Fortnite vs. PUBG: Das Duell der Battle-Royale-Platzhirsche

Special Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Maria Beyer-Fistrich
Fortnite: Neue Kostüme mit Patch 3.2.0.
Quelle: Epic Games / Fortnite Intel

Fortnite oder PUBG? Kaum ein Thema beschäftigt Spieler aktuell mehr. Damit auch ihr mitreden könnt, liefern wir euch den ultimativen Vergleich. Wir haben PUBG und Fortnite in insgesamt 17 Kategorien miteinander verglichen. Welches Spiel ist besser? Die Antwort auf diese Frage hängt sehr mit euren persönlichen Gaming-Vorlieben zusammen

Als Playerunknown's Battlegrounds (kurz: PUBG) im März 2017 als Early-Access-Fassung das Licht der Welt erblickte, war die Begeisterung groß. Zwar präsentierte Entwickler Bluehole damals kein gänzlich neues Spielprinzip, schaffte es jedoch, die Battle-Royale-Thematik in einem ganz neuen Stil zu inszenieren und in Zusammenarbeit mit der Community ständig weiterzuentwickeln. Ergebnis: Bereits nach sechs Monaten konnte das Studio zehn Millionen verkaufte Einheiten vorweisen - PUBG schien der unangefochtene Action-Champion des Jahres 2017 zu sein. Doch dann folgte die große Überraschung. Ende September veröffentlichte Epic Games - Erfinder der Unreal Engine - aus heiterem Himmel Fortnite (jetzt kaufen 25,00 € ): Battle Royale. Anders als PUBG kostete der Gameplay-Klon im Comic-Look jedoch keinen Cent und war zudem auch für die weit verbreitete PS4 erhältlich. Die Folge? Heute scharen beide Titel ein Millionenpublikum um sich und haben hitzige Fan-Debatten darüber ausgelöst, welches denn nun das bessere Spiel ist. So viel vorweg: Die Antwort auf diese Frage hängt sehr mit euren persönlichen Gaming-Vorlieben zusammen. Damit ihr trotzdem optimal mitdiskutieren könnt, haben wir die beiden Titel in insgesamt 17 verschiedenen Kategorien miteinander verglichen.

Gameplay-Grundkonzept

Auf den ersten Blick wirkt Fortnite wie ein dreister Klon des PUBG-Konzepts. Doch stimmt das wirklich?

Fortnite  PUBG
Das Spielprinzip von Fortnite: ­Battle ­Royale ist schnell erklärt und funktioniert im Kern wie PUBG. 100 Spieler springen aus der Luft kommend über der Spielwelt ab und haben nun das Ziel, sich gegenseitig die Lebenslichter auszublasen – bis am Ende nur noch eine Person bzw. ein Team (je nach Spielmodus) übrig ist. Der Dreh von Fortnite: Indem ihr Objekte aus eurer Umgebung mit einer Axt in ihre Einzelteile zerlegt, sammelt ihr ­Ressourcen, die dann zum Bau von Mauern, Wachtürmen, Brücken, Fallen und dergleichen zur Verfügung stehen. Clevere Baumeister sind bei Fortnite also klar im Vorteil – speziell im Endgame, wo eine gut umgesetzte Mauerbau-Taktik häufig ein Plätzchen in den Top 10 garantiert. 100 gehen rein, einer bleibt übrig. Mit dieser, vom japanischen Spielfilm ­Battle Royale inspirierten Spielidee hat PUBG im März 2017 ein ganz eigenes Genre salonfähig gemacht. Zu Recht, denn den Nervenkitzel einer PUBG-Partie muss man erlebt haben! Das beginnt schon mit der Tatsache, dass man vor jeder Runde mittels Fallschirm aus mehreren Kilometern Höhe über der Spielwelt abspringt. Einmal Boden unter den Füßen, rückt sogleich die Suche nach Ausrüstung in den Fokus. Nebenbei gilt: Die Karte im Auge behalten! Denn nach wenigen Minuten taucht ein Energiefeld auf und fügt all denjenigen Schaden zu, die sich nicht in der kreisförmigen, ständig schrumpfenden Sicherheitszone befinden. Adrenalin pur!

