Fortnite bei Epic Games gespielt: Wolkig mit Aussicht auf Zombies
Special
Kindheitserinnerungen aufleben lassen: Fast jeder hat eine Erfahrung im Bauen von Festungen, sei es mit Kissen und Decken im Wohnzimmer oder mit Brettern und Kartons im Wald. Fortnite überträgt dieses Konzept in die virtuelle Welt. In unserer großen E3-Vorschau lest ihr alle Details zum Genremix von Epic Games.
Kindern fällt es leicht, die nötige Fantasie aufzubringen, um aus einer zwischen zwei Stühlen gespannten, kuscheligen Decke eine dicke Steinmauer entstehen zu lassen. Die meisten verlieren diese überschäumende Vorstellungskraft mit den Jahren. Ein Bretterverschlag reicht ihnen dann nicht länger, um sich wie ein mutiger Krieger in einer Burg zu fühlen. Die Jungs und Mädels von Epic Games wollen mit Fortnite diesem Gefühl aus der Kindheit neues Leben einhauchen. Das Spiel ist mittlerweile mehrere Jahre in Entwicklung, und World Wide Creative Director Donald Mustard erklärt, dass in dieser langen Zeit viele Ideen aufkamen, verworfen und weiterentwickelt wurden. "Man habe Fehler gemacht, das Spiel und seine Macher aber wuchsen daran", so Mustard.
Epic Games veränderte sich im Laufe der letzten Jahre vom reinen Entwickler zum Eigenverleger. Das erforderte ganz neue Strukturen und Abteilungen, die vorher nicht nötig waren. Momentan arbeitet das Unternehmen mit Studios überall auf der Welt an sechs extrem unterschiedlichen Spielen. Vom MOBA Paragon, über das Mobile Game Battle Breakers, bis hin zum genannten Fortnite. Bei einem kürzlich stattgefundenen Event zeigte das von den Entwicklern als Coop-Action-Building Game kategorisierte Spiel, was es zu bieten hat.
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Wolkig mit Aussicht auf Zombies
Quelle: Epic Games
Die Zombies in Fortnite sind rein optisch kaum ernst zu nehmen, aber einige von ihnen können zum Problem für euch oder eure Basen werden.
Die Räumlichkeiten von Epic Games in Berlin lockten mit neuen Details zu diesem nächsten großen Projekt, in dessen Genuss bisher nur die glücklichen Alpha-Spieler kamen. Neben ein paar Stunden Spielspaß konnten sich die anwesenden Journalisten auch über Gespräche mit einigen Entwicklern freuen, die mit ihrer Leidenschaft für ihre Arbeit wirklich ansteckend waren. Und diese teilweise schon kindliche Freude ist das Herzstück von Fortnite.
Schauplatz ist unsere Welt in einer nahen Zukunft, zumindest finden sich auf den Straßen noch keine fliegenden Autos. Stattdessen durchziehen violette Stürme die Landschaft und bringen einige unangenehmen Gesellen mit sich: Zombies. Was der Auslöser dieser merkwürdigen Wetterphänomene plus Untotendreingabe ist, bleibt ungeklärt. Klar ist nur, dass die Menschheit sich gegen diese Dinger irgendwie zur Wehr setzen muss. Eure Aufgabe ist es, den Widerstand gegen diese unvorhersehbare Katastrophe zu organisieren.
Nach einer Einführung in die Bewegungssteuerung mit Controller oder Maus und Tastatur trefft ihr auf eure ersten Gegner. Das Arsenal in Fortnite lässt sich in zwei Kategorien aufteilen: Fernkampf und Nahkampf. Während euch im Fernkampf verschiedenste Pistolen und Gewehre zur Verfügung stehen, könnt ihr im Nahkampf anrennende Zombiehorden mit Schwertern oder Hämmern den Garaus machen.
Abgesehen vom Umgang mit diesen netten Spielzeugen gibt es aber noch einen zweiten Bereich, in den ihr euch reinfuchsen müsst: der Bau-Modus. Denn das Herzstück des Spiels sind die Befestigungsanlagen und Fallen, die ihr teilweise im Eiltempo hochziehen müsst.
