Ein Lalafell auf Reisen - Square Enix veranstaltete ein Event zu FFXIV: A Realm Rebron und stellte die Playstation-4-Version vor. Producer Naoki Yoshida war ebenfalls mit von der Partie und erklärte uns in Hamburg, welche Vorzüge die PS4-Version hat und warum er im PvP so schwer zu treffen ist.
Wir haben in Hamburg eine knappe Stunde lang den Executive Producer von FFXIV: A Realm Reborn mit unseren Fragen gelöchert. Warum er im PvP am liebsten Lalafell spielt, wie viele Spieler FFXIV in fünf Jahren haben soll und warum Square Enix auch kein Problem mit Free2Play hat, verriet uns Yoshida-San in einer lockeren Plauderrunde.
buffed: Du bist seit Dezember 2010 an Bord. Was war das Schwierigste für dich an der Entwicklung von A Realm Reborn?
Yoshida: Für uns war eigentlich das größte Problem, dass unsere Fans das Vertrauen in den Namen Final Fantasy verloren hatten. Das müssen wir jetzt Schritt für Schritt zurückgewinnen. Außerdem war die Grundlage, die das vorhergehende Entwicklerteam hinterlassen hatte, nicht sehr geeignet, um A Realm Reborn zu erschaffen – wir mussten quasi alles neu machen.
Quelle: Square Enix
Yoshida übernahm im Dezember 2010 die Entwicklung von FFXIV.
buffed: Warum gibt es in Europa eigentlich vergleichsweise weniger FFXIV-Spieler als in den USA oder Japan? Haben die Leute etwas gegen ein japanisches MMO?
Yoshida: (lacht) Ehrlich gesagt kann ich mir
das auch nicht erklären. Ich denke, wir haben ein Spiel geschaffen, das mit westlichen MMORPGs mithalten kann. Was denkst du denn, woran es liegt?
buffed: Meiner Meinung nach hat FFXIV ja all das, was ein westliches MMO auch hat – nur die Optik ist anders. Es ist wohl das Design. Welche Spiele haben dich und dein Team eigentlich inspiriert?
Yoshida: Findest du, europäische Spieler mögen das Design von asiatischen Spielen nicht?
buffed: Nicht alle, einige lehnen es aber aufgrund der übertriebenen Niedlichkeit und des Manga-Looks ab.
Yoshida: (lacht) Na ja, es gibt auch in Japan Spieler, die andere Spiele als nur solche mit "Niedlichkeit" spielen. Ich war etwa sechs Jahre Hardcore-Spieler in Dark Age of Camelot und in der Weltrangliste ganz oben mit dabei. Ich hab auch alle anderen großen MMORPGs gespielt wie Ultima Online, Everquest 1&2, WoW, Guild Wars 2 – aber eben auch asiatische wie Tera und Aion. Ich habe alle sehr gemocht und mich von allen guten Aspekten in diesen Spielen für FFXIV inspirieren lassen.
buffed: Das PvP ist im Vergleich zu DAoC aber noch sehr ausbaufähig. Bislang gibt's nur Deathmatch und unfaire Kämpfe. Was habt ihr für PvP-Spieler in Zukunft geplant?
Yoshida: Mit einem der kommenden Updates bringen wir Frontline-PvP ins Spiel. Dort werden sich deutlich mehr Spieler gegenüberstehen und um Gebiete und Türme kämpfen. Die Wolfshöhle (Anm. d. Red.: Das bisher verfügbare Arena-PvP-Gebiet.) sollte eher eine Art Übungsplatz für die Spieler sein. PvP in Final Fantasy ist etwas Neues und nicht jeder Fan ist damit vertraut. Außerdem soll Matchmaking unfaire Begegnungen verhindern. PvP liegt mir als alter DAoC-Veteran sehr am Herzen.
buffed: Gilt das auch für das Housing? In den Foren tobte aufgrund der überzogenen Preise für die Behausungen ein mächtiger Shitstorm. Habt ihr damit gerechnet?
Yoshida: Um ehrlich zu sein: Ja, damit haben wir gerechnet. Wir planen demnächst, die neuen Server für Legacy-Spieler zu öffnen. Da die sehr viel mehr Gil (Anm. d. Red.: Ingame-Währung) in den letzten drei Jahren angehäuft haben als die neuen Spieler, haben wir nach einer Möglichkeit
Quelle: Square Enix
buffie Maria Beyer mit Yoshida: Sympathischer Typ.
gesucht, wie wir den Spielern diese wieder abnehmen können. Deswegen mussten wir die Housing-Preise auf den alten Servern so hoch ansetzen. Allerdings haben wir bereits damit angefangen, die Preise gestaffelt zu senken. Ich glaube, vor der Öffnung der neuen Server war das unsere letzte Chance, den Veteranen die Gil aus der Tasche zu ziehen. (lacht)
buffed: Wo siehst du FFXIV in fünf Jahren und welche Lebenszeit erwartet ihr?
Yoshida: Das ist schwierig zu beantworten. Ich persönlich würde mir mindestens zehn Jahre wünschen, in denen ich weiterhin am Spiel arbeiten kann. Und in fünf Jahren? Ich glaube, fünf Millionen Spieler weltweit zu haben, ist ein erstrebenswertes Ziel. 1,8 Millionen aktive Spieler haben wir ja bereits.
buffed: Und danach? Ist FFXIV das finale Online-Final-Fantasy?
Yoshida: (lacht) Ich glaube, man sollte nie ausschließen, dass es wieder ein neues Online-
Spiel zu Final Fantasy geben wird.
buffed: Fünf Millionen Spieler zu haben, das ist ein ehrgeiziges Ziel. Wie wollt ihr das erreichen?
Yoshida: Natürlich wollen wir unsere Basis in Europa, den USA und in Japan weiter stärken. Aber wir werden FFXIV auch noch in anderen Ländern veröffentlichen. Im Sommer 2014 ist die Veröffentlichung in China geplant. Auch Russland und der mittlere Osten stehen auf dem Programm. Ich hoffe, wir werden auch dort Spieler begeistern können.
buffed: Was für ein Bezahlmodell hat die chinesische Version?
Yoshida: Wir arbeiten in jedem Land mit verschiedenen Vertriebspartnern zusammen. In China wird das Shanda sein. In den Ländern, in denen FFXIV bereits erhältlich ist, wird es keine Änderungen bezüglich des Abo-Modells geben. In Ländern wie Russland, in denen das Abo-Modell nicht existent ist, macht es für uns natürlich keinen Sinn, den Spielern eine Monatsgebühr aufzuzwingen. Ähnlich wird es in China sein. Wir lassen uns beraten und nutzen dann Bezahlmodelle, die in den jeweiligen Ländern funktionieren.
buffed: Abschließend: Welche Klasse und Volk spielst du?
Yoshida: Nun ja, das ist ganz einfach. Ich spiele Lalafell-Marodeur und -Schwarzmagier. Warum? Eine einfache Antwort: Als PvP-Fan mag ich die Kleinen, weil die so schwer zu treffen sind in Kämpfen. (lacht)