Karten

Während PUBG ganz im Zeichen geografischer Vielfalt steht, duellieren sich Fortnite-Jünger bisher nur auf einer Karte.

Fortnite  PUBG
Ob die stillgelegte Toilettenfabrik „Flush Factory“ im Südwesten, die ländliche Region „Anarchy Acres“ im Norden, der Geschäftskomplex „Retail Raw“ im ­Osten, die von Berggipfeln gesäumten „Snobby Shores“ im Westen oder das von hohen Gebäuden und wertvollem Loot übersäte Wohngebiet „Tilted Towers“ im Zentrum – die bisher einzige Karte in Fortnite: Battle Royale überrascht mit einer Vielzahl abwechslungsreicher Örtlichkeiten. Gleichzeitig ist sie jedoch auch deutlich kleiner als Erangel oder Miramar aus PUBG. Dem Spielspaß tut dieses allerdings keinen Abbruch, denn aufgrund der kürzeren Laufwege ins Zentrum des Kreises treffen Spieler schneller aufeinander und werden häufiger in Feuergefechte verwickelt. Die Folge: Fortnite-Matches dauern nicht ganz so lange wie die in PUBG – im Schnitt geht’s etwa 20 Minuten lang rund. Stand März 2018 bietet PUBG zwei grundverschiedene Szenarien für ­packende Battle-Royale-Matches. Den Anfang macht Erangel, eine fiktive Insel im Schwarzen Meer, auf der das russische Militär einst zweifelhafte Experimente mit biologischen und chemischen Waffen durchführte. Die Karte umfasst eine ­Fläche von 64 Quadratkilometern und zeichnet sich durch dichte Wälder, verwinkelte Bunkeranlagen, vier größere Städte, diverse verlassene Militäreinrichtungen sowie verschiedene Wetterbedingungen aus. Seit dem 20. Dezember 2017 können sich PUBG-Fans zudem auf Miramar austoben. Die ebenfalls 8x8 Qua­dratkilometer große Karte spielt in der staubtrockenen Wüste Mexikos und sorgt aufgrund der kargen Vegetation, brandneuer topografischer Gegebenheiten, einer extrem weitläufigen Stadt im Zentrum (Los Leones) und neuer Vehikel für ein erfrischend neues Spielgefühl.

Spielmodi

In Call of Duty, Battlefield und Co. sorgen unterschiedliche Spielmodi für Abwechslung. Können Fortnite und PUBG das auch von sich behaupten?

Fortnite  PUBG
Genau wie auch PUBG bietet Fortnite: Battle Royale drei Standard-Spielmodi: Matches allein gegen 99 andere Spieler, Duos-Partien für Teams aus je zwei Spielern sowie Team-Duelle, bei denen sich maximal 25 Mannschaften mit je vier Spielern an die Gurgel springen. Das Schöne bei Fortnite: In unregelmäßigen Abständen experimentiert Epic mit neuen, meist zeitlich begrenzt verfügbaren Spielvarianten. Pünktlich zu den Game Awards im Dezember 2017 ging zum Beispiel der völlig chaotische, extrem spaßige „50 vs 50“-Modus für kurze Zeit online. Keine Lust auf PvP? In diesem Fall solltet ihr mal einen Blick auf das derzeit weiterhin kostenpflichtige Fortnite: Rette die Welt werfen. PUBG könnt ihr entweder alleine, zu zweit oder im 4er-Squad erleben. Da in den Team-Modi jedoch in der Regel erfahrenere Zocker unterwegs sind, zieht der Schwierigkeitsgrad in letztgenannten Varianten noch mal etwas an. Interessante Besonderheit bei PUBG: Alle Modi könnt ihr auch in einer First-Person-only-Variante (FPP genannt) erleben, die noch mehr Spannung garantiert, da man deutlich weniger Übersicht hat als aus Third-Person-Perspektive. Über die Funktion „Custom Match“ steht PC-Spielern darüber hinaus der inoffizielle Spielmodus „Zombies“ zur Verfügung, bei dem von Menschen gesteuerte Untote eine Gruppe Überlebender kreuz und quer durch die Spielwelt jagen. 

