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Far: Lone Sails im Test - Das atmosphärisches Adventure mit einem Hauch Melancholie

Viele Spiele heutzutage - vor allem im Indie-Bereich - setzen gerne auf 2D-Optik. Auch das junge Entwicklerteam aus der Schweiz, Okomotive, hat sich daran orientiert und diese Ansicht für ihr erstes Spiel verwendet. Auf einer langen Reise in einem vom Steampunk inspirierten Gefährt geht es durch ein trostloses Ödland. Was ist dort passiert? Und wo geht die Reise hin? Im Test zu Far: Lone Sails wollen wir diesen Fragen mal auf den Grund gehen.
Paula Sprödefeld
Quelle: PC Games

Habt ihr euch auch schon einmal gedacht, ihr wollt eure Sachen packen und einfach mal weg, ganz alleine, durch die Welt reisen? Genau das macht ihr in Far: Lone Sails, aber mit einem kleinen Twist. In dem postapokalyptischen Fahrzeug-Adventure, wie es die Entwickler betiteln, tuckert ihr nämlich durch ein brachliegendes Ödland, wunderschön monochrom und trostlos. Die Schweizer Entwickler Okomotive haben mit Far: Lone Sails eine emotionale, audiovisuelle Geschichte geschaffen. Das Adventure ist am 17. Mai 2018 für den PC erschienen, Konsolenversionen sollen noch folgen.

Far: Lone Sails im Test - Auf weiter, trockener See

Obwohl die Spielfigur ein kleiner, in rot gekleideter Charakter ist, dürfte der Protagonist des Spiels wohl das große Fahrzeug sein, mit dem ihr euch in Das Innere des Gefährts wirkt erstmal wirr, aber schnell habt ihr den Dreh raus, wie alles funktioniert. Quelle: PC Games Das Innere des Gefährts wirkt erstmal wirr, aber schnell habt ihr den Dreh raus, wie alles funktioniert. Side-Scroller-Manier durch die Welt bewegt. Eure Aufgabe ist es nämlich, das Gefährt immer am Laufen zu halten. Es gibt diverse Knöpfe und Hebel, die sich von dem größtenteils grauen Hintergrund rot absetzen. Ihr reguliert Geschwindigkeit, setzt Segel, löscht Brände, repariert kaputte Knöpfe und tankt Energie nach. Dazu findet ihr immer wieder kleine Items, die sich ebenfalls durch ihre rote Farbe hervorheben. Trotz Zoomfunktion ist es aber oft schwer zu erkennen, was ihr da gerade auflest. Da Far: Lone Sails keine Tutorial hat, sondern einfach beginnt, führt das zu Anfang ein wenig zu Verwirrung, da ihr nicht wisst, ob ihr die Items später vielleicht für etwas anderes braucht. Denn Far: Lone Sails ist nicht nur eine Reise durchs Brachland, ihr müsst ab und zu auch euren Hirnschmalz benutzen. Jedes Mal, wenn ihr den Bogen raus habt - oder das zumindest denkt - und fast schon eine Multitasking-Routine entiwckelt habt, um euer Fahrzeug am Laufen zu halten, kommt euch etwas in die Quere. Meist sind das Gebäude oder Mauern und ihr müsst die richtigen Knöpfe drücken, um voranzukommen. Dabei wirken diese Rätsel nie langweilig oder repetitiv, sie bereichern das Spiel eher, lockern den Verlauf. Nach manchen Lösungen bekommt ihr sogar ein neues Teil für euer Gefährt, beispielsweise das Segel oder ein Modul, mit dem das Schiff automatisch Items aufliest. Praktisch, so müsst ihr nicht jedes Mal bremsen, das Fahrzeug verlassen und das Item händisch auflesen.

Far: Lone Sails im Test - Allein aber nicht einsam

Während ihr also durch diese monochrome, verlassene Welt rollt, wächst die emotionale Bindung. Aber nicht, wie ihr vielleicht denkt, zu dem kleinen Es lohnt sich, auf den Hintergrund zu achten. Dort offenbart sich eine verlassene Welt. Aber warum? Quelle: PC Games Es lohnt sich, auf den Hintergrund zu achten. Dort offenbart sich eine verlassene Welt. Aber warum? Spielcharakter, sondern zum Schiff selbst! Ihr fühlt euch verantwortlich, seid bedrückt, wenn ihr irgendwo dagegen fahrt und das große Ding kaputt geht. Auch die Wetterverhältnisse lassen euch nicht davon kommen. Hagel und Blitzeinschläge malträtieren das Gefährt, das ihr dann reparieren müsst. Aber wenn ihr in ruhigen Momenten den Blick vom Schiff auf die Hintergründe schweifen lasst, erkennt ihr, dass mit der Welt etwas sehr Schlimmes passiert sein muss. Die Ozeane sind ausgetrocknet, riesige Dampfer gestrandet, Häuser verlassen, Gebäude eingestürzt. Und obwohl ihr alleine seid, fühlt es sich nie einsam an. Das Schiff ist euer Gefährte und die nächtlichen Geräusche lassen auch darauf schließen, dass diese Welt nicht ausgestorben ist.

