Fallout: New Vegas im Test für Xbox 360, PS3 & PC: Ab heute im Handel

Test Matti Sandqvist

Fallout: New Vegas zeigt im Test, ob es in die gigantischen Fußstapfen von Fallout 3 treten kann. Wir haben uns auf PS3, Xbox 360 und auf dem PC nach Vegas aufgemacht und klären: Wie gut ist Fallout: New Vegas wirklich?

Mit dem Test zu Fallout: New Vegas geht die Endzeit-Rollenspielserie in die vierte Runde und Fallout-Fans weltweit frohlocken über neue Abenteuer im postnuklearen Universum. Der Vorgänger Fallout 3 gilt als eines der besten Rollenspiele – mit der gelungenen Mischung aus bedrohlich-utopischem Zukunftsszenario und hervorragend geschriebener Quests konnte Fallout 3 Kritiker wie Gamer gleichermaßen begeistern. Dazu kam eine Fallout-typische, überzogene Gewaltdarstellung, die auch im neuen Teil wieder vorkommt.

Dieses Mal tobt ein ewiger Kampf um den Hoover-Damm in der Wüstenlandschaft des nuklear verseuchten US-Bundesstaats Nevada. Wir versuchen, als ehemaliger Kurier des Mojave Express zwischen der blutrünstigen Caesar's Legion und der rechtschaffenden Republik Neu-Kalifornien zu schlichten. Ob das postapokalyptische Abenteuer eine Erweiterung zum Vollpreis oder ein echter Nachfolger ist, lest ihr in unserem Test für PS3, Xbox 360 und PC - wo liegen die Stärken, wo die Schwächen von Fallout: New Vegas?

Das hat uns an Fallout: New Vegas gefallen

Story

Damit man euch nach New Vegas lässt, sind 2000 Kronkorken fällig. Quelle: Screenshot vom YouTube Video Damit man euch nach New Vegas lässt, sind 2000 Kronkorken fällig. Nach einem Atomkrieg tobt ein Kampf um die wenigen nutzbaren Energiereserven in der Wüste um New Vegas. Der Hoover-Damm bietet nicht nur riesige Mengen an Frischwasser, sondern eine Stromquelle sondergleichen. Kein Wunder also, dass die blutrünstige Caesar's Legion der alteingesessen Macht, der Republik Neu-Kalifornien, die Herrschaft um den Damm streitig macht. In Fallout: New Vegas sind wir als ein ehemaliger Kurier des Mojave Express unterwegs und anfangs recht ahnungslos, was den erbitterten Konflikt der beiden Parteien angeht. Ein einfacher Lieferauftrag entpuppt sich nicht nur als unsere Schicksalsstunde, sondern als Beginn eines Abenteuers, an dessen Ende wir über die Zukunft der ganzen Region entscheiden. Von Anfang bis Ende merkt man: Die Story steht der spannenden und hochgelobten Geschichte des Vorgängers in nichts nach.

Spielwelt

In Fallout: New Vegas stehen euch mehr Dialogoptionen zur Verfügung als in Fallout 3. Quelle: Screenshot vom YouTube Video In Fallout: New Vegas stehen euch mehr Dialogoptionen zur Verfügung als in Fallout 3. Wenn es um riesige Spielwelten geht, bot schon Fallout 3 mit über 50 Quadratkilometern, unzähligen Nebenquests und über 100 Spielstunden etwas wahrhaft Gigantisches. Bei Fallout: New Vegas ist die Endzeitwelt sogar noch ein wenig größer. Um nur die Hauptquest zu erledigen, braucht ihr satte vierzig Stunden, wenn man alle Nebenquests noch erledigt, mehr als 120 Stunden. Die Wüstenlandschaft von Nevada fühlt sich trotz der riesigen Größe nicht tot an. Überall findet ihr kleine Siedlungen, versteckte Bunker, dunkle Höhleneingänge oder verlassene Vaults. Jede Fundstelle verbirgt eine kleine Geschichte und natürlich auch Aufgaben, die ihr erledigen könnt. Ebenso tragen die vielen Dialoge zur Atmosphäre bei.

Ruf-System

In den Kasinos von New Vegas könnt ihr euer Geld verdoppeln oder alles verlieren. Quelle: Bethesda In den Kasinos von New Vegas könnt ihr euer Geld verdoppeln oder alles verlieren. Das neue Ruf-System ist eines der wichtigsten neuen Features in Fallout: New Vegas. Am Anfang bekommen wir zum Beispiel die ersten Hinweise auf den Verbleib unserer Mörder von einem Mann namens Ringo. Unser Informant hat jedoch einen Haufen Ärger mit der örtlichen Pulverbande und versteckt sich in einer Tankstelle. Nun stehen wir vor der Entscheidung, entweder den Möchtegern-Mafiosi Ringos sichere Bleibe zu verraten oder den Dorfbewohnern bei der Bekämpfung der Banditen zu helfen. Je nachdem, für welche Seite man sich bei dieser Quest entscheidet, bekommt man mehr oder weniger Ansehen bei einer der Parteien und so neue Aufträge und Rabatte beim Einkauf. Während des Spielverlaufs können wir uns für eine der großen Gruppierungen und bekommen so nicht nur neue Quests, sondern verändern die gesamte Geschichte des Spiels. Dies sorgt dafür, dass man Fallout: New Vegas gut und gerne mehrmals durchspielt.