Waffen

Eine prall gefüllte Waffenkammer hat noch keinem Shooter geschadet. Doch wer hat das vielfältigste Arsenal?

Fortnite  PUBG
Ob Sturmgewehre, SMGs, Pistolen, Shotguns oder Scharfschützengewehre – in Fortnite gibt es genügend Mittel und Wege, eure Gegner umzupusten. Weil in Fortnite Befestigungsanlagen ein wichtiger Teil des Gameplays sind, dürft ihr euch außerdem mit einem Raketenwerfer, einem Granatwerfer sowie einer Minigun austoben. Wichtig: Alle Waffen verfügen über individuelle Seltenheitsstufen, die von grau (gewöhnlich) über grün (ungewöhnlich), blau (selten), lila (episch) bis hin zu orange (legendär) rangieren und in der Regel mit einer besseren Waffen-Performance einhergehen. Klassische Nahkampfwaffen gibt es in Fortnite hingegen nicht. Wer seinem Gegenüber im Nahkampf eins überbraten will, muss dazu den Kolben seiner Waffe nutzen. Abgerundet wird das Arsenal von normalen Granaten, Rauchgranaten, Boogie Bombs und Impulsgranaten.  Im Direktvergleich mit Fortnite ist das Waffenaufgebot sehr ähnlich, bei genauem Hinsehen allerdings noch eine Spur vielfältiger. Schleichprofis zum Beispiel schwören auf die fast lautlose Armbrust. Scharfschützen wiederum können aus einem großen Fundus an Sniper-Gewehren und Flinten wählen und Frontkämpfer kommen dank einer riesigen Auswahl an Sturmgewehren, Submachine Guns, LMGs, DMRs, Shotguns, Pistolen sowie verschiedenen Wurfwaffen (Molotowcocktails, Granaten) sehr gut weg. Nicht zu vergessen: die Bratpfanne, unser Redaktionsfavorit in Sachen Nahkampf-Utensilien. Top und derzeit nicht in Fortnite möglich: Jede Waffe lässt sich mit einer Vielzahl von Aufsätzen verbessern. Visiere zum Beispiel erhöhen eure Sichtweite massiv, Griffe und Mündungsaufsätze sorgen für mehr Präzision beim Schießen, Schalldämpfer reduzieren Lärm, größere Magazine erhöhen euren Munitionsvorrat usw.

Gadgets

In dieser Kategorie klopfen wir die beiden Spiele auf die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Gadgets und Items ab.

Fortnite PUBG
Analog zu PUBG bietet Fortnite verschiedene Items, die entweder heilen (Banda­gen, Medkit etc.) oder den Rüstungswert einer Figur anheben (Schildtank). Da sich Fortnite zu keiner Zeit sonderlich ernst nimmt, findet ihr hier allerdings auch einige wirklich abgedrehte Gadgets wie etwa den Tarnbusch. Einmal aktiviert, sieht euer Held damit plötzlich wie ein wandelnder Busch aus und verschmilzt mit der Umgebung – na ja, zumindest solange ihr euch nicht unvorsichtig bewegt und der Feind Verdacht schöpft. In die Kategorie „ziemlich schräg, aber ziemlich nützlich“ fallen darüber hinaus das Cozy Campfire (heilt Verbündete in der Nähe), die Bodenfalle (spießt den darüber Laufenden mit Stacheln auf) sowie das Launch Pad (katapultiert den Benutzer durch die Luft). Tipp: Am höchsten Punkt eines Launch-Pad-Sprungs zum Gleiter wechseln, dann könnt ihr flott größere Distanzen überbrücken. PUBG bietet nicht nur interessante Waffen, sondern auch viele Items, die – sofern man sie denn findet – ein längeres Überleben während einer Partie spürbar begünstigen. Besonders hervorzuheben sind hierbei natürlich Rüstungsteile wie Helme und Westen. Sie liegen in jeweils drei Stufen vor und schützen unterschiedlich gut. Wurdet ihr trotzdem mal getroffen, könnt ihr nach verschiedenen Heilobjekten wie Bandagen, Erste-Hilfe-Sets oder Energy Drinks Ausschau halten. Mindestens genauso wichtig sind Rucksäcke: Sie schützen zwar nicht, erhöhen dafür aber eure Tragekapazität. Bleiben noch Kleidungsstücke wie Handschuhe, Masken, Shirts, Hosen und Schuhe. Sie wirken sich ebenfalls nicht auf die Werte eurer Spielfigur aus, können aber durchaus zu einer verbesserten Tarnung beitragen, denn mit einem grünen Hemd ist man im hohen Gras nun mal schwieriger zu erkennen als mit einem roten.

eSport-Tauglichkeit

Wie gut schlagen sich die beiden Battle-Royale-Kandidaten in der Königsdisziplin eSport?

