Far Cry 5: Ubsoft fährt mit Far Cry 5 alte und neue Geschütze auf. Halleluja!

Special Thomas Szedlak
Far Cry 5: Ubsoft fährt mit Far Cry 5 alte und neue Geschütze auf. Halleluja! (1)
Quelle: Ubisoft

Make America great again! Auf der E3 durften wir den "Sekten-Shooter" satte 40 Minuten lang zocken. Wie sich das angefühlt hat und wo wir noch Luft nach oben sehen, sagen wir euch in der Vorschau.

Die letzten Far Cry-Folgen punkteten weniger durch einen charismatischen Helden als vielmehr durch ein abgrundtief böses Feindbild. Stichwort Vaas (Far Cry 3), Stichwort Pagan Min (Far Cry 4). In Far Cry 5 heißt der Fiesling Joseph Seed, war früher beim Militär und ist jetzt Anführer des Kultes "Project at Eden's Gate", der das fiktive Städtchen Hope County in Montana in Angst und Schrecken versetzt. Bei unserer Anspiel-Session sind uns Änderungen an der berühmt-berüchtigten Ubisoft-Formel aufgefallen. So sind Türme zum Offenlegen von Map-Gebieten jetzt Geschichte. Stattdessen funktioniert das wie in vielen anderen Spielen: Wenn wir uns einer Örtlichkeit oder Mission nähern, erscheint das entsprechende Icon permanent auf der Karte und die nähere Umgebung ist einsehbar.
Hier das Bier: Die Atmosphäre des amerikanischen Hinterlandes wird stimmungsvoll eingefangen. (PS4) Quelle: Ubisoft Hier das Bier: Die Atmosphäre des amerikanischen Hinterlandes wird stimmungsvoll eingefangen. (PS4)

Ganz neue gefühle

Macht Laune: Erstmals in der Seriengeschichte dürft ihr euch nun heiße Dogfights liefern. (PS4) Quelle: Ubisoft Macht Laune: Erstmals in der Seriengeschichte dürft ihr euch nun heiße Dogfights liefern. (PS4) Beim Zocken passierte es, dass wir auf zweierlei Weise auf eine Hauptmission aufmerksam wurden. Beim ersten Mal stolperten wir quasi aus Versehen auf die Ranch des Flugzeugnarren Nick Rye - beim zweiten Durchgang sprachen wir vorher mit der adretten Bardame Mary May, die uns auf den Standort der Ranch aufmerksam machte. Verglichen mit dem typischen Abklappern von Missions-Icons fühlt sich das viel natürlicher an. Ubisoft verspricht eine auf Handlungen und Entscheidungen des Spielers reagierende Spielwelt, aber das ist bekanntlich die hohe Kunst. Ob die Entwickler diese beherrschen, bleibt abzuwarten. Neu für Far Cry ist auch, dass wir unseren Deputy Sheriff im Editor erstellen und auf Wunsch auch einen weiblichen Charakter spielen dürfen. Da die Cutscenes in Spielgrafik erstellt und nicht vorgerendert werden, ist eure optische Präsenz gesichert. Ob das auch für die inhaltliche Präsenz gilt - oder ob ihr, wie in den Vorgängern und in vielen anderen Spielen, wieder charakterloser Befehlsempfänger seid, bliebt abzuwarten. In der E3-Demo steht die ­Action im Mittelpunkt. In der ersten Mission gilt es, ein vom bösen Kult überrantes 38-Einwohner-Kaff zu säubern. Wer hier ein bekanntes Element der Ubisoft-Formel erkennt, liegt goldrichtig. Für unsere Aufgabe steht uns eine hübsche Auswahl an MGs, Pistolen, Shotguns und Scharfschützengewehren zur Verfügung, dazu Explosives, also Dynamit und Granaten.
Support: Für die Gefechte lassen sich Verbündete rekrutieren, die euch dann unter die Arme greifen. (PS4) Quelle: Ubisoft Support: Für die Gefechte lassen sich Verbündete rekrutieren, die euch dann unter die Arme greifen. (PS4) Bevor das alles zum Einsatz kommt, heißt es Kopf einschalten. Rennen wir wild schießend ins Camp? Verschanzen wir uns auf einem Getreidesilo und snipern rum? Oder klopfen wir die Fanatiker im Nahkampf weich? Diese Variante ist dank der neuen Kurzdistanzwaffen wie einem Baseballschläger deutlich vielfältiger als in Teil 4 und orientiert sich an Far Cry: Primal. Wir haben noch ein weiteres Ass im Ärmel: Auf Knopfdruck können wir einen KI-Gehilfen an unsere Seite rufen. Im fertigen Spiel finden wir diese im Rahmen des sogenannten Guns-for-Hire-Systems an allen möglichen Orten und können sie von unserer Sache überzeugen. In der E3-Demo stehen uns drei vorgegebene Unterstützer zur Seite: Ein Pilot, der Bomben dort abwirft, wo wir den Boden markieren, eine Sniperin, die auf unseren Befehl hin ausgewählte Ziele ausschaltet und ein Hund, der sowohl Gegner für besser planbare Auseinandersetzungen für uns markieren als auch beißfreudig auf Wadenjagd gehen kann. Unseren vierbeinigen Assistenten müssen wir im fertigen Spiel übrigens - wie die Wildtiere aus Primal - zähmen.

