Far Cry 6 im Test: Spielerisch keine Revolution, aber ein gelungenes Guerilla-Abenteuer

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Far Cry 6 im Test: Spielerisch keine Revolution, aber ein gelungenes Guerilla-Abenteuer
Quelle: PC Games

Von Montana in die Karibik, vom religiösen Sektenführer zum blutrünstigen Diktator. Mit neuem Schauplatz und Bösewicht will das neue Far Cry die Shooter-Serie wieder zu alter Stärke zurückführen. Wir haben Far Cry 6 viele Stunden lang ausführlich getestet und erklären euch nun, warum das Spiel vieles richtig macht, aber doch wenig Neues wagt.

Wenn von Far Cry die Rede ist, weiß man als Spieler in der Regel sehr genau was man bekommt. Seit die Spieleserie von Ubisoft entwickelt wird, folgen die Spiele einem bestimmten Muster, das bereits als Far-Cry-Formel ein geflügelter Begriff geworden ist. Und doch versprechen die Macher mit jeder Ausgabe Neuerungen, die den Titel aus dem gewohnten Trott ausbrechen lassen. So auch im Vorfeld der Veröffentlichung von Far Cry 6.

Ein Reboot, wie ihn sich manche vielleicht schon gewünscht haben, ist es am Ende nicht geworden. Auch der sechste Teil bietet dem Spieler im Großen und Ganzen das, was er von einem Far Cry erwartet. Und doch gelingt es den Entwicklern zumindest punktuell die Pfade der Formel zu verlassen und einige Altlasten zu entsorgen. Wirklich bahnbrechende Neuerungen gibt es aber nicht. Eine Revolution sollte also keiner erwarten ... wobei, doch, das ist ja genau das, worum es in Far Cry 6 (jetzt kaufen 59,99 € / 53,99 € ) geht.

El Presidente Brutal

Schauplatz ist diesmal der fiktive Inselstaat Yara in der Karibik, der vom skrupellosen Diktator Anton Castillo beherrscht wird. Mit seiner Architektur, der spanisch sprechenden Bevölkerung und den zahlreichen Oldtimern auf den Straßen erinnert Yara stark an Kuba. Allerdings gibt es auch deutliche Unterschiede. Diktator Castillo ist kein Kommunist, sondern eher ein Faschist, der seine Bevölkerung mit äußerster Brutalität unterdrückt. Als Antagonist unterscheidet er sich damit auch erfreulich angenehm von den bisherigen Gegenspielern der Far-Cry-Reihe. Vaas (FC3), Pagan Min (FC4) und Joseph Seed (FC5) waren alle auf eine Art und Weise von einem inneren Wahnsinn getrieben.

Anton Castillo ist kein Wahnsinniger wie seine Vorgänger, sondern schlicht ein absolut brutaler Autokrat, unter dem sogar sein Sohn zu leiden hat. Quelle: PC Games Anton Castillo ist kein Wahnsinniger wie seine Vorgänger, sondern schlicht ein absolut brutaler Autokrat, unter dem sogar sein Sohn zu leiden hat. Anton Castillo dagegen ist ein Mann mit klarem Verstand und dem unbeirrbaren Glauben das Richtige und Beste für sein Land zu tun. Diese Zielstrebigkeit setzt er jedoch mit äußerster Brutalität um. Er will Yara in ein Paradies auf Erden verwandeln. Wenn der Weg dorthin mit Leichen gepflastert sein muss, dann ist das eben so. Das bekommt auch Protagonist Dani Rojas am eigenen Leib zu spüren. Der wahlweise männliche oder weibliche Held wider Willen ist zunächst eigentlich nur ein Bürger Yaras, der dem brutalen Regime entkommen will. Die Flucht nach Amerika geht aber natürlich gründlich in die Hose und so landet Dani in den Armen von Clara Garcia und der Guerilla-Bewegung La Libertad.

Deren unerbittlichen Kampf gegen das Regime von Diktator Anton Castillo kann sich der Protagonist nicht lange entziehen. Die sich entspinnende Handlung ist für Far-Cry-Verhältnisse sehr ordentlich und teilweise sogar recht düster. Man lernt viele interessante Charaktere kennen, einige davon schließt man sogar ins Herz, aber der Guerilla-Kampf ist erbarmungslos und Verluste unvermeidlich. Im Mittelteil des Spiels leidet die Story unter dem üblichen Open-World-Problem, dass es zu Hängern und Längen in der Erzählung kommt. Yara ist in drei große Gebiete unterteilt, in den jeweils andere Gruppierungen mit ihren eigenen Mitteln gegen das Regime kämpfen. Danis Aufgabe ist, all diese Widerstandskämpfe unter dem Banner von La Libertad zu vereinen.