Fortnite PUBG
Noch ist eine eSport-Szene in Fortnite praktisch nicht existent. In Anbetracht der überwältigenden Nutzerzahlen und der generellen eSport-Tauglichkeit des Spiels dürfte sich das allerdings schon bald ändern – namhafte Top-Clans stehen bereits in den Startlöchern. FaZe aus den USA zum Beispiel stellte erst kürzlich sein erstes Fortnite-Team ­zusammen und pries die Fähigkeiten von Mannschaftskapitän Dennis „Cloak“ Lepore und seiner Truppe in einem rasanten ­YouTube-Video an. ­Unsere Prognose: Nach weiterem Tuning der Server-Stabilität sowie der Ergänzung von Kommentator-Werkzeugen könnte Epic Games im Herbst 2018 ein erstes Turnier mit größeren Preisgeldern ins Rollen bringen. Bis die Electronic Sports League (ESL) und andere eSport-Veranstalter mitziehen, wäre es dann nur noch eine Frage der Zeit. Spätestens auf der Gamescom 2017 hat PUBG seine eSport-Tauglichkeit erstmals eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In Köln nämlich fand das sogenannte „PUBG Invitational“ statt, ein Turnier für insgesamt 80 Teilnehmer aus der eSport- und Streamer-Szene. Die Spieler wetteiferten um Preisgelder im Wert von knapp 300.000 Euro und begeisterten dabei nicht nur tausende Zuschauer vor Ort in den Messehallen, sondern auch knapp 400.000 PUBG-Fans auf Twitch. Im November 2017 folgten zudem die Intel Extreme Masters im kalifornischen Oakland. Konträr zu Köln rückte dort allerdings gleich die Weltelite in 4er-Squads an, um einen Champion unter sich auszumachen. Und 2018? Scheint sich diese eSport-Euphorie nun zu wiederholen (Stichwort „IEM Katowice“ Ende Februar) – nicht zuletzt, weil die Entwickler die Zuschauer-Modi und das Balancing immer weiter optimieren.

Ingame-Käufe

Die Finanzierungsmodelle beider Spiele sind grundverschieden. Was das im Detail bedeutet, erfahrt ihr im Folgenden ...

Fortnite PUBG
Fortnite: Battle Royale ist für jedermann kostenlos. Ein cleverer Schachzug und sicherlich ein Grund für den anhaltenden Erfolg. Geld verdient Epic mit dem Spiel trotzdem: Wer mag, kann mit harten Euros die Allround-Währung V-Bucks erwerben und damit im Handumdrehen neue Outfits, schräge Erntewerkzeuge, hippe Hängegleiter sowie schrille Emotes freischalten. Für 1.500 V-Bucks erhaltet ihr zum Beispiel eine Axt mit zwei Flamingo-Köpfen. Wichtig: Keiner dieser Gegenstände bietet spielerische Vorteile. Noch wichtiger: V-Bucks sind derzeit unverschämt teuer. 1.000 V-Bucks etwa kosten 9,99 Euro – reichen aber noch nicht einmal für die eben erwähnte Axt. Zwar gibt’s für größere Pakete Boni, unterm Strich lässt das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch zu wünschen übrig. Vielspieler kaufen  – wenn überhaupt – den Battle Pass, der das Freischalten vieler Boni beschleunigt.  Auf der Download-Plattform Steam schlägt die PC-Fassung von PUBG mit 29,99 Euro zu Buche. Die weiterhin als ­sogenannte Game-Preview klassifizierte Version für die Xbox One kostet – je nach Händler – derzeit ca. 20 Euro. Im Gegensatz zu Fortnite: Battle ­Royale müssen Spieler bei PUBG also erst einmal eine gewisse ­finanzielle Einstiegshürde überwinden. Ist diese allerdings genommen, fallen keine weiteren Kosten an. Neue Waffen, Karten, Fahrzeuge, Gameplay-Ergänzungen und so weiter sind damit also auch für die Zukunft erst einmal abgedeckt. Die einzige Ausnahme betrifft kosmetische Verbesserungen. ­Diese dürfen in Form sogenannter Skins auf dem Steam-Marktplatz gehandelt werden. Direkten Einfluss aufs Gameplay von PUBG haben diese Skins ­allerdings nicht. Also kein nerviges „Pay to win“. 