Far: Lone Sails im Test - Atmosphäre pur

Die Musik - geschrieben von Joel Schoch und aufgenommen von einem kleinen Orchester - untermalt die Atmosphäre des Spiels noch zusätzlich. Und das ist es auch, was Far: Lone Sails ausmacht. Das atmosphärische Design, die perfekt zur postapokalyptischen Steampunk-Welt passt und die wunderschöne Musik, die das Ganze noch verstärkt, machen Far: Lone Sails zu einem interessanten Erlebnis. Die drei bis vier Stunden Spielzeit vergehen wie im Flug und das Ende des Spiels kommt recht abrupt und unerwartet, aber keineswegs auf schlechte Weise!

Far: Lone Sails im Test - Voller Liebe und Details

Was kann also über Far: Lone Sails zusammenfassend gesagt werden? Entwickler Okomotive hat mit seinem ersten Spiel direkt ins Schwarze Die Details sind umwerfend. Quelle: PC Games Die Details sind umwerfend. getroffen. Ein Spiel für jedermann ist es nicht, das ist ganz klar. Aber das Gameplay ist interessant, abwechslungsreich und andersartig, die postapokalyptische Welt ist glaubhaft, mysteriös und mit dem monochromen Design wirklich passend gestaltet. Die Musik ist rührend und die leise Melancholie, die Far: Lone Sails ausstrahlt ist, bemerkenswert. Es ist offensichtlich, dass das sechsköpfige Team mit viel Herzblut an sein erstes Spiel gegangen ist und so wie das Ende sich angefühlt hat, ist eine Fortsetzung von Far: Lone Sails nicht einmal so unwahrscheinlich.

Metacritic bewertet das Spiel mit 79%.

Far: Lone Sails im Test - Fazit und Wertung

Meinung
  • Avatar Paula Sprödefeld Mitglied „Eine atmosphärische Reise durch eine trostlose Welt. Wunderbar ruhig und entspannend." Ich muss zugeben, als ich anfing Far: Lone Sails zu spielen, war ich etwas verwirrt. Ohne jegliche Erklärung war ich plötzlich in Gestalt der kleinen rotgekleideten Spielfigur bei einem ausgedörrten Baum und betrachtete ein kleines Bild. Eine Beerdigung? Wer weiß. Dann ging es los in meinem rieisigen Gefährt und obwohl die postapokalyptische Welt durchaus sehr trostlos und traurig wirkt – nicht zuletzt aufgrund der entsättigten Landschaft – fühlte ich mich doch recht behaglich. Als ich einmal den Dreh raus hatte, wie und wann die ganzen kleinen Knöpfchen zu drücken sind, konnte ich einfach dahingleiten und mich der großartigen Musik hingeben. Far: Lone Sails fühlt sich an wie ein entspannter Tag mit einem Buch im Garten. Einfach die Seele baumeln lassen. Okay, bis dann ein Hindernis kommt und ein Rätsel gelöst werden will. Die sind zwar nicht anspruchslos, aber auch nicht unfair und schon geht die Reise weiter, vielleicht mit einem neuen Modul. Far: Lone Sails hat mich mit seiner starken Atmosphäre begeistert und der leisen Geschichte, die zwar nicht direkt erzählt wird, aber wie die gestrandeten Schiffe und verlassenen Gebäude am Horizont mitfährt.

Far: Lone Sails (PC)

Wertung:

8.0/10
Pro & Contra
Großartige AtmosphäreWunderschöne MusikEmotionale BindungMonochromes Design passend zum postapokalyptischen ÖdlandInteressantes GameplayRätsel nicht zu repetitivKeine unlösbaren Aufgaben
Zu kleine Darstellung trotz ZoomKaum Erklärungen, kein TutorialTeils zu einfache RätselWenig Story
Fazit

Für Freunde von Spielen ohne Kämpfe und mit einer großartigen Wirkung absolut empfehlenswert.

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