Hardcore-Modus

Wem der Vorgänger zu einfach war, kann in Fallout: New Vegas den Hardcore-Modus einschalten. In diesem Modus trocknet ihr zum Beispiel aus, wenn ihr nicht täglich genügend Wasser trinkt und die Heilpakete wirken nur mit einer großen Verzögerung. Für Fallout-Experten bietet der extreme Schwierigkeitsgrad mehr Spielzeit und zudem ein realistischeres Spielerlebnis.

Bildergalerie: Fallout: New Vegas
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Das hat uns an Fallout: New Vegas nicht gefallen

Grafik

Skorpione? Da hilft der Flammenwerfer! Hier außerdem zu sehen: Teils matschige Texturen sorgen für stellenweise schwache Grafik. Quelle: Bethesda Skorpione? Da hilft der Flammenwerfer! Hier außerdem zu sehen: Teils matschige Texturen sorgen für stellenweise schwache Grafik. Auf den ersten und auch auf den zweiten Blick sieht man, dass die Entwickler nichts an der Grafik von Fallout: New Vegas verändert haben. Vor zwei Jahren gehörte die Präsentation von Fallout 3 zur Genrespitze, heute wirkt sie jedoch ein wenig altbacken. Den Charakteren fehlt es an Details, die Weitsicht ist auf Konsolen recht gering und Kampfanimationen wiederholen sich nach einiger Zeit. Fallout-Experten wird das nicht stören, denn trotz der Mängel stimmt die Endzeit-Atmosphäre im Spiel.

Deutsche Sprachausgabe

Die englischen Dialoge von Fallout: New Vegas sind grandios. Kein Wunder, denn für die englische Version sprachen auch so großartige Schauspieler wie Ron Perlman und Danny Trejo. Die deutsche Fassung ist zwar nicht wirklich schlecht ausgefallen, aber steuert der sonst gelungenen Endzeit-Atmosphäre wenig bei.

Übersehbare neue Features

Das VATS-System aus dem Vorgänger im Einsatz. Neu: Waffen lassen sich modden - was sich aber nicht oft bemerkbar macht. Quelle: PC Games Das VATS-System aus dem Vorgänger im Einsatz. Neu: Waffen lassen sich modden - was sich aber nicht oft bemerkbar macht. Einige der neuen Features machen sich leider kaum bemerkbar. Insbesondere das vom Entwickler hochgelobte Waffen-Modding übersieht man leicht: Es gibt in der gesamten Spielwelt kaum Gegenstände, mit den ihr eure Waffe verändert. Ebenso sind die Spezialattacken im Nahkampf vernachlässigbar. Die Melee-Waffen, die einen solchen Angriff erlauben, sind meist zu schwach.

Versionsvergleich zwischen Xbox 360, PS3 und PC

Erwartungsgemäß hat der PC bei der Technik die Nase vorn – Ansonsten unterscheiden sich die Versionen nur durch die Bedienung, die aber sowohl mit Tastatur und Maus, als auch mit dem Gamepad locker von der Hand geht. Einzig das Stöbern in Menüs und das Arbeiten mit dem Pipboy wirkt auf den Konsolen umständlicher. Wobei man der PC-Version die Konsolenherkunft durchaus anmerkt. Das Pipboy-Menü beispielsweise hätte auch anders strukturiert und dadurch zugänglicher für Maus und Tastatur sein können. Ansonsten liegen die Unterschiede der inhaltsgleichen Versionen bei der Technik. Auf der PS3 fallen Treppeneffekte störend auf, dafür schwächeln auf der Xbox 360 die Texturen. Kanten hingegen werden vom 360-Antialiasing besser geglättet, die Entscheidung liegt jedoch beim User: Mögt ihr eher einen "weichen" Look, greift ihr zu 360, die PS3-Version wirkt schärfer und ein Stückchen klarer. Die PC-Version kann bei Weitsicht und Kantenglättung punkten, Texturen sind auch hier auf einem nicht ganz zeitgemäßen Level.

Ihr habt noch Fragen zur Grafik? Dann schaut euch unseren Versionsvergleich an oder prüft, wie gut Fallout: New Vegas im Vergleich mit anderen Rollenspielen abschneidet (Link ist ab 20.10.2010, 09.30 Uhr verfügbar)

Bildergalerie

Wertung zu Fallout: New Vegas (X360)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Riesige SpielweltSpannende StoryHoher Wiederspielwert
Grafik nicht mehr auf Top-NiveauKeine wesentlichen NeuerungenMäßige deutsche Sprachausgabe
Fazit

Im letzten Teil mussten wir die Negativ-Punkte mit der Lupe suchen. Dieses Mal waren sie recht offensichtlich: Die Technik ist ein wenig in die Jahre gekommen und abseits des Ruf-Systems und des Hardcore-Modus machen sich die neuen Features nicht stark bemerkbar. Trotzdem ist Fallout: New Vegas ein würdiger Nachfolger und keine Erweiterung zum Vollpreis. Mehr als 100 Spielstunden, eine packende Story und eine komplett neue Landschaft zum Erkunden - das bietet kein Add-on!

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