Bewaffnet mit dem Skizzenblock
Quelle: PC Games
Kommunikation ist das A und O im Spiel. Um sich auch ohne Programme wie Skype und Co. miteinander verständigen zu können, gibt es eine Auswahl von Aussagen per Schnellauswahl.
Zum Bauen pausiert das Spiel nicht, ihr könnt fließend zwischen den beiden Modi wechseln und so in einem Moment ein Monster mit einer Kugelsalve schwächen und ihn dann in eure frisch errichtete Falle laufen lassen, aus der es für ihn kein Entkommen gibt. All diese Grundmechaniken erklärt euch das Spiel in den ersten Levels - und das ist auch bitter nötig.
Das Kampfsystem ist dabei eindeutig der einfachere Bereich. In der klassischen Third-Person-Ansicht legt ihr euch mit den über 15 verschiedenen Zombietypen an und habt dabei die Qual der Wahl, wenn es um euer Werkzeug geht. Vom futuristischen Laser-Katana bis hin zum Scharfschützengewehr ist alles vertreten. Die Waffen nutzen sich im Laufe der Zeit jedoch ab. Nur wenn ihr deren Bauplan besitzt, könnt ihr sie reparieren oder nachbauen. Zusätzlich braucht ihr auch noch die entsprechenden Rohstoffe, die ihr überall in der Welt findet.
Auch für das Bauen sind diese Materialien essentiell. Jede Struktur, seien es Wände, Böden oder Treppen, lassen sich aus verschiedenen Ressourcen herstellen und sind dadurch unterschiedlich widerstandsfähig. Aber nicht nur diese Entscheidung müsst ihr in Fortnite in Sekunden treffen. Wo soll diese Mauer hin? Ist eine Falle hier oder doch eher da drüben sinnvoll? Außerdem stehen nicht nur Standard-Bauelemente zur Verfügung. Durch den Bearbeiten-Modus könnt ihr viele Teile auch noch mit Fenstern oder Türen versehen und habt so nahezu unendlich viele Möglichkeiten.
Keine Langeweile
Beweisen könnt ihr euer Geschick mit Schwert, Pistole und Zeichenbrett in unzähligen, abwechslungsreichen Missionen. Mal müsst ihr eure Basis vor Wellen von Feinden schützen, ein anderes Mal braucht ein Wissenschaftler namens Lars dabei Hilfe, seinen Van zum Fliegen zu bringen. Bisher gibt es vier große Szenarien, die alle stets aus drei Gebieten bestehen: Natur, Vorstadt und Stadt.
Dank prozedural generierter Levels könnt ihr eine Mission wiederholen und euch dabei dennoch in einem ganz neuen Gebiet wiederfinden. Die Entwickler haben auf diesen Aspekt großen Wert gelegt und ein Programm entwickelt, dass Puzzlestücke zu immer neuen Umgebungen zusammensetzen kann. Für die Zukunft ist es auch nicht ausgeschlossen, dass es neue dieser Weltenbausätze gibt, da das System jetzt funktioniert und nur mit neuen Teilen gefüttert werden muss. Wünschenswert, da die Welt durch fehlende Varianz momentan doch schnell etwas dröge wirkt.
Die Kette von Hauptquests, die euch in all diese Levels führt, soll insgesamt bis zu 300 Stunden Beschäftigung bieten. Ihr habt dabei immer die Wahl, ob ihr euch als einsamer Wolf oder mit Spielerunterstützung an einer Aufgabe versuchen wollt. Zwar sind die Missionen allein machbar und skalieren je nach Spielerzahl, aber je mehr Mitspieler, desto lustiger und einfacher. Mit einer Vierergruppe habt ihr auch den vollen Zugriff auf alle vier verfügbaren Klassen.
Mehr Risiko, mehr Spaß
Quelle: PC Games
In diesem System könnt ihr Dinge erforschen und so passiv das Spielgeschehen beeinflussen, zum Beispiel mit Boni auf eure Lebenspunkte.
