Kein Geld, kein Sex, kein Glück: Vier Frauen erleben in diesem Ensemblestück ihre Midlife-Crisis auf höchst unterschiedliche Weise
Ex-Lehrerin Olivia (Jennifer Aniston) finanziert ihr Single-Dasein als Putzfrau
Fällt der Begriff "Frauenfilm", schrecken die meisten Männer reflexartig zurück. Die Gründe, warum sich das maskuline Publikum in der Mehrzahl so verhält, sind ebenso spekulativ wie vielfältig. Von Vorurteilen geprägte Männer assoziieren damit jedenfalls entweder schnulzige Romanzen und verkitschte Tanz-Melodramen oder Filme, die langweilige Alltagsprobleme aus einer feministischen Sichtweise beleuchten. Darunter besonders gefürchtet sind französische Produktionen, in denen depressive Protagonisten über das Leben, die Liebe und den Tod lamentieren.
Die Zuschauerspaltung vollzog sich vermutlich in den 50-er- und 60er-Jahren, als die Damen es irgendwann nicht mehr ertragen konnten, John Wayne und James Stewart durch die Prärie reiten zu sehen. Stattdessen schmachteten sie lieber bei "My Fair Lady", "Doktor Schiwago" und natürlich der "Sissi"-Trilogie dahin.
Franny (Joan Cusack) und Ehemann Matt
Zugegeben: Bollywood ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Aber jetzt mal ernsthaft: Ist es für uns Kerle denn wirklich so unerträglich, wenn es in einem Film mal keine mit zynischen Sprüchen unterlegten Actionsequenzen gibt? Die ehrliche Antwort kann hier nur lauten: natürlich nicht!
Wir Männer sind schließlich auch nur Menschen, die sich am Ende von "Schlaflos in Seattle" oder "Hitch: Der Date Doktor" genauso gut fühlen wie unsere Frauen, denen zuliebe wir ja schließlich mit ins Kino gegangen sind. Unser John-Wayne-Komplex hindert uns nur manchmal daran, das offen zuzugeben.