Fahrzeuge

Spätestens seit Battlefield sind Fahrzeuge in Actionspielen gern gesehene Interaktionsobjekte ...

Fortnite PUBG
Aktuell gibt es in Fortnite nur ein Fahrzeug: den fliegenden Bus, aus dem ihr waghalsig aufs Spielfeld abspringt. Geht’s nach Entwickler Epic Games, könnte jedoch schon bald Bewegung in die Sache kommen. Und zwar mit dem Ende Februar angekündigten Jetpack. Zugegeben, ein klassisches Fahrzeug ist das noch lange nicht – aber zweifelsohne ein ziemlich praktisches Fortbewegungsmittel, um schnell von A nach B zu kommen. Vehikel sind ein fester Bestandteil jeder PUBG-Erfahrung und oft essenziell, wenn es darum geht, in sprichwörtlich letzter Sekunde aus der Todeszone zurück in den weißen Kreis zu gelangen. Ebenfalls praktisch: Egal, ob ­Motorrad, Jetski oder Buggy – alle Fahrzeuge transportieren mindestens zwei Personen. Jeep und Bus bieten gar Platz für ein komplettes 4er-Squad und dienen zumindest zeitweise als Kugelfang.

Grafik

Einer der größten Unterschiede liegt im Grafikstil: Fortnite sieht aus wie ein Cartoon, PUBG wie eine Militär-Simulation.

Fortnite PUBG
Optisch tritt Fortnite: Battle Royale in die Comic-Fußstapfen des PvE-Hauptspiels und präsentiert durchtrainierte Kämpferinnen und Kämpfer, die sich in einer Spielwelt voller knalliger ­Farben auf die Pelle rücken. Die Unreal ­Engine 4 stemmt seit dem Update auf Version 3.0.0 sogar 60 Bilder pro Sekunde bei dynamischer Auflösung. Dazu gibt’s schicke Lichteffekte und eine überzeugende Weitsicht.  Auch PUBG nutzt die Unreal Engine 4, sieht aber deutlich realistischer aus als die Konkurrenz, greift weit weniger tief in den Farbeimer und überzeugt vor allem auf der Map Erangel mit schicken Wettereffekten. Fahrzeuge, Landschaften und Waffen sind sehr ansprechend gestaltet, setzen allerdings auch einen leistungsstärkeren PC voraus als ­Fortnite. Auf Konsole spielt ihr am besten auf der Xbox One X.

Sound

Visuell heben sich die Battle-Royale-Erzrivalen deutlich voneinander ab, aber gilt das auch für die Soundkulisse?

Fortnite PUBG
Ob nun das Rauschen des Windes nach dem Absprung, das Rattern der Minigun in schweißtreibenden Gefechten oder der dumpfe Aufprall der Axt beim Abbau von Ressourcen – Fortnite: Battle ­Royale überrascht mit einem Sammelsurium an Soundeffekten. Hört man genau hin, fallen zudem spannende Nuancen auf, die effektives Gameplay begünstigen. Eine sich schließende Tür zum Beispiel klingt anders als ein sich öffnende. Akustisch lässt PUBG nichts anbrennen: Laufgeräusche klingen je nach Bodenbelag sehr unterschiedlich und auch die einzelnen Waffen- und Fahrzeugtypen sind gut voneinander zu unterscheiden – was wiederum ungemein dabei hilft, auch ohne Sichtkontakt mehr über einen Gegner zu erfahren. Musik setzen die Entwickler dagegen nur im Menü ein. Ganz einfach, weil die Mehrheit der Spieler sie ohnehin abstellen würde.