Statt für individuelle Charaktere entschied man sich bei Epic für ein Heldensystem. Diese Helden haben Namen, besitzen Werte, ein festgelegtes Äußeres und eine Klasse. Jeder Spieler beginnt mit einem Soldaten. Diese sind Spezialisten mit Schusswaffen aller Art und sind für den Löwenanteil des Schadens verantwortlich. Fabrikanten konzentrieren sich hauptsächlich auf die Bauarbeiten, die bei den Missionen anfallen. Im Laufe des Spiels lassen sich noch zwei weitere Klassen freischalten. Ninjas sind Meister der Klingen und können sich extrem schnell fortbewegen. Zuletzt wären da noch die Grenzgänger, die besonders gut im Sammeln von Ressourcen sind. Jede Klasse trägt etwas zu einer gelungenen Teamkomposition bei, deswegen macht das Spiel in einer Gruppe nicht nur mehr Spaß, sondern ist auch effektiver.
Schließt ihr Missionen erfolgreich ab, erhaltet ihr Punkte, die ihr in verschiedenen Talentbäumen verteilen könnt. Neben den beiden schon genannten Klassen Ninjas und Grenzgänger könnt ihr dort auch allerlei andere nützliche Fähigkeiten und Funktionen freischalten. Abgesehen von dieser Währung belohnt man euch auch immer mal wieder mit sogenanntem V-Zaster, der Echtgeldwährung von Fortnite. Damit lassen sich im Laden Beutekisten kaufen, die dann neue Helden, unterstützende Überlebende für eure Basis, Waffenbaupläne und dergleichen enthalten können. Statt um klassische Truhen, handelt es sich bei diesen Behältern um Lama-Piñatas. Eine Idee, die durch Zufall innerhalb des Studios aufkam und quasi ein Sinnbild für die Verspieltheit von Fortnite ist.
Risiko mit Potenzial
Quelle: PC Games
Kein Ort ist sicher vor den merkwürdigen violetten Nebelschwaden. Größter Unterschied zwischen den Gebieten Natur und Stadt sind die verfügbaren Ressourcen. In den urbanen Bereichen gibt es mehr Metall, im Wald logischerweise mehr Holz.
Ein wichtiger Punkt in dem gesamten Konzept ist das gemeinsame Spielen. Nicht umsonst lautet die interne Beschreibung des Projekts "Beute, Sturm, Monster, Forts und Freunde". Der Fokus liegt ganz klar auf diesem letzten Wort. Damit steht und fällt vermutlich auch der Erfolg des Spiels. Die Grafik, das Bauen, das Kämpfen, alles ist stimmig, aber am Ende wird es darauf ankommen, wie die Spieler damit umgehen. Nicht jeder hat immer jemanden in der Nähe, mit dem er Zombies verprügeln gehen kann, geschweige denn drei Personen. Und auch wenn es die Option gibt, mit zufälligen Spielern zu kooperieren, entspricht das doch eher nicht den eigentlichen Hintergedanken des Spiels. Die Freude am Bauen und Verteidigen einer Basis, das funktioniert nicht so richtig ohne Menschen, die man dabei anpöbeln kann, weil sie ein Bauteil falsch platziert haben oder ihr Hinterteil doch jetzt bitte endlich zur nächsten Questmarkierung schwingen sollen.
Bereits ab dem 25. Juli 2017 sollt ihr euch auf Mac, PC, PlayStation 4 und Xbox One ins Spiel stürzen können. Das gilt aber vorerst nur, wenn ihr bereit seid, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Voraussichtlich vier verschiedene Pakete ermöglichen euch den Zugang zu dieser Early-Access-Phase. Vorbesteller dürfen sogar schon vier Tage früher loslegen. Erst Anfang 2018 soll sich Fortnite dann zum tatsächlich angedachten Free2Play-Titel wandeln. Diese zweite Veröffentlichung könnte dann für einen belebenden Schwung an neuen Spielern sorgen. Und die Entwickler haben noch einige Ideen in der Hinterhand, die Fortnite dauerhaft reizvoll machen sollen.
