Formel Eins 2005

Test

Die Formel-1-WM ist noch nicht entschieden! Zumindest nicht auf der PlayStation2. Dort gehen die 900-PS-Boliden erst jetzt an den Start.

D ie Formel 1 ist immer für eine Überraschung gut. Wer hätte gedacht, dass Michael Schumacher und seine Scuderia Ferrari in dieser Saison hinter Benetton und Mercedes zurückbleiben würden? Nun -- Studio Liverpool, die Entwickler der PlayStation2-Umsetzung, scheinen zumindest nicht damit gerechnet zu haben. Ihr neuestes Werk, "Formel Eins 2005", basiert hauptsächlich auf den Testergebnissen der Saisonpause und auf den beiden ersten Rennen in Australien und Malaysia. Was wohl erklärt, dass die Roten den anderen Rennställen im Spiel überlegen sind.

Gerade "Quick Nick"-Fans wundern sich, warum ihr Star hinterherfährt und kaum Chancen aufs Podium hat. Hier wäre ein Update-Feature zur Aktualisierung der Daten über den Netzwerkadapter eine echte Innovation gewesen.

Immerhin freuen wir uns über den brandneuen Online-Modus. Hier dürfen bis zu 20 menschliche Fahrer um Pokale und Punkte kämpfen. Im Karriere-Modus müsst ihr zunächst als Nachwuchsfahrer in einem kleinen Rennstall anheuern. Minardi, Jordan oder gar Red Bull -- das hängt von den Testergebnissen der Vorsaison ab. Entweder kriegt ihr einen Testfahrer-Vertrag oder gleich eine Festanstellung.

Simulationsgrad: Einfach

Je nach Schwierigkeitsgrad (leicht, normal, schwer) sind die Gegner mehr oder weniger einfach zu überholen. Wobei uns aufgefallen ist, dass die Computerfahrer meist stur ihre Linie fahren und sich von Ausbremsmanövern kaum beeindrucken lassen. Habt ihr das Schadensmodell nicht aktiviert, ist das nicht weiter schlimm -- dann passt ihr euch einfach der rüpelhaften Fahrweise an. Mit Schadensmodell allerdings wird das Geschrubbe nervig. Ist euer Flitzer beschädigt oder geht das Benzin zur Neige, solltet ihr schleunigst die Box ansteuern. Zunächst informiert ihr die Crew mit der Select-Taste, dass ihr vorbeischaut. In der Boxengasse schaltet sich der Speedlimiter automatisch ein und die Mechaniker geben ihr Bestes.

Ganz Hartgesottene fahren die Rennen auf die volle Distanz -- mit Boxenstrategie, Wagen-Set-up, drei Trainingseinheiten und den beiden Qualifikationen. Dass die Qualifyings seit dem Europa-Grandprix nur noch samstags stattfinden, ist im Spiel leider nicht berücksichtigt worden. Mechanische Defekte sind einstellbar, wobei eine Berührung des Vordermanns oder ein Ausflug in den Kies nicht sofort das Ende bedeutet. Euch erwarten 19 Rennen (inklusive Istanbul) und ein Bonus-Stadtkurs. Den Motor-City-Kurs gibt es als Belohnung, wenn ihr die Konstrukteurs-Meisterschaft erreicht habt. Er stellt mit seiner engen Streckenführung eine Herausforderung dar.

Die Wagenzustandsanzeige informiert euch, wie es um euren Boliden bestellt ist. Besonders die Temperatur der Reifen solltet ihr dabei im Auge behalten. Ist die Anzeige blau, sind die Pneus kalt und bieten wenig Grip. Erst wenn die Anzeige grün aufleuchtet, sind gute Rundenzeiten möglich. Kommt ihr vom Kurs ab, leiden die Reifen sichtbar und brauchen einige Hundert Meter, bis sie wieder sauber sind.

Speed-Gefühl:Top

Die Grafik wirkt zunächst unspektakulär. Allerdings werden bis zu 20 Autos gleichzeitig fehler- und ruckelfrei darstellt. Und gerade in der Fahrer- oder Frontflügelperspektive stellt sich ein hervorragendes Geschwindigkeitsgefühl ein. Zudem sind die Strecken ausnahmslos sehr gut getroffen. Besonders die Höhenunterschiede in Spa oder Indianapolis sind noch nie so deutlich aufgefallen und beeinträchtigen die Weitsicht und den Überblick in engen Schikanen erheblich. Die RTL-Kommentatoren Heiko Wasser und Christian Danner sind auch heuer nicht besser geworden. Noch immer wirken ihre recht dünnen Bemerkungen zusammengestückelt und abgelesen. Ihre Kommentare beschränken sich auf Angaben zu Positionen und Zeiten, lassen hingegen Fahrfehler, Überholmanöver oder Schäden unerwähnt. Lediglich vor und nach dem Rennen haben sie lohnenswerte Infos parat.

Ärgerlich wie immer ist die lieblose Umsetzung des Regelwerks. Fehlende Frühstarts und Boxen-Strafen sind unverzeihlich und wären keine große Herausforderung für die Programmierer gewesen. Eher in die Sparte "schade, dass es nicht dabei ist" fallen die Einführungsrunde, Startkarambolagen und das Safety-Car. Kurzum: Studio Liverpool hat es auch dieses Jahr versäumt, aus einem souveränen F1-Rennspiel eine packende Action-Simulation zu stricken.

? Swen Harder

Wertung zu Formel Eins 2005 (PS2)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einfache BoxenstoppsTolles Speed-Gefühl20 menschliche Fahrer im Online-Modus
Regelwerk lückenhaftKommentare langweilenStärke der Teams entspricht nicht der Realität
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