Protagonist Dani Rochas ist nicht mehr nur ein stummer Beobachter, wie seine Vorgänger, sondern nimmt aktiv an der Handlung teil. Quelle: PC Games Protagonist Dani Rochas ist nicht mehr nur ein stummer Beobachter, wie seine Vorgänger, sondern nimmt aktiv an der Handlung teil. Die Rolle des Protagonisten ist dabei deutlich besser als in den früheren Spielen in das Geschehen integriert. Dani ist kein stummer Zuschauer mehr, sondern nimmt aktiv an der Handlung teil. Dazu verlässt man in Zwischensequenzen nun auch die First-Person-Ansicht und kann das Geschehen samt Dani von außen beobachten. So schafft es Far Cry 6 hervorragend die Gefühlswelt des Protagonisten deutlich darzustellen. Das ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass es der Story gelingt, nicht nur ein simples Schwarz und Weiß, Diktator gegen Widerstand zu zeichnen. Das wird gut durch die verschiedenen Guerillagruppen deutlich. Die Legenden von 67 sind zum Beispiel ein Haufen alter Rebellen, die vor Jahrzehnten eine Revolution gegen Anton Castillos Vater geführt haben. Diesen konnten sie zwar stürzen, aber schließlich führte das korrupte und kaputte System dazu, dass Jahre später das Land erneut in die Hände der Castillos gefallen ist. Mit solchen Erfahrungen blickt man ganz anders auf den aktuellen Widerstand als zum Beispiel die junge Rebellengruppe La Moral.

So zeigt sich im Verlauf der Handlung auch, dass die meisten der Guerillas keine so rechte Antwort auf die berechtigte Frage von Diktator Castillo haben, was denn nach ihm kommen solle. Nun gewinnt die Handlung sicher keinen Innovationspreis, es ist aber erfreulich, dass die Story mehr Tiefgang zu bieten hat, als man es von der Reihe eigentlich gewohnt ist. Nur das Ende fällt dann leider etwas unbefriedigend aus. Rennen zu Land, Wasser und in der Luft gehören zu den abwechslungsreichen Nebenbeschäftigungen. Quelle: PC Games Rennen zu Land, Wasser und in der Luft gehören zu den abwechslungsreichen Nebenbeschäftigungen.

Welt voller Möglichkeiten

Insgesamt nimmt die Geschichte im Spiel eine höhere Stellung ein, was unter anderem auch an der Umsetzung der offenen Spielwelt liegt. Die Entwickler scheinen sehr viel Wert darauf gelegt zu haben, dass man sich nicht unnütz in den vielfältigen Gebieten von Yara verliert, wenn man das nicht möchte. Anders als bisher gewohnt ist die Karte von Anfang an komplett aufgedeckt. Das lästige Erklimmen von Türmen entfällt also. Nun wird man auf der völlig sichtbaren Karte aber nicht von Icons erschlagen, wie man es eigentlich aus vielen Ubisoft-Spielen gewohnt ist. Stattdessen sind nur wenige Orte wie das eigene Hauptquartier und die nächsten Missionsziele eingezeichnet.

Um interessant Orte der Spielwelt aufzudecken, können wir zum Beispiel Hinweise von NPCs entgegennehmen. Quelle: PC Games Um interessant Orte der Spielwelt aufzudecken, können wir zum Beispiel Hinweise von NPCs entgegennehmen. Andere Markierungen für Militärbasen, Checkpoints, Kisten, Nebenquests, Schatzsuchen und diverse andere Nebenbeschäftigungen werden erst durch eigene Entdeckung eingetragen. Alternativ lassen sich Hinweise in der Spielwelt in Form von Plakaten, Notizen oder Informanten einsammeln, die nach und nach interessante Objekte auf der Karte freischalten. Wer seine Karte also nicht überfrachten will, kann darauf verzichten diese Hinweise einzusammeln. Dadurch agiert man deutlich organischer innerhalb der Spielwelt und ist nicht nur dabei ein Kartensymbol nach dem anderen abzuklappern.

