Ist Fallout 76 noch zu retten? – Was Bethesda jetzt dringend angehen muss

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Ist Fallout 76 noch zu retten? – Was Bethesda jetzt dringend angehen muss
Quelle: Bethesda

Die Probleme von Fallout 76 sind vielfältig. Was muss Bethesda jetzt schnellstens angehen, um das Spiel noch zu retten? Wir werfen einen Blick auf die fünf größten Baustellen, an denen die Macher in den kommenden Wochen unbedingt schrauben müssen.

Die letzten Wochen des Jahres hat man sich bei Bethesda sicherlich anders vorgestellt. Der Zustand, in dem Fallout 76 (jetzt kaufen / 35,99 € ) veröffentlicht wurde, sorgt seit Wochen für heftige Kritik von Spielern und Fachkritikern. Auch wir mussten in unserem Test des Online-Rollenspiels diverse eklatante Mängel feststellen. Als Folge der negativen Reaktionen war das Spiel bereits kurze Zeit nach Release zum Teil um die Hälfte reduziert erhältlich.

Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen über Verkäufe und aktuelle Spielerzahlen in Fallout 76, aber es dürfte ziemlich klar sein, dass die Entwickler von Bethesda Game Studios schnellstens Veränderungen herbeiführen müssen, um zu verhindern, dass der Titel schon bald einen schnellen Tod sterben wird. Dabei sollten sich die Macher vor allem auf die folgenden wichtigen Bereiche konzentrieren.

Die Technik

Eines der größten Probleme von Fallout 76 ist der technische Zustand. Die betagte Creation Engine ist trotz durchwachsener Grafikqualität nicht durchgängig in der Lage ein flüssiges und reibungsloses Spielerlebnis zu gewährleisten. Hier muss schleunigst an der Performance gearbeitet Schwebende Steine sind eine von diversen technischen Unzulänglichkeiten des Spiels Quelle: PC Games Schwebende Steine sind eine von diversen technischen Unzulänglichkeiten des Spiels werden, damit zumindest niemand mehr durch Ruckler gestört wird. Einen Schönheitspreis wird die Grafik sicher nicht mehr gewinnen, aber zumindest die vielen Grafikglitches wie schwebende Objekte, verwaschene Texturen und nicht ladende Objekte müssen behoben werden.

Neben der Client-seitigen Technik muss auch an den Servern noch ordentlich geschraubt werden. Wirklich stabil laufen diese nämlich noch nicht. Dabei bedarf es nicht immer außergewöhnlicher Aktionen, wie das Zünden von drei Atombomben zur gleichen Zeit, um einen Server abstürzen zu lassen. Während unseres Tests ist es uns immer wieder passiert, dass wir in verschiedensten Situation die Verbindung zum Server verloren haben. Besonders ärgerlich, wenn dadurch Questfortschritt verloren geht.

Das Gruppenspiel

Bis zu vier Spieler können sich derzeit zu einer Gruppe zusammenschließen. Abgesehen von teilbaren Perks bringt es jedoch kaum Vorteile sich zu einem Team zu formieren. So werden Erfahrungspunkte und Questfortschritt zum Beispiel nicht unter Gruppenmitgliedern geteilt. Das erzeugt zum Beispiel Probleme, wenn sich Spieler unterschiedlichen Levels zusammen tun. Während der höherstufige Charakter Gegner ohne Probleme umnietet, muss der niedrigstufige Spieler ständig auf der Hut sein, schnellstmöglich jedem Gegner zumindest einen Schadenspunkt zuzufügen, um überhaupt Erfahrungspunkte zu erhalten.

Auch unterschiedliche Spielweise wie zum Beispiel Nahkämpfer können durch dieses System stark benachteiligt werden. Gerade wenn sich eine Gruppe von Freunden auf unterschiedliche Rollen für ihre Charaktere verständigt, sollte diese Form des "Rollenspiels" nicht durch eine unfaire Verteilung von Erfahrungspunkten torpediert werden. Dass Gruppen ihren Erfahrungsverdienst und den Fortschritt in Quests miteinander teilen, gehört eigentlich zum Standard für Onlinespiele und sollte schleunigst geändert werden.

Das PvP

Die Art und Weise, wie PvP derzeit in Fallout 76 gehandhabt wird, ist für Fans der Auseinandersetzung mit anderen Spielern nicht zufriedenstellend. Es lässt sich unfair zum Vorteil des angegriffenen Spielers ausnutzen und ist nachteilig für eine Reihe von Charakter-Builds. In Folge dessen kommt es selten wirklich zu PvP-Gefechten. Hier müssen die Entwickler neue Anreize schaffen. Eine Möglichkeit wäre den bereits existierenden Pazifistenmodus so zu gestalten, dass Spieler mit dieser Option auch keinen Schaden erleiden anstatt nur selbst keinen Schaden an Spielern zu verursachen.

Auf diese Weise könnte die Notwendigkeit sich gegen einen Angriff wehren zu müssen bevor ein PvP-Kampf startet komplett entfallen. Wer ohne Pazifistenmodus spielt, muss dann halt jederzeit damit rechnen von Spielern Schaden zu bekommen. Eine andere Möglichkeit wäre einen zweiten Servertyp zu etablieren, auf dem PvP grundsätzlich aktiv ist, während auf den anderen Servern PvE im Fokus steht. Auf diese Weise könnte sich jeder seiner bevorzugten Spielform widmen.

Der Lagerproblematik

Fallout 76 möchte ein Survival-Spiel sein, das euch mit Hunger und Durst sowie permanent benötigter Wartung eurer Ausrüstung auf Trab hält. Außerdem wird der Spieler animiert sein eigenes Lager als Rückzugsort zu errichten und zu verteidigen. All das gibt es natürlich nicht umsonst. Also Die eng begrenzte Lagerkiste ist bereits früh ein gewaltiges Problem. Quelle: PC Games Die eng begrenzte Lagerkiste ist bereits früh ein gewaltiges Problem. macht man als Spieler das einzig logische, man hortet alle Nahrungsmittel und Rohstoffe, die einem unter die Finger kommen. Nun haben Items in Fallout aber seit jeher ein gewisses Gewicht und die Tragekapazität des Charakters ist entsprechend begrenzt.

Zur Lagerung von Gegenständen gibt es daher die sogenannte Lagerkiste. Diese ist jedoch ebenfalls auf derzeit nur 400 Gewichtseinheiten begrenzt. Angesichts der Menge an Material, das es zu sammeln gibt, ist das jedoch nicht wirklich viel. Vor allem, wenn man noch das eine oder andere legendäre Item sowie Teile von Power Rüstungen lagert, ist man verdammt schnell an den Grenzen seiner Kapazität angelangt. Nun wurde zwar bereits eine Erhöhung der Kiste auf 600 Gewichtseinheiten angekündigt. Das ist jedoch nicht wirklich zufriedenstellend. Hier muss sich Bethesda noch weitere Verbesserungen einfallen lassen.

Die Erzählweise

Wie wir bereits im Test beschrieben haben, ist die Präsentation der Story durch Audio-Logs und zu lesende Texte nicht jedermanns Sache. Zwar hat Fallout 76 einige interessante Geschichten zu bieten, wenn man sich darauf einlässt, auf Dauer ist diese Form des Storytