Final Fantasy 14: Endwalker - Kann die neue Erweiterung überzeugen?
Special
Die neue Erweiterung für das äußerst populäre MMORPG Final Fantasy 14 erscheint bereits am 23. November 2021. Ich durfte Endwalker vorab schon einmal ausprobieren und verrate euch, ob die neue Erweiterung überzeugen kann.
Ich liebe MMORPGs! Das Genre begleitet mich nun schon seit über 10 Jahren und wie viele andere habe auch ich zahlreiche Vertreter gespielt. Von Free-To-Play-Ablegern wie Tera, NosTale, und wie sie alle heißen, bis hin zu den großen Namen, World of Warcraft, Guild Wars, The Elder Scrolls Online, man kennt sie.
Das MMO mit dem ich die meiste Zeit verbracht habe, ist wohl World of Warcraft. Ich mochte die Handlung, fand zu jeder neuen Erweiterung eine spaßige und kompetitive Klasse und verbrachte zahlreiche Stunden damit, die diversen Erfolge zu erringen, Mounts zu erhalten, und verschiedene Outfits zusammenzustellen. Ich, der Schrecken der Meere auf meiner getreuen himmlischen Azurwolkenschlange.
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Eine große Anzahl an Mounts, ein gutes Transmog-System mit vielen Möglichkeiten, eine unterhaltsame Story, und Tab-Targeting-Combat, welcher auf hohem Level auch mal richtig anspruchsvoll werden kann. Nach diesen Kriterien hätten ich und Final Fantasy 14 (jetzt kaufen 24,99 € ) eigentlich die besten Freunde werden sollen, doch das MMO konnte mich früher nie wirklich fesseln. Wir wurden einfach nie wirklich warm miteinander.
Ich hatte Final Fantasy 14 früher schon gespielt, aktuell bin ich aber nicht so genau informiert, was in der Handlung passiert, welche Klassen gut sind, und was man eigentlich genau macht in dem Spiel. Ich habe zwar einen Charakter auf der maximalen Stufe, doch wirklich viel ist mir nicht in Erinnerung geblieben. Als ich also an der Media-Tour zu Final Fantasy 14 teilnehmen durfte, betrachtete ich das Spiel fast so wie ein völliger Neuling, was meinen Eindrücken eine frische Perspektive verpasste. Bislang zählte das Online-Rollenspiel von Square Enix nicht zu meinen Favoriten. Das muss ich revidieren. Wow! Die neue Erweiterung wird richtig gut.
Jede gute Geschichte muss irgendwann enden
Quelle: PCGames
Dieses kleine Dörfchen durfte ich leider nicht besuchen, doch interessant sieht es allemal aus.
Ich durfte während meiner Hands-On-Session ein Pre-Release Build von Endwalker spielen, welches noch nicht die finalen Anpassungen erhielt. Sämtliche Inhalte können sich noch stark ändern. Während der Hands-On-Session gab es keine Quests oder Story-relevante Inhalte zu spielen. Wie ihr sicherlich bereits wisst, wird Endwalker den derzeitigen Handlungsstrang von Final Fantasy 14 nach elf Jahren endlich zu Ende bringen. Wenn ihr also bereits Fan der Story von FF14 seid, dann wird euch Endwalker nicht enttäuschen. Für alle, welche mit der Geschichte bisher nicht allzu viel anfangen konnten, gibt es ebenfalls gute Neuigkeiten: Mit dem ersten großen Inhalts-Patch wird eine völlig neue Handlung beginnen. Final Fantasy 14 ist noch lange nicht zu Ende und vielleicht wecken die neuen Abenteuer euer Interesse.
Als Teil der Handlung werden die Spieler übrigens auf den Mond reisen. Wer hier seltsame Sprung-Physik und mangelnden Sauerstoff befürchtet, den kann ich beruhigen: So etwas in der Art wird es nicht geben. Die Entwickler haben ähnliche Mechaniken nämlich bereits in Unterwasser-Zonen implementiert, weswegen sie es nicht für nötig hielten, das erneut zu tun. Stattdessen wollen sie, dass sich die Spieler die Frage stellen: Was genau ist eigentlich der Mond in Final Fantasy 14? Ähnlich wie Verschwörungstheorien über die dunkle Seite des Mondes im echten Leben soll hier wohl eine Art Mythos aufgebaut werden.
Weiterhin konnte ich in der Preview-Version ein einzelnes Gebiet erkunden. Die interessantesten Orte, wie ein kleines Dörfchen mitten im Meer, wurden leider von einer unsichtbaren Wand blockiert, doch alles in allem sieht die neue Zone sehr, sehr hübsch aus. Das Design-Team hat hier wirklich gute Arbeit geleistet und es gibt überall kleine - und große - Dinge zu entdecken. Natürlich sind in der Spielwelt wie immer zahlreiche Fate-Events verstreut, die ihr entweder alleine oder mit eurer Gruppe abschließen könnt.
Ich und der Reaper, ein perfektes Paar
Quelle: PCGames
Handlungsrelevante Inhalte durfte ich in meiner Hands-On-Session leider nicht erleben
Das Hauptaugenmerk der Preview-Session waren die zwei neuen Klassen Reaper und Sage. In meinem Interview mit Naoki Yoshida konnte ich einiges über den Entwicklungsprozess der beiden Klassen in Erfahrung bringen. Die Entwickler möchten mit jeder neuen Erweiterung mindestens zwei neue Jobs einbringen, weil Spieler gerne neue Klassen ausprobieren. Die meisten Leute spielen gerne DPS, weswegen Reaper eine DPS-Klasse ist. Als sie mit Shadowbringer die neue Tank-Klasse Gunbreaker einführten, gab es wohl einige Spieler, die sich lieber einen neuen Heiler gewünscht hätten. Daher wurde das Konzept des Sages auch bereits früh im Entwicklungsprozess beschlossen.
Für das Design des Reapers ging das Team auf den Wunsch der Community ein, eine Klasse mit einer großen Sense als Waffe spielen zu können. Die Community hatwohl einen sehr guten Geschmack, denn der Reaper ist eine der spaßigsten Klassen in einem MMO, die ich je spielen durfte.
Der Reaper hat ein recht simples Konzept: Man baut über verschiedene Angriffe und Debuffs eine Ressource auf, mit der man stärkere Angriffe nutzen kann. Diese stärkeren Angriffe bauen wiederum eine eigene Ressource auf, durch die man eine Transformation aktivieren kann. Hier wird es dann interessant, da sich durch die Transformation das Spieltempo um einiges erhöht. Man lässt den Avatar des Todes den eigenen Körper für eine gewisse Zeit übernehmen, wodurch man vier neue Ressourcen-Punkte erhält. Mit diesen kann man eine verstärkte Version von bestimmten Angriffen verwenden, wofür man normalerweise erst Ressourcen aufbauen müsste. Weiterhin baut jeder dieser Angriffe einen anderen Ressourcen-Punkt auf, mit welchen man einen dritten Angriff ausführen kann.
Quelle: PCGames
Durch die Transformation zum Gott des Todes verändert sich nicht nur der Spielstil, sondern auch das eigene Aussehen.
Wie ihr schon merkt, ist der Reaper ein sehr Ressourcen-intensiver Job. Im Kampf braucht es eine gewisse Zeit, bis die Klasse wirklich in Aktion tritt, diese Zeit lässt sich durch ein paar Fähigkeiten mit höherer Abklingzeit jedoch ein wenig verringern, wodurch auch Burst-Phasen gut möglich sind. Zusätzlich befinden sich einige Angriffe nicht auf dem globalen Cooldown, wodurch ein sehr spaßiges und flüssiges Spielerlebnis geboten wird.