Natürlich gibt es trotzdem jede Menge Nebenbeschäftigungen. Angel- und Jagdgebiete laden zum Freizeitsport ein, Stützpunkte der yaranischen Armee wollen erobert, Schätze gefunden und Rennen gewonnen werden. Das meiste davon ist jedoch optional und wird einem wie erwähnt vom Spiel nicht auf die Nase gebunden. Dass der Spieler sich auf seine Geschichte konzentrieren soll, wird auch durch das Fehlen jeglicher Form von Komplettierungsstatistik deutlich. Keine Anzeige, wie viel Prozent des Spiels abgeschlossen wurde, keine Statistik über die Zahl der erledigten Nebenaufgaben. Als wollten die Entwickler sagen: Geht einfach raus und habt Spaß.

Chaos liegt in unserer Hand

Die Welt von Yara selbst ist den Entwicklern wieder einmal hervorragend gelungen. Beim Bau einer stimmigen Spielwelt macht Ubisoft so schnell keiner etwas vor. Die Hauptinsel von Yara ist riesig und hat trotz des bekannten karibischen Settings einiges an Abwechslung zu bieten. Der Westen Auf verschlungen Guerilla-Pfaden ist das Pferd häufig das beste Transportmittel. Quelle: PC Games Auf verschlungen Guerilla-Pfaden ist das Pferd häufig das beste Transportmittel. der Insel ist landwirtschaftlich mit gewaltigen Tabakplantagen geprägt. Im Zentrum dominieren Mangrovensümpfe an der Küste sowie zerklüftete Canyons im Landesinneren. Im Südosten erstrecken sich hohe Berge bedeckt mit tropischem Regenwald und Schwerindustrie entlang der Küsten. Mit der Hauptstadt Esperanza im Norden verfügt das Spiel erstmals in der Seriengeschichte auch über eine richtig große Metropole.

Die Landschaften sind dabei schick anzuschauen und besonders bei schönen Lichtstimmungen wie Sonnenuntergängen oder schummrigen Nebelwetter kommt Atmosphäre auf. Die optische Darstellung bietet allerdings auch nichts, was man nicht schon mal gesehen hat. Im Vergleich zu den beiden Vorgängern wurde die Dunia-Engine kaum merklich weiterentwickelt. Für Next-Gen muss da im Nachfolger ein deutlicherer Schritt nach vorne gemacht werden.

Gut ist auf jeden Fall, dass sich die Entwickler vom absolut übertriebenen Chaosfaktor der Vorgänger verabschiedet haben. In Far Cry 5 und New Dawn konnte man meist keine fünf Meter gehen, ohne in irgendein Scharmützel mit Gegnern oder der aggressiven Tierwelt verstrickt zu werden. Meist kamen gleich mehrere Dinge zusammen. Das wurde glücklicherweise drastisch reduziert.

Teilweise hat man es auch selbst in der Hand, wie chaotisch die Spielwelt für einen selbst wird. Stecken wir zum Beispiel unsere Waffen weg, können wir uns relativ frei bewegen. Wenn wir nicht gerade eine Sperrzone betreten, lassen uns Soldaten in der Regel in Ruhe. Nur wenn wir uns zu lange in ihrer Nähe aufhalten, schöpfen die Gegner allmählich Verdacht. Zudem verfügt Dani über eine Art Fahndungslevel. Je mehr Gefechte wir uns in kurzer Zeit mit Soldaten liefern, umso stärker ist uns das Regime auf den Fersen. Auf der höchsten Stufe sind Spezialeinheiten hinter uns her, da hilft auch kein Wegstecken der Waffen mehr. In dem Fall ist es am besten in der Wildnis zu verschwinden und einige Zeit unterzutauchen. Wie ein richtiger Guerilla eben. Die in schwarz gekleideten Special Forces des Regimes sind nicht ganz so einfach, wie die regulären weißen Truppen des Diktators. Zwei so direkt vor der Nase zu haben, ist eigentlich keine gute Idee.  Quelle: PC Games Die in schwarz gekleideten Special Forces des Regimes sind nicht ganz so einfach, wie die regulären weißen Truppen des Diktators. Zwei so direkt vor der Nase zu haben, ist eigentlich keine gute Idee. 