Hol Gewehrchen! Wer einen wilden Hund zähmt, kann ihn im Kampf einsetzen und Gegnern die Waffe klauen lassen. (PS4) Quelle: Ubisoft Hol Gewehrchen! Wer einen wilden Hund zähmt, kann ihn im Kampf einsetzen und Gegnern die Waffe klauen lassen. (PS4) Die Schießereien spielen sich gewohnt gut, wenngleich das Auto-­Aiming in der PS4-Version etwas zu stark ausgeprägt war. Hier wünschen wir uns eine Einstellungsmöglichkeit. Die Nahkampfattacken fügen sich gut ins Spiel ein und das Waffenwechseln sowie das Aktivieren von Guns-for-Hire-Aktionen funktioniert problemlos. Etwas archaisch wirkt inzwischen das Heilungssystem, bei dem wir wie üblich einen Knopf gedrückt halten und zwei Sekunden später wieder einen Gutteil unserer Energie zurückerhalten haben.

Die erwähnte zweite Mission auf dem Hof Nick Ryes startet auch als Lagerbefreiung, mündet aber gleich darauf in eine unterhaltsame Flugherausforderung, in der wir zuerst diverse Silos und einen Konvoi mit Maschinengewehren, Raketen und abgeworfenen Bomben unter Beschuss nehmen. Daraufhin kreuzt ein feindlicher Flieger, der mit unserer destruktiven Art gar nicht glücklich ist, unseren Luftraum und verwickelt uns in einen luftigen Zweikampf.

Neues Spiel, neues Glück: Statt auf Elefanten in besetzte Lager zu reiten, brettert ihr die Fieslinge nun einfach mit einem Monster Truck über den Haufen. (PS4) Quelle: Ubisoft Neues Spiel, neues Glück: Statt auf Elefanten in besetzte Lager zu reiten, brettert ihr die Fieslinge nun einfach mit einem Monster Truck über den Haufen. (PS4) Wo Fliegen in den Vorgängern primär dazu da war, um von A nach B zu gelangen, bietet es nun durch verschiedene Waffensysteme und eine erweiterte Steuerung mehr Möglichkeiten. So können wir uns nun gewagt nach links und rechts legen, auch Loopings sind problemlos möglich - und auch notwendig, um ans Heck unseres Widersachers zu gelangen, für den wir netterweise ein Date mit dem Fußboden arrangieren. Übrigens: Auch auf der Erde stehen uns mit Lastwägen, Buggies, PKWs und anderen Fahrzeugen wieder zahlreiche Fortbewegungsmittel zur Verfügung.

Fish Cry

Abseits der Missionen sollen massig Nebenaufgaben für Glücksgefühle sorgen. Ausprobieren durften wir das Angeln. Mit einer Rute im Inventar können wir uns an jedes Gewässer stellen und den Bewohnern beweisen, dass Geschenke immer einen Haken haben. Wir werfen aus, drücken einen Knopf, wenn ein Fisch angebissen hat, und ziehen dann vorsichtig die Leine in die entgegengesetzte Richtung des Schwimmweges unseres schuppigen Opfers ein, ohne die Schnur reißen zu lassen. Weitere Spielelemente wie das das Verbessern von Waffen, Ausrüstung und unserem Helden waren noch nicht anwählbar. Der Koop-­Modus soll über das Guns-for-­Hire-System funktionieren, was den Vorteil hat, dass wir das komplette Spiel mit allen Story-Missionen zu zweit spielen können. Dies war im Vorgänger nicht möglich.
Gnadenlos: Wer sich den Fanatikern nicht unterwirft, wird gefoltert. Die Sekten-Thematik ist überaus präsent. (PS4) Quelle: Ubisoft Gnadenlos: Wer sich den Fanatikern nicht unterwirft, wird gefoltert. Die Sekten-Thematik ist überaus präsent. (PS4) Was zurückbleibt, ist die Erkenntnis, dass sich Far Cry mit Teil 5 - anders als Assassin's Creed mit Origins - nicht neu erfindet; das, was wir da zu spielen bekamen, fühlte sich schnell vertraut an. Die sinnvollen Verbesserungen sowie das spannende neue Setting verheißen aber ein erstklassiges Shooter-Abenteuer, bei dem sich hoffentlich auch talentierte Autoren austoben dürfen.
Entwickler: Ubisoft Montreal I Hersteller: Ubisoft

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