Test zu Filament: Puzzle-Spaß, der all eure Gehirnzellen in Anspruch nimmt
Test
Schwer, schwerer, am schwersten - und dann kommt irgendwann Filament: Das Rätselspiel des noch jungen Entwicklerstudios Beard Envy hat es wirklich in sich. Wer seine Rübe mal wieder ordentlich fordern will, ist hier genau richtig. Doch bringt die Knobelei, neben Zweifeln an den eigenen kognitiven Fähigkeiten, auch Spaß mit sich? Wir haben das Puzzlespiel für euch getestet.
Filament ist das erste Projekt des Entwicklerstudios Beard Envy. Das Team besteht lediglich aus zwei Game Artists und einem Visual Effects Artist, die sich letztes Jahr dazu entschlossen haben, gemeinsam Spiele zu entwickeln und, wie der Name schon verrät, eine Vorliebe für Bärte hegen. In Kooperation mit dem Herausgeber Kasedo Games ist es den drei Bartliebhabern am 23. April gelungen, das Puzzlespiel auf Steam zu veröffentlichen.
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In den Rätseln übernehmt ihr die Kontrolle über einen Roboter, der sich von Level zu Level arbeitet und dabei immer kniffligere Lösungswege finden muss.
Schnurstracks zum Ausgang
Quelle: PC Games
Die Terminals müssen einzeln aktiviert werden, damit die Stromzufuhr wiederhergestellt wird.
Euer Roboter ist mit einer Art Energieschnur am Startpunkt jedes Levels befestigt. Ziel ist es, mithilfe der endlos langen Schnur diverse Objekte - meist hochkant stehende Säulen - mit Energie zu versorgen. Dafür ist es erforderlich, dass euer "Stromkabel" direkten Kontakt zu den einzelnen Säulen hat. Das mag sich im ersten Moment nicht allzu kompliziert anhören, allerdings könnt ihr die Schnur selbst nicht mit eurem Roboter passieren. Ihr müsst euren Weg immer vorausschauend planen, sonst blockiert ihr versehentlich Objekte mit eurer Leitung und könnt diese deshalb nicht mehr aktivieren. Hinzu kommt, dass es nicht ausreicht, alles mit Energie zu versorgen. Ihr müsst daraufhin auch noch die Tür zum nächsten Level passieren, die nur geöffnet ist, solange die Energiezufuhr aller Objekte aufrechterhalten wird.
Nicht selten steht ihr bereits im Scheinwerferlicht der geöffneten Tür und seid trotzdem noch meilenweit von der wirklichen Lösung entfernt. Während des Spielverlaufs kommen zudem noch mehr Mechaniken hinzu, die euch noch zusätzlich zum Grübeln bringen. Beispielsweise gibt es eine Säule, welche die Energiezufuhr eurer Schnur kappt und deswegen umgangen werden muss, und farbig markierte Säulen, die unbedingt hintereinander aktiviert werden müssen. Filament zögert auch nicht, nach kurzer Einführung den Schwierigkeitsgrad für die neu vorgestellten Puzzle-Elemente dramatisch hochzuschrauben.
Grübeln, grübeln und noch mehr grübeln
Quelle: PC Games
Das Forschungsschiff kann von euch nach belieben erkundet werden.
Wer sich Filament kaufen will, sollte auf anspruchsvollen Denksport eingestellt sein. Auch wenn die Levels zu Beginn des Spiels noch harmlos erscheinen, so steigt die Komplexität in kürzester Zeit extrem an. Häufig ähnelt der Denkprozess einer Partie Schach, in der man viele Schritte im Voraus planen muss. Idealerweise sucht ihr zu Beginn erst mal zwei bis drei Säulen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil des finalen Lösungsweges sind. Wer gleich vom Start an versucht, das gesamte Level zu lösen, verliert schnell die Übersicht und verbringt auch gut und gerne mal 30 Minuten damit, die Lösung zu finden. Auch ein Trial&Error-Vorgehen funktioniert nur bedingt, weil es bereits früh im Spiel schon zu viele Möglichkeiten gibt, als dass durch bloßes Herumprobieren ein Erfolg erzielt werden kann.
Bezüglich des Verhinderns von zu vielen Neuversuchen ist die Sonderkamera euer hilfreichstes Werkzeug. In dieser senkrechten Draufsicht könnt ihr den gesamten Raum einsehen und behaltet dabei leichter die Übersicht. Einziges Manko daran ist, dass ihr euren Roboter in dieser Kameraeinstellung nicht bewegen könnt.
Mehr als nur ein Puzzle?
Quelle: PC Games
Häufig steht man kurz vor dem Ende, nur um festzustellen, dass die Lösung doch in weiter Ferne liegt.
Die Prämisse von Filament ist, dass ihr an Bord des Forschungsraumschiffes Alabaster seid. Eine Störung sorgt für die Abriegelung des Schiffes und das Verschwinden der Besatzung. Wacholder - die angeschlagene Pilotin - ist das einzige Besatzungsmitglied, welches nicht verschwunden ist. Ihr steuert Wacholder durch das verlassene Forschungsschiff und versucht herauszufinden, was mit der Crew passiert ist. Zudem muss überall die Energiezufuhr reaktiviert werden, was durch eine Art Hacking-Prozess, eben die Puzzles, erfolgt. Auch wenn sich niemand auf eine außergewöhnliche Story einstellen sollte, so sorgt die Erkundung des Raumschiffs trotzdem für die eine oder andere interessante Entdeckung.
Zusätzlich gibt es auch viele Collectibles auf der Albaster, die euch noch mehr zu den Hintergründen der Geschichte verraten und auch eigene Rätsel in petto haben. Wer nur Interesse an den Puzzles hat, der muss sich auch nicht mit der Story "herumschlagen". Die einfachsten Levels der verschieden Puzzle-Arten sind immer freigeschaltet und nach erfolgreicher Absolvierung könnt ihr euch direkt auf die schwierigen Exemplare stürzen. Falls ihr also irgendwo nicht weiterkommt, dann gibt es im Raumschiff genug andere Puzzle-Typen zur Auswahl, über die ihr euch den Kopf zerbrechen könnt. Falls ihr also mal wieder Bock habt, eure Gehirnzellen so richtig zu fordern, solltet ihr das Spiel definitiv ausprobieren. Solange ihre eure Ambitionen zur Lösungsgeschwindigkeit nicht allzu hochschraubt, hat Filament echtes Suchtpotenzial.
