In Final Fantasy 15 versuchen vier extravagant gekleidete junge Männer, ihre Heimat vor blutrünstigen Invasoren zu retten.
Zu den Waffen!
Zum Glück haben die vier Helden mehr auf Lager als Gespräche untereinander. Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind die Echtzeitkämpfe, die man auf Wunsch durch den Wartemodus pausieren und dadurch taktischer angehen kann. Zunächst wirkt das Prinzip simpel. Hält man den Angriffsknopf zum Beispiel gedrückt, vollführt Noctis selbstständig Kombos. Presst man den Ausweich-Button, taucht Noctis automatisch unter gegnerischen Attacken hindurch. Für erfolgreiche Schlachten reicht das jedoch meistens nicht aus, jedenfalls, wenn man nicht unbedingt die Zeit mit Grinding verbringen will.
Quelle: Games Aktuell
Keine Höhenangst:
An festen Warp-Punkten kann Noctis zwischenlanden. Solange er am Schwert baumelt, regenerieren sich LP und MP schneller. (PS4)
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Die magische Handgranate:
Magieflakons schleudert ihr auf eure Feinde. Mit einem gezielten Treffer eines Feuerzaubers jagt ihr unter anderem rote Fässer in die Luft. (PS4)
Noctis hat die Fähigkeit, kurze Entfernungen mit sogenannten Warp-Sprüngen zurückzulegen. Die Teleportationskraft nutzt er auch für Angriffe. Praktischerweise werden die MP, also Magiepunkte, automatisch aufgefüllt, sobald er sich an einen erhöhten Ort beamt. Durch das Aneinanderketten unterschiedlicher Angriffe und das Wechseln zwischen den drei Waffen ergeben sich interessante Möglichkeiten, die vor allem bei späteren, härteren Gegnern genutzt werden müssen. In engen Räumen hat die Kamera oft Probleme und macht Kämpfe so unübersichtlicher als nötig. Zusammen mit einer ziemlich trägen Reaktionszeit des Spiels sorgt das mitunter für Frust.
Rollenspieltypisch hat jeder Widersacher spezielle Schwächen und Stärken, auf die man Rücksicht nehmen sollte. Manchmal ändern sich diese im Verlauf einer Auseinandersetzung. Und auch wenn die Begleiter nicht steuerbar sind, kann man ihnen doch indirekt durch Kommandos Befehle geben und ihre Ausrüstung aussuchen
Gepanschte Magie
Magie spielt eine eher untergeordnete Rolle in Final Fantasy 15, jedenfalls, wenn man sich nicht genau mit dem System auseinandersetzt. Indem man unterschiedliche Elementkräfte kombiniert, erzeugt man Sprüche mit unterschiedlicher Effektivität und Wirkung. Wenn man Noctis zum Magier umschulen möchte, empfiehlt es sich, die Sprüche mit verschiedenen Gegenständen zu kombinieren, um besonders nützliche Zusatzeffekte zu erzeugen. In der Spielwelt versteckt sind zudem zusätzliche Magieflakons, die einem ermöglichen, nach Lust und Laune herumzuhexen. Durch die großzügige Verteilung von Elementarkräften in der Nähe von Lagerplätzen geht einem so gut wie nie der magische Saft aus.
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Talentshow:
Die Fähigkeiten von Noctis und Co. verbessert ihr im Skill-Menü. Ihr benötigt dafür Fertigkeitspunkte, die ihr beim Spielen verdient. (PS4)
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Nach einem harten Tag:
Auf dem Hotelzimmer oder in der Wildnis wird gerastet. Gesprächen lauscht man nicht. Man sieht sich nur die Erfahrungspunkte an. (PS4)
Ignis, Noctis und Co. erlernen neue Fähigkeiten und gewinnen Lebensenergie sowie andere Boni, indem man in die entsprechenden Skill-Bäume investiert. Zehn Stück gibt es davon, mit großen Unterschieden in Hinsicht auf den Kosten-Nutzen-Faktor. Die FP, die man zum Freischalten braucht, verdient man sich durch das Absolvieren von Missionen, Gesprächen, Kills und, wenn man sich für den entsprechenden Bonus entschieden hat, sogar beim Autofahren.