Das Ganze wird weiterhin unterstützt von den wirklich unfassbar hübschen Animationen. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass sich die Animationen des Reapers mit denen von Black Desert Online messen können, immerhin ein deutlich jüngeres Spiel. Die Angriffe mit der Sense fühlen sich sehr wuchtig an und haben eine recht hübsche blaue Farbgebung. Weiterhin gibt es noch Aktionen, welche der Avatar des Todes ausführt. Diese zeigen sich in einem dunklen Rot-Ton, genauso wie die Angriffe, welche man in der Transformation ausübt. Man merkt sichtlich den Unterschied zwischen den "eigenen" Fähigkeiten und denen des Avatars, was einen sehr gelungenen Kontrast darstellt.
Heilen oder doch lieber Schaden verursachen? Der Sage kann beides!
DPS-Spieler werden mit dem Reaper definitiv jede Menge Spaß haben, doch genug mit der Schwärmerei über diesen Todesgott. Auch Heiler erhalten mit dem Sage nämlich eine sehr komplexe neue Klasse. Dieser ist der vierte Heiler des Spiels, weswegen sich das Team dazu entschied, diese in klassische Heiler und Barriere-Heiler zu unterteilen. Der Sage gehört letzterer Gruppe an und wurde nach dem Feedback der Heiler-Community kreiert, dass diese gerne öfter angreifen wollen.
Der Sage besitzt einen Spielstil ähnlich dem Disziplin-Priester aus World of Warcaft. Ihr könnt einen Buff auf einen Mitspieler und euch selbst setzen, wodurch eure Schadensverursachenden Fähigkeiten alle Spieler mit dem Buff heilen. Natürlich besitzt der Sage auch zahlreiche Heilzauber in seinem Repertoire und auch einige sehr mächtige Cooldowns stehen ihm zur Verfügung. Während Phasen, in denen die Gruppe nicht viel Schaden erhält, kann der Sage ohne Probleme angreifen und den derzeitigen Tank dadurch heilen. Für brenzlige Situationen besitzt er aber auch genug Power, um die Gruppe am Leben zu halten.
Quelle: PCGames
Genau wie der Reaper verfügt auch der Sage über einen sehr interessanten Spielstil.
Auch beim Sage hat das Animations-Team großartige Arbeit geleistet. Sowohl die Schadens- als auch die Heilzauber sehen fantastisch aus und je mächtiger ein Zauber, desto extravaganter die Animation. Zusätzlich besitzt der Sage eine Fähigkeit, durch die der nächste Cast bestimmter Fähigkeiten verstärkt wird. Hierdurch ändert sich auch die Animationund fühlt sich wesentlich "mächtiger" an. Ich kann es gar nicht genug betonen: Das Design-Team dieser beiden neuen Klassen hat wirklich großartige Arbeit geleistet und sowohl DPS-Spieler als auch dedizierte Heiler werden sicherlich eine Menge Spaß mit den neuen Klassen haben.
In meiner begrenzten Spielzeit konnte ich nicht jede der alten Klassen ausprobieren, doch diese haben natürlich alle ein paar neue Spielzeuge erhalten. Insgesamt kann man wohl sagen: Wenn euch eine bestimmte Klasse vor Endwalker Spaß gemacht hat, dann wird das auch nach Endwalker noch der Fall sein.
Auch im Solo-Modus warten zahlreiche Abenteuer
Quelle: PCGames
Gegen die geballte Macht von mir und meinen NPC-Kollegen hatte der Dungeon keine Chance.
In Endwalker wollen die Entwickler weiterhin das Trust-System weiter ausbauen. Dieses wurde ursprünglich implementiert, um den Spielern mehr Immersion zu bieten. Schließlich ist es ziemlich cool, einen Dungeon mit den bekannten Figuren der Handlung zu bestreiten.