Steuerung

Fingerverknotend oder herrlich intuitiv? Wie schneidet die Steuerung im Direktvergleich ab?

Fortnite PUBG
Dass man in Fortnite: Battle Royale weder schwimmen noch Fahrzeuge lenken oder lautlos am Boden entlangrobben darf, merkt man natürlich auch in Hinblick auf die Steuerung. Diese wirkt „arcadiger“ als bei PUBG und geht daher schnell in Fleisch und Blut über. Eine Ausnahme bildet der Bau-Modus. Ihn auch in hektischen Situationen zu meistern, kann dauern, sorgt dann aber für viele spielerische Vorteile. Nach hinten umschauen, während man nach vorne läuft, Zielvisiere anpassen, Kartenpunkte setzen: Keine Frage, die komplexe PUBG-Steuerung zu verinnerlichen, braucht speziell für Gamepad-­Nutzer eine gewisse Eingewöhnung. Hat man den Dreh jedoch erst einmal raus, wirkt alles ziemlich durchdacht. Schade nur, dass sich die Tasten der Xbox-One-Fassung – anders als am PC – bisher nicht individuell konfigurieren lassen.

Bugs

Viele Wehwehchen wurden seit dem Release beider Spiele bereits behoben. Wo der Schuh weiterhin drückt, erfahrt ihr hier.

Fortnite PUBG
Obwohl Fortnite: Battle Royale bereits mehr als sechs Monate auf dem Buckel hat und mittlerweile eine gute Performance an den Tag legt, klagen diverse Nutzer weiterhin über die Stabilität der Server. Die Folge sind Matchmaking-Probleme, Verbindungsaussetzer und unnötige Wartezeiten. Epic weiß um die Baustellen und will sie mit weiteren Software-Flicken konsequent angehen. Im Vergleich zu den ersten Versionen der Early-Access-Fassung läuft PUBG bereits spürbar runder. Dennoch haben viele Spieler weiterhin mit Rubberbanding zu kämpfen. Letzteres ist typisch für Online-Shooter mit hohen Spielerzahlen in einem Level und äußert sich darin, dass sich Spielfiguren streckenweise zuckelnd durch die Gegend bewegen

Updates

Regelmäßige Produktpflege ist bei Online-Spielen das A und O. Sind unsere Kontrahenten dieser Herausforderung gewachsen?

Fortnite PUBG
Updates erscheinen bei Fortnite: Battle Royale in schöner Regelmäßigkeit und haben den Titel bereits in vielerlei Hinsicht optimiert und bereichert. Mit dem Update auf Version 2.4.0 etwa wurden Mini-Guns ergänzt und Update 3.0.0 erhöhte gar die Bildrate auf 60 fps. Einziger Wermutstropfen: Bisweilen liefen Updates nicht stabil und Epic musste kurz darauf nachpatchen. Auch bei PUBG ist die Patch-Häufigkeit vorbildlich. Beispielsweise unterstützt die Xbox-Fassung seit dem letzten Update „Game-Highlights“, speichert also die Höhepunkte einer Partie automatisch als Video ab. Interessant für PC-Spieler: Sie können geplante Updates vor ihrer Veröffentlichung mithilfe der Testserver-Version ausprobieren und dann Feed­back an die Entwickler weiterleiten. 

Draht zur Community

Twitter, Facebook, Foren: Wie halten die Entwickler den Kontakt zur ­Community? Und: Wer kann die meisten Fans mobilisieren?

