Wir finden, die Fallout-Serie ist ein Knaller - mit einem Haken

Special Antonia Dreßler
Wir finden, die Fallout-Serie ist ein Knaller - mit einem Haken
Quelle: Amazon MGM Studios

Wir haben die Fallout-Serie durchgesuchtet und sind begeistert - fast. Denn leider ist sie dann doch nicht so genial, wie sie hätte sein können ...

Es ist nicht leicht, ein Fan der Fallout-Spiele zu sein. Manche Teile der Spielereihe gehören zu den besten Rollenspielen überhaupt, andere sind nur okay und Fallout 76 ging als Flop in die Gaming-Geschichte ein - auch, wenn sich das Online-Rollenspiel nach seinem furchtbaren Start inzwischen lohnt!

Und selbst, wer noch nie Fallout gespielt hat, hat wahrscheinlich schon davon gehört. Immerhin nahm die Reihe ihren Anfang bereits in den 90ern und konnte über die letzten Jahrzehnte überdauern.

Es war also eigentlich nur eine Frage der Zeit, ab wann wir eine Umsetzung auf der Leinwand sehen würden, oder vielmehr, ab wann sich ein Streamingdienst die Rechte krallt. Am Ende ist es das Gespann aus Jonathan Nolan und Amazon geworden, dass in Kooperation mit Bethesda und Todd Howard eine Serie zu Fallout auf den Weg gebracht hat.


Für alle Fans der Reihe bietet die Serie übrigens etliche Easter Eggs, die wir in unserem Special hier zusammengefasst haben: Mal schauen, ob ihr alle davon finden könnt!


Die erste Staffel startet nun mit allen acht Folgen auf einmal bei Amazon Prime Video, wobei jede Episode ungefähr 50-60 Minuten in Anspruch nimmt. Und die Zeit vergeht, gerade am Anfang, wie im Flug.

Warum vor allem am Anfang? Weil die actionreiche Serie im Verlauf der ersten Staffel leider etwas an Fahrt verliert und zunehmend Fragen aufwirft, die leider nicht alle beantwortet werden.

Worum geht es in Fallout?

Aber beginnen wir doch ganz von vorn: Die Handlung spielt in Kalifornien, wie die ersten Fallout-Spiele, und bewegt sich zeitlich vier Jahre nach Fallout 4, also im Jahr 2296 - sodass sie sich nicht mit Zeitsträngen aus den Spielen herumschlagen muss. Und tatsächlich erzählt die Serie von Jonathan Nolan eine ganz eigene Geschichte.

Protagonistin ist die Vault-Bewohnerin Lucy (Ella Purnell), die nach einem Zwischenfall ihr Zuhause verlässt und nun durchs Ödland streift. Dazu kommen die beiden weiteren Hauptcharaktere Maximus (Aaron Clifton Moten) von der stählernen Bruderschaft und ein Ghul (Walton Goggins), der vor dem nuklearen Fallout als Schauspieler unter dem Namen Cooper Howard bekannt war.

Sie alle verfolgen das gleiche Ziel, allerdings aus ganz unterschiedlichen Motiven, und treffen so des Öfteren aufeinander. In gewisser Weise verkörpern die drei Figuren unterschiedliche Spielstile im RPG, wie Jonathan Nolan uns bei einer Premiere in Berlin verriet.

Szene aus der Fallout-Serie von Amazon. Quelle: Amazon Prime

Die Hauptcharaktere der Fallout-Serie

  • Lucy verkörpert einen Spieler, der am Anfang steht, die Vault verlässt, das Ödland zum ersten Mal kennenlernt und recht blauäugig versucht, einen durchweg guten Charakter zu spielen.
  • Der Ghul ist quasi ein Max-Level-Charakter, der nur seine eigenen Ziele verfolgt und sich nicht um die Belange anderer Leute schert.
  • Maximus befindet sich hingegen irgendwo dazwischen, sucht ein Zuhause und steht loyal zur stählernen Bruderschaft. Er will der Gute sein, allerdings verhält er sich trotzdem immer wieder egoistisch.

Bildergalerie

Der nervigste Charakter in Fallout

Gerade diese Unentschlossenheit des Kriegers ist auch ein großer Schwachpunkt der Serie. Es kommt das Gefühl auf, als ob man Maximus mögen soll, allerdings ist sein Charakter eher nervig und wirkt zuweilen flach und substanzlos, statt komplex. Seine unterschiedlichen Emotionen und seine sprunghafte Motivation kommen einfach nicht rüber.

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