Ego-Shooter Pur

Als solcher ist es natürlich unser Tagwerk gegen die Soldaten des Regimes zu kämpfen. Far Cry 6 ist wieder ein Ego-Shooter durch und durch. Aus einer breiten Palette aus Schusswaffen wie Pistolen, Gewehre, Schrotflinten, Scharfschützengewehre und sogar Bögen wählen wir bis zu drei Hauptwaffen und eine Handfeuerwaffe aus, die wir jederzeit bei uns tragen. Theoretisch haben wir aber unsere gesamte Waffensammlung dabei, da sich die Ausrüstung jederzeit im Spielmenü anpassen lässt. Der Spielspaß beim Ballern steht klar im Vordergrund. Die Entwickler legen dem Spieler so wenig Steine wie möglich in den Weg.

Ein gutes Scharfschützengewehr mit Schalldämpfer ist der beste Freund eines jeden Stealth-Spielers. Quelle: PC Games Ein gutes Scharfschützengewehr mit Schalldämpfer ist der beste Freund eines jeden Stealth-Spielers. So hat man sich zum Beispiel auch von allen Formen irgendwelcher RPG-Systeme, die man in den Vorgängern ausprobiert hat, verabschiedet. Keine Skilltrees oder Perklisten, keine Waffen, die man umständlich aufleveln muss, oder andere Experimente. Eine gute Entscheidung, denn im Grunde hat dieser Ballast die Spiele selten wirklich weiter gebracht. Lediglich die Beschaffung neuer Schießprügel, die man vor allem in den in der Spielwelt verteilten Kisten erbeutet, könnte man noch als leichtes RPG-Element bezeichnen. Aber selbst, wenn man noch nicht das beste Waffenmaterial zur Hand hat, geht der Kampf wunderbar eingängig von der Hand. Das Gunplay ist hervorragend und erlaubt verschiedene Spielstile.

Neben der Rambo-Methode ist so auch wieder das völlig lautlose Vorgehen ein gangbarer Weg. Dazu spähen wir mit unserem Handy die Umgebung aus und markieren Feinde sowie wichtige Objekte. Schleichen wir uns von hinten an einen Gegner an, wird er lautlos per Machetenangriff ausgeschaltet. Aus der Ferne nutzen wir zum Beispiel den Bogen oder ein mit Schalldämpfer ausgerüstetes Scharfschützengewehr. Wir müssen jedoch aufpassen, dass Soldaten die Leichen ihrer Kameraden nicht entdecken. Sonst wird eine Suche nach dem Übeltäter und im schlimmsten Fall sogar der Alarm ausgelöst.

Selbst ist der Guerilla

Wenn es gelingt, eine Militärbasis ungesehen einzunehmen, verschafft uns das nicht nur eine enorme Befriedigung, es winken dafür sogar ein paar Bonus-Ressourcen. Materialien wie Metall, Benzin, Elektroteile, Plastik und einiges mehr lassen sich auch sonst überall in der Spielwelt aufsammeln. Gebraucht werden sie für die Upgrade-Systeme des Spiels. So lassen sich an einer Werkbank alle möglichen Waffen mit neuen Bauteilen wie Visiere, Mündungsaufsätze und speziellen Mods für unterschiedliche Funktionen ausstatten. Das System ist recht einfach und übersichtlich gehalten. So müssen wir uns zum Beispiel nicht erst umständlich auf die Suche nach Bauplänen oder ähnlichem machen. Wir müssen nur die Rohstoffe beschaffen, dann stehen uns auch alle Optionen zur Verfügung.

An der Werkbank verwandeln wir gefundene Ressourcen in nützliche Upgrades und Mods für unsere Waffen. Quelle: PC Games An der Werkbank verwandeln wir gefundene Ressourcen in nützliche Upgrades und Mods für unsere Waffen. Neben den Waffen können wir auch spezielle Fahrzeuge mit Hilfe unserer Rohstoffe mit spannenden Extras ausstatten. Neben den überall in der Spielwelt vorhanden Vehikeln, kann Dani im Spielverlauf vier eigene Autos sammeln, die wir mit Defensiv- und Offensivwaffen sowie einigem Dekomaterial ausstatten. Diese Fahrzeuge lassen sich dann überall in der Spielwelt herbeirufen. Besonders günstig, wenn gerade weit und breit kein anderer fahrbarer Untersatz zu finden ist. Als mehr als eine nette Spielerei haben wir die tunebaren Karren aber nicht empfunden. Auch weil das Spiel sonst ein unglaublich vielseitiges Angebot an Fahrzeugen zu Land, Wasser und Luft bereithält, die man gerne alle ausprobieren möchte.