Fortnite PUBG
Fortnite erschien zwar zeitlich betrachtet nach PUBG, kann aber deutlich mehr Twitter-Follower vorweisen – 1,79 Mio., um genau zu sein. PUBG bringt es dagegen „nur“ auf knapp 710.000. Ein Grund hierfür ist sicherlich der Tweet-Eifer der Entwickler sowie die Tatsache, dass Epic die Fans des PvE-Parts auf demselben Twitter-Kanal anspricht. Auf Facebook ergibt sich ein ganz ähnliches Bild. Mit knapp 1,3 Mio. Abonnenten steht Epic hier mit fast doppelt so vielen Fans in Kontakt wie die PUBG-Entwickler (hier ca. 654.000). Und YouTube? Hier brachte es Fort­nite zum ­Redaktionsschluss auf 589.953 Abonnenten, PUBG nur auf 36.722. Aber: In den in jeweiligen Reddit-Foren hatte Playerunknown’s Battle­grounds deutlich die Nase vorn. Sicher auch, weil PUBG schon länger am Markt ist und zwei Karten einfach mehr Diskussionsstoff hergeben. Über die Follower-Zahlen auf einschlägigen Social-Media-Kanälen haben wir bereits im linken Textblock dieses Kastens ausführlich gesprochen. Ob diese letztendlich als verlässlicher Indikator gewertet werden können, wie gut der Draht des jeweiligen Herstellers zur Community ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. 
Die gute Nachricht in beiden ­Fällen: Sowohl Epic Games als auch die PUBG Corporation bieten zahlreiche Kanäle an, über welche die Community mit den Unternehmen in Kontakt treten kann. Nicht außer Acht lassen sollte man in diesem Zusammenhang zudem die umfangreichen Foren auf den offiziellen Webseiten der beiden Spiele (www.­fortnite.com bzw. www.­playbattlegrounds.com) Vorteil hier: Themen sind sinnvoller gegliedert, was es oft einfacher macht, schnell Antworten auf wichtige Fragen zu finden. 

Easter Eggs

Easter Eggs sorgen nicht nur für Schmunzler, sondern stacheln Fans dazu an, jeden Winkel der Spielwelt zu erkunden!

Fortnite PUBG
Nebst dem hier abgebildeten „Bitte nicht tanzen“-Schild (eine Anspielung auf die schrägen Dance-Moves der Charaktere), bietet Fortnite: Battle Royale noch jede Menge andere verrückte Easter Eggs. Alle vorzustellen würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die mit dem letzten Karten-Update ergänzten wollen wir euch trotzdem nicht vorenthalten. Los geht’s mit einem Riesen-Lama aus Metall, welches sich am nordwestlichen Rand der Insel befindet und die skurrilen Lootboxen des Hauptspiels referenziert. Oder wie wäre es mit einem völlig überdimensionierten Holzstuhl (zu entdecken südlich des Orts Shifty Shafts)? FIFA- und PES-Enthusiasten sollten sich derweil mal westlich der Tilted Towers umschauen und der überdachten Fußball-Arena einen Besuch abstatten. Genial: Auf dem Rasen liegt ein echter Fußball – und der Punktezähler am Spielfeld-Rand funktioniert ebenfalls! In PUBG wimmelt es ebenfalls nur so vor gut versteckten Easter Eggs, die meistens in irgendeiner Form mit der Entwicklung des Spiels zu tun haben. Prominentestes Beispiel hierfür ist sicherlich der ursprüngliche Entwurf der Miramar-Karte samt alter Städtenamen. Los Leones zum Beispiel hieß damals schlichtweg „Hard Luck“ und El Azahar plump „Murderland“. Begutachten könnt ihr die Karte, wenn ihr auf Miramar die Gebäude der beiden größeren Inseln östlich der Küste durchkämmt. Der hier abgebildete Screenshot hingegen zeigt ein Gebäude der Minas Generales im Zentralbereich der Karte und bedeutet übersetzt so viel wie „Das Huhn gehört mir“, zieht damit also eindeutig den Siegerslo­gan „Winner Winner Chicken Dinner“ durch den Kakao. Verrückt: Wer die Augen offen hält, findet am Eingang der Wüstenstadt La Cobreria sogar ein Schild der Stadt Georgopol – und damit sozusagen eine versteckte Werbung für die Erangel-Karte.

Entwicklung der Spielerzahlen

Welcher Titel kann die meisten Spieler mobilisieren und wie viele davon spielen gleichzeitig?