Automatisch gelevelt werden die persönlichen Hobbys der vier Männer. Noctis angelt gerne, Ignis kocht, Gladiolus joggt und Prompto macht Fotos von der Reise. Alle durch Kämpfe und sonstige Erfolge verdienten Erfahrungspunkte werden erst dann ausgezahlt, wenn sich die vier in einem Lager niederlassen oder in einem Hotel nächtigen. Die Idee ist schön, doch die Ausführung lässt zu wünschen übrig. Unnötige Schwarzblenden und Ladezeiten machen die Abende langweiliger und eintöniger als nötig.
Das Gleiche trifft auf einen Großteil der Nebenmissionen zu. Manche davon stechen ob ihres Unterhaltungswertes positiv heraus, etwa die Aufgabe, bei der man die Chocobo-Mietstation freischalten muss. In einer stimmungsvollen Jagd kommt man dabei einem Behemoth auf die Schliche, den man später erlegen muss. Das zeigt bereits früh im Spiel, dass die Kämpfe gegen riesige Monster ein wichtiger - und spaßiger - Teil des Spielprinzip sein werden. Dann gibt es jedoch auch zig Aufträge, bei denen man Tomaten von A nach B bringen, Hunde in der nächsten Schlucht erschlagen oder irgendein Autowachs einsammeln muss. Die Flut aus mittelmäßigen bis schlechten Quests gerade zu Beginn des Spiels ist ziemlich unglücklich.
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Noctis gegen Goliath:
Der Titan ist nicht gut auf den Prinzen zu sprechen. Zu großen Teilen besteht der Bosskampf gegen den Riesen aus Quick-Time-Events. (PS4)
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Kuck-kuck!
Bereits recht früh im Spiel kämpft ihr gegen einen Behemoth. Das macht Laune und ist schön inszeniert - vor allem das Heranschleichen an das Monster. (PS4)
Auf der Zielgeraden
Nicht sonderlich elegant gelöst sind manche Bosskämpfe, die sich auf Quick-Time-Events verlassen und außer einer tollen Optik und Inszenierung wenig zu bieten haben. Das Gleiche gilt für einige Dungeons, die karg daherkommen und die wegen der unpraktischen Minimap zum Verlaufen einladen. Es gibt schöne Ausnahmen, die man aber eher im späteren Verlauf des Abenteuers findet. Das Spiel ist komplett synchronisiert, aber nicht alle Sprecher sind gut - die englische Tonspur ist der deutschen überlegen.
Final Fantasy 15 ist auf einer Schotterpiste zum Release eingefahren und hat etliche Lackschäden davongetragen. Sicherlich ist das RPG in seiner Gesamtheit immer noch ein gutes Spiel, doch die Summe der Versäumnisse dämpft die Freude über das unverbrauchte Road-Trip-Gefühl, das an vielen Stellen durchaus aufkommt. Ob Fan oder Neuling, die Fahrt unternehmen sollte man nur, wenn man gewappnet ist, Design- und StoryUnzulänglichkeiten zu ertragen. Gerade Fans der Reihe werden dazu sicher eher bereit sein als Neulinge. Der Lohn: eine Menge Fanservice, etwa Musik aus den zahlreichen Vorgängern, die man im Auto hören kann, eine wunderschöne, offene Welt und ein frisches, gleichzeitig motivierendes Kampfsystem.
Die bewegte Geschichte von Final Fantasy 15
Quelle: Square Enix
Lange ist es her:
So sollten die vier Helden ursprünglich einmal aussehen. Besser oder schlechter als die neuen Modelle? Geschmackssache. (PS3)
Vor zehn Jahren zeigte Square Enix den ersten Trailer zu Final Fantasy 15 - damals noch Final Fantasy 13 Versus genannt. Der Titel war einst als Spin-off zu Final Fantasy 13 geplant, vorgestellt wurde er bereits 2006. Dann war es lange still um das Projekt - sieben Jahre, um genau zu sein! Auf der E3 2013 präsentierte Square das Spiel schließlich neu unter dem Titel Final Fantasy 15. Ein Jahr später wurde bekannt, dass der Director Tetsuya Nomura nicht mehr an FF 15 arbeitete und stattdessen Hajime Takada mit diesem Job beauftragt wurde. Ursprünglich ähnelte Final Fantasy 13 Versus in Sachen Kampfsystem angeblich stark der Kingdom Hearts-Reihe (ebenfalls von Square Enix).
Entwickler: Square Enix | Hersteller: Square Enix | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 16