Deutlich sinnvoller erscheint da schon der Ausbau der Guerilla-Lager. Es gibt im Spiel drei große Camps, die jeweils den unterschiedlichen Widerstandsgruppen in den einzelnen Regionen von Yara gehören. Hier können wir jeweils zwei also insgesamt sechs verschiedene Gebäude errichten. So bauen wir eine Cantina, um dort gejagtes Fleisch gegen Nahrung mit hilfreichen Buffs einzutauschen. Wenn wir ein Versteck-Netzwerk aufbauen, schalten wir unter anderem Zugriff auf Beobachtungsposten in der Nähe großer Militärlager frei. Dort können wir dann über einen Laptop Aufklärungsdaten über die betreffende Basis abrufen. Diese Gebäude lassen sich jeweils in drei Stufen aufwerten, was eine ganze Menge an Rohstoffe kostet. Fleißiges Sammeln lohnt sich also. Denn mit dem Ausbau der Camps machen wir unser Leben als Guerilla Stück für Stück etwas leichter. Die Supremo-Rucksäcke sind eine witzige Ergänzung des Guerilla-Waffenarsenals. Quelle: PC Games Die Supremo-Rucksäcke sind eine witzige Ergänzung des Guerilla-Waffenarsenals.

Supremos und Amigos

Dani findet in Kisten in der Spielwelt übrigens nicht nur Waffen, sondern auch diverse Kleidungsstücke. Diese haben zwar jeweils eine spezielle Fähigkeit, wie die Reduzierung von Schaden oder ähnlichem, aber kein komplexes RPG-Werte-System. In erster Linie entscheidet man sich daher vor allem für das optisch ansprechendste Kleidungsstück.

Die Dackelwurst Chorizo ist einfach nur niedlich. Das lässt sich nutzen, um Gegner abzulenken. Quelle: PC Games Die Dackelwurst Chorizo ist einfach nur niedlich. Das lässt sich nutzen, um Gegner abzulenken. Eine besondere Rolle in der Ausstattung unseres Guerillas nimmt der sogenannte Supremo ein. Dabei handelt es sich um einen abenteuerlich zusammengeklöppelten Kampfrucksack mit speziellen Funktionen. Das erste Exemplar, das wir im Spielverlauf erhalten, ist im Grunde wie eine tragbare Stalin-Orgel und verschießt eine Salve von Raketengeschossen. Im Verlaufe des Spiels lassen sich noch weitere Modelle mit EMP-Funktion, Giftgas-Sprüher oder Heil-Fähigkeiten freischalten. Eine spannende Aufwertung des eigenen Kampfarsenals, die im richtigen Moment eingesetzt das Blatt wenden kann. Durch eine recht hohe Abklingzeit wird der Supremo aber glücklicherweise nie zu mächtig.

Ebenfalls nicht mächtig, aber doch ziemlich hilfreich können die sogenannten Amigos sein. Dabei handelt es sich um tierische Begleiter, die uns auf unterschiedliche Weise unterstützen. So freunden wir uns schon sehr früh im Spiel mit dem patriotischen Krokodil Guapo an, der Soldaten des Diktators zum Fressen gern hat. Der kleine Dackel im Rollstuhl Chorizo besticht dagegen mit seiner Niedlichkeit, die er nutzt, um Feinde abzulenken. Kampfhahn Chicharron ist dagegen nur darauf aus so viel Chaos wie irgend möglich zu stiften. Es gibt noch zwei weitere Amigos, aber die lassen wir euch aus spoilergründen selbst entdecken.

Zwei Dani sind besser als einer

Wie seit Far Cry 4 üblich, lässt sich auch der Kampf um Yara wieder im Zwei-Spieler-Koop erleben. Crossplay ist dabei leider nicht möglich, aber immerhin Cross-Gen. Es kann also ein Spieler auf der PS5 und der andere auf der PS4 unterwegs sein. Es ist dabei auch kein Problem, wenn sich zwei Spieler mit unterschiedlichem Spielfortschritt zusammenschließen. Das Spiel befindet sich stets in dem Zustand, das dem Fortschritt des Host-Spielers entspricht. Etwas irritierend ist dann lediglich, dass zwei Dani Rojas in der Spielwelt rumrennen. Neben der eigentlichen Kampagne und der offenen Spielwelt sind für Koop-Spieler auch die Sondereinsätze von Interesse. Diese speziellen Missionen auf separaten Karten können zwar auch allein gespielt werden, sind durch verschiedene Schwierigkeitsstufen aber vor allem auf die Zusammenarbeit von zwei Spielern ausgelegt. Hierbei verdienen beide Spieler eine zusätzliche Währung, die auf dem Schwarzmarkt gegen Waffen, Dekoitems und Ressourcen eingetauscht werden kann.