Für die neue Erweiterung bekommt die K.I. einige neue Features, sodass neue Spieler die Inhalte besser erleben können. Die Entwickler möchten, dass Neulinge oder solche, die MMOs eigentlich nicht mögen, den Spaß am Genre und daran, mit anderen Spielern zusammenzuspielen, entdecken können.
Ich habe einen Dungeon der Stufe 81 mit den K.I.-Teammitgliedern des Trust-Systems abgeschlossen und es lief alles in allem ziemlich gut. Mein getreuer Gefährte Thancred erwies sich als äußerst zuverlässiger Tank, welcher sämtliche Gegner anstürmte, sobald ich in deren Reichweite gelaufen bin.
Die K.I. ist sämtlichen AOE-Flächen oder anderen Mechaniken gekonnt ausgewichen und wurde ich mal getroffen, erhielt ich sofort die nötige Heilung. Insgesamt war wohl eher ich selbst das schwächste Glied unseres Teams. Wenn ihr also nicht gerne mit anderen Spielern zusammenspielt, dann wird euch das Trust-System in Endwalker definitiv eine große Hilfe sein.
Nicht nur das Trust-System soll einige Änderungen erhalten, um es neuen Spielern einfacher zu machen. Nach der Veröffentlichung Endwalkers sollen einige neue Features implementiert werden, um Neuankömmlinge zu unterstützen. Das Entwickler-Team hat definitiv nicht damit gerechnet, dass in letzter Zeit so viele neue Spieler den Titel für sich entdecken, weswegen noch keine konkreten Pläne existieren.
Naoki Yoshida hat jedoch bereits ein paar Ideen, wie man das Spielerlebnis verbessern könnte. In meinem Interview erzählte er beispielsweise, dass alle Spieler, die in den letzten drei Monaten mit Final Fantasy 14 angefangen haben, einer Gruppe zugewiesen werden könnten, ähnlich wie in einer Schulklasse. Hierzu sollen Spieler natürlich nicht gezwungen werden. Wenn ihr das Spiel also bisher noch nicht angefangen habt, dann wird es in Endwalker wohl ein paar neue Systeme geben, die euch den Einstieg in die Welt von Final Fantasy 14 erleichtern werden.
Ein guter Abschluss sorgt für den perfekten Anfang
Insgesamt wird Endwalker wohl ein sehr episches Erlebnis und es wird zusätzlich einige Änderungen geben, um das Spiel für die nächsten 10 Jahre bereit zu machen, wie Yoshida erklärte. Schließlich startet mit Patch 6.1 wie bereits erwähnt ein völlig neues Abenteuer für Spieler. Hierfür wird beispielsweise ein Stat-Squish eingeführt, da die Chance für Bugs mit zu hohen Werten wesentlich erhöht wird.
Quelle: PCGames
Mit Endwalker dürfen Spieler nun endlich auch männliche Viera spielen.
Weiterhin sollen der Unterschied der Attribute von Ausrüstung zwischen Stufe 50 und Stufe 80 und die benötigten Erfahrungspunkte für einen Stufenaufstieg reduziert werden. Die Entwickler haben sich einige Gedanken gemacht, wie sie das Grundgerüst des Spiels verbessern können, sodass bei zukünftigen Erweiterungen keine Probleme auftreten werden und ihr werdet bei eurem ersten Betreten der Welt viele Dinge anders vorfinden als vor der Erweiterung. Endwalker wird mit sechs riesigen neuen Gebieten, neuen Raids, Dungeons, Ausrüstung, Rezepten, und vielem mehr die größte Erweiterung des Spiels, welche laut Yoshida sogar mehr Inhalte bieten soll als ein modernes Rollenspiel!
Wenn ihr also bisher noch nicht in den Genuss des Spiels gekommen seid, dann ist die Veröffentlichung von Endwalker definitiv ein guter Zeitpunkt, um dem Titel eine Chance zu geben. Alle, die das MMO bereits für sich entdeckt haben, werden auch mit Endwalker sicherlich sehr zufrieden sein.
