havnesköld) in ein kleines nordschwedisches Kaff. Am örtlichen Krankenhaus hat die Ärztin einen neuen Job bekommen. Dort praktiziert auch der berühmte Genforscher Professor Beckert (Carl-Åke Eriksson), der sich ganz speziell um eine mysteriöse Komapatientin kümmert. Als einer der gelangweilten jungen Pfleger deren Medikamente mitgehen lässt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Über Umwege landen die vermeintlichen Ecstasy-Pillen auf der Party von Vega (Emma Åberg) und ihren Freunden, zu der natürlich auch Saga eingeladen ist. Niemand ahnt, dass die rot schimmernden Kügelchen ein höchst aggressives Virus beinhalten. Binnen kürzester Zeit verwandelt sich die ausgelassene Teenager-Clique in eine Horde blutrünstiger Vampire. Derweil muss auch Annika während ihrer Nachtschicht auf schmerzliche Weise feststellen, dass ihr Mentor ein finsteres Geheimnis hütet ...

Alter Schwede

Horror-Fest: Saga (Grete Havnesköld) bleibt vom Virus verschont und muss um ihr Leben kämpfen Horror-Fest: Saga (Grete Havnesköld) bleibt vom Virus verschont und muss um ihr Leben kämpfen "Frostbite" ist das Spielfilmdebüt von Anders Banke, der zuvor lediglich eine Dokumentation über Tolkien-Illustrator John Howe inszeniert hat. Er setzte auf die Arbeit der renommierten schwedischen Effekt-Schmiede Fido Film, die hierzulande allerdings genauso unbekannt sein dürfte wie Banke selbst. In Anbetracht der dargebotenen Leistungen sollte man sich jedoch beide Namen merken.

Beim Bonusmaterial der DVD macht ein Making of den Anfang, das neben den üblichen Statements von Cast und Crew etliche Einblicke in die Produktion erlaubt, wie etwa die Entstehung der Stunts, Vampir-Masken, Sets und des Soundtracks. Noch mehr Details decken im Anschluss drei Featurettes auf, die sich mit einer Gesamtlaufzeit von etwa 48 Minuten der Ausstattung, den visuellen Effekten und dem Musik-Score widmen.

Fazit

Film-Check: Eine schwedische, moderne und reichlich selbstironische Interpretation des vielzitierten Vampir-Mythos. Was als scheinbar ernstgemeinter und harter Blutsauger-Schocker beginnt, mündet langsam, aber stetig in eine reinrassige Horror-Komödie. Auf die sprechenden Hunde (!) hätten die Drehbuchautoren allerdings getrost verzichten können, denn die nagen anders als die restlichen Gags doch arg an der Atmosphäre.
Ansonsten gibt sich Regisseur Anders Banke keine Blöße und präsentiert einen erfrischenden und unterhaltsamen Genrebeitrag. Computer- und Splatter-Effekte überzeugen genauso wie die Nachwuchs-Darsteller. DVD-Fazit: Unterm Strich ist die Umsetzung nicht referenzverdächtig, aber weit mehr als nur zweckmäßig. Nettes Gimmick für Sammler: Der schicke Pappschuber mit Hologramm-Cover. Das Motiv weckt aber eventuell falsche Erwartungen.

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