Fortnite PUBG
In Sachen Spielerzahlen kann Fortnite auf eine mindestens genauso steile Karriere verweisen wie PUBG. Bereits am 11. Oktober 2017 – also knapp zwei Wochen nach Release – hatten sich bereits zehn Millionen Spieler ins Getümmel gestürzt. Die nächsten beiden Meilensteine (30 Millionen Anfang Dezember 2017; 45 Millionen Anfang Januar 2018) ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten und zeigten, dass Epic Games – trotz Gameplay-Plagiatsvorwürfen – den richtigen Riecher hatte. Fast noch beachtlicher ist allerdings die Zahl der gleichzeitig aktiven Spieler, die am 8. Februar 2018 mit 3,4 Millionen einen neuen Branchenrekord markierte und damit selbst Schwergewicht PUBG um mehr als 200.000 Spieler überflügelte. Wichtiger Grund für diesen Erfolg ist dabei sicherlich auch der Umstand, dass PUBG (noch) nicht für die PS4 erhältlich ist, Fortnite aber schon. Was hat der hier abgebildete Screenshot mit dem Thema Spielerzahlen zu tun? Ganz einfach: Schon seit Längerem hat PUBG einen Großteil der Shooter-Konkurrenz meilenweit abgehängt. Los ging der Siegeszug kurz nach der Veröffentlichung der Early-Access-Fassung. Bereits am 10. April 2017 verkündete PUBG-­Papa Brendan Greene stolz eine Million verkaufte Einheiten. Nach drei Monaten waren es bereits vier Millionen und Anfang September 2017 war gar die Schallmauer von zehn Millionen Einheiten durchbrochen. Heute, knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung, hat sich diese Zahl verdreifacht – Weltrekord! Die Zahl aktiver Spieler fällt mit 3,4 Mio. (Stand Anfang Februar) ebenfalls extrem hoch aus, brach jedoch kürzlich etwas ein. Wohl auch, weil die Entwickler seit einigen Wochen massiv gegen Cheater vorgehen und schon eine Million betroffene Accounts aus dem Verkehr gezogen haben.

Zukunftspläne

Die Zugriffszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Entsprechend ambitioniert sind auch die Zukunftspläne der Entwickler ...

Fortnite PUBG
Im Februar veröffentlichte Epic Games einen Blog-Eintrag zum „Stand der Entwicklung“ von Fortnite und erläuterte in diesem Zusammenhang, wie es in Zukunft weitergehen soll. Demnach plant der US-Entwickler unter anderem eine Integration sozialer Netzwerke, die es Spielern ermöglichen soll, Freunde direkt über ­Facebook und Co. einzuladen. Des Weiteren sind mehr als fünf zeitlich begrenzte Spielmodi geplant. Der sogenannte Blitz Mode zum Beispiel soll die Länge einer Partie drastisch verkürzen, während in „Teams of 20“ fünf Mannschaften aus jeweils 20 Spielern in die Arena stürmen. Aber auch eine Version 2.0 der „50 vs 50“-Matches scheint nicht mehr allzu lange auf sich warten zu lassen und soll so angelegt sein, dass man Teammitglieder auf der Karte sieht, jede Mannschaft ihren eigenen Bus erhält und Supply Drops häufiger stattfinden. Unser Wunsch an Epic? Gebt uns endlich funk­tionsfähige Fahrzeuge! Stabil, absturzsicher, kompetitiv: In einem Interview mit der US-Website Kotaku fasste PUBG-Erfinder Brendan Greene diese drei Ziele als wichtigste Meilensteine für das Jahr 2018 zusammen. Doch wie sieht’s mit wirklich neuen Features aus? Gut, denn noch im März wollen die Entwickler einen genaueren Content-Fahrplan für die erste Jahreshälfte 2018 skizzieren. Weit oben auf Agenda steht dort eine komplett neue Karte, die in der Adria angesiedelt ist und aller Voraussicht nach mit dichten Wäldern, malerischen Küsten und einem schneebedeckten Berg im Zentrum aufwarten soll. Abseits der neuen Map verspricht das Studio „Verbesserungen und Modifikationen, um eine tiefgreifendere und realistischere Spielerfahrung zu ermöglichen“. Was genau damit gemeint ist, wurde nicht erwähnt. Ein neuer Spielmodus für mehr Teilnehmer sowie neue Waffen und Fahrzeuge scheinen jedoch durchaus im Bereich des Möglichen.
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