Im Ingame-Shop gibt es kosmetische Items, aber auch Waffen gegen Echtgeld zu kaufen. Quelle: PC Games Im Ingame-Shop gibt es kosmetische Items, aber auch Waffen gegen Echtgeld zu kaufen. Wenn es um zusätzliche Währungen geht, kommen wir auch nicht drum herum ein paar Worte über den natürlich wieder vorhandenen Ingame-Shop zu sprechen. Hier kommen sogenannte Far-Cry-Credits zum Einsatz. Wie sich diese in echtes Geld umrechnen, konnten wir leider noch nicht überprüfen, da dieser Bereich des Stores zum Testzeitpunkt noch nicht freigeschaltet war. Verkauft werden im Shop verschiedene Kostüm-Pakete, Outfits für Amigos, einzigartige Fahrzeuge und sogar Waffen. Auch Hilfsmittel wie Karteninformationen über alle Sammelgegenstände und Sprühdosenpakete werden angeboten. Letzte werden für die individuelle Gestaltung von Waffen und Ausrüstung benötigt. Im Grunde kann der Shop getrost ignoriert werden, wenn man nicht gerade auf ein ganz besonders kosmetisches Item scharf ist. Dass auch vereinzelt Waffen von hoher Qualität verkauft werden, hinterlässt zumindest ein Geschmäckle, fällt bei einem Singleplayer-Spiel aber nicht wirklich ins Gewicht. Zumal es im Spiel mehr als genug Alternativen zu finden gibt.

Zum Abschluss bleibt festzuhalten, dass Far Cry 6 ein vollgepacktes Paket spannender Action, mit einer interessanten Geschichte und einer fantastischen Spielwelt bietet. Wir haben rund 60 Stunden bis zu den Endcredits gebraucht. Dabei haben wir auch diverse Nebenquests und sonstige Beschäftigungen erledigt, aber es war am Ende auch noch jede Menge zu tun. Wer also alles sehen will, kann locker noch 20-30 Stunden oben drauf packen. Das schöne ist jedoch vor allem, dass wir uns während all der Zeit nie gelangweilt haben oder uns das Spiel irgendwie genervt hätte. Die Entwickler wagen keine wirklichen Experimente. Das Spiel macht nicht wirklich etwas neu. Aber das, was es versucht zu erreichen, gelingt ihm meist auf sehr ordentliche Weise. Nach den teils doch ziemlich durchgedrehten Vorgängern ist es auch angenehm zu sehen, dass die Serie noch bodenständig, düster und brutal sein kann, ohne dabei völlig in Wahnsinn und Chaos zu verfallen.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Far Cry 6 (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Far Cry 6 (PS4)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Far Cry 6 (PS5)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Far Cry 6 (XBO)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Far Cry 6 (XSX)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Riesige, hübsch gestaltete SpielweltOpen-World mit viel zu entdeckenActionreiche Schießereien mit gutem GunplayStealth als ausgereifte AlternativeGroße Auswahl an Waffen und FahrzeugenMarkanter und gut geschriebener AntagonistStory mit spannenden HöhepunktenDüstere und brutale Erzählung ohne klare Schwarz-Weiß-ZeichnungProtagonist ein aktiver Teil der HandlungSpaßige Nebenaufgaben wie SchatzsuchenKein ausuferndes Chaos mehrAmigos als treue BegleiterUmfangreiche Anpassungsoptionen für HUD und BarrierefreiheitEnormer Umfang (50-80h)2-Spieler-Koop
Nichts bahnbrechend NeuesEnde der Story etwas antiklimaktischGrafisch kaum VerbesserungenGegner-KI stellt sich manchmal recht dumm anEchtgeld Ingame-Shop mit GeschmäckleKleinere Bugs und technische Unzulänglichkeiten

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