Blei im Körper, rote Spritzer an der Wand -- endlich gibt's wieder erstklassigen Nachschub für Shooter-Fans!
Herausragendes Merkmal von "F.E.A.R." ist die tolle Künstliche Intelligenz. Selten haben wir Computer-Bösewichter überlegter vorgehen sehen als diese feindlichen Soldaten. Ihre Widersacher sind schwer aus der Deckung zu locken und geben sich gegenseitig Feuerschutz.
Dabei sind die Jungs ständig in Bewegung, springen über Geländer oder werfen auch mal ein Regal zu Boden, um sich dahinter zu verstecken. In einigen Situationen werden Sie sogar eingekreist und unverhofft von hinten attackiert. Die Kämpfe gestalten sich dadurch insgesamt extrem fordernd.
Neben dem Einsatz des Zeitlupen-Features ist es hilfreich, den taktischen Kommandos des Feindes zu lauschen. So werden Sie unfreiwillig vor Granaten gewarnt oder können sich auf ein Vorrücken der Truppen einstellen. Leider kämpfen Sie die meiste Zeit gegen dieselben Arten von Gegnern. Es vergeht einige Zeit, bis Sie auf getarnte Assassin, dick gepanzerte Assault-Trooper oder fliegende Ballerdrohnen treffen.
Die ersten Widersacher bearbeiten Sie noch mit Standardwummen wie MP und Schrotflinte. Später schnallen Sie sich Nettigkeiten wie Nagel- oder Plasma-Gewehr auf den Rücken. Da Ihr Buckel aber nicht unendlich breit ist, dürfen Sie nur drei Waffen gleichzeitig mitschleppen. Granaten, Tretminen und Haftbomben mit Fernzünder laden zu blutigen Sauereien ein.
Die Grafik ist von schwankender Qualität: Während Fabrik- und Kellerabschnitte mit schönen Texturen sowie herrlichen Licht- und Schattenspielereien glänzen, enttäuschen die karg gestalteten Büro-Levels. Ein optisches Highlight ist der Zeitlupen-Modus, bei dem der Bildrand von einem Farbschleier umgeben ist.
Die so effektvoll dargestellten Schusswechsel, brachialen Explosionen und Ragdoll-Zuckungen sind ein wahrer Augenschmaus. Auch schön: Im heftigen Kampfgetümmel fliegen Mobiliar und Mauerstücke durch die Gegend und das Schlachtfeld ist in dichte Rauchschwaden gehüllt.
Während der spaßigen Multiplayer-Gefechte haben uns ganz besonders die Slow-Motion-Modi gefallen. Dabei schnappt sich ein Mitspieler das Zeitlupen-Extra und aktiviert es bei Bedarf.
FAZIT: Halleluja, endlich mal wieder ein vorzeigbarer Ego-Shooter! Die unvergleichlich realistischen und effektreichen Gefechte motivieren extrem. Zusätzlich sorgt die zerstörbare Umgebung für authentische Baller-Atmosphäre. Schade nur, dass die Levels und Aufgaben zu wenig Abwechslung bieten. Auch von der Story und den Schockmomenten hatten wir uns doch etwas mehr erwartet -- siehe "Silent Hill". Trotzdem sollten Fans fordernder Actionspektakel die rund 15 Stunden als Elitesoldat auf gar keinen Fall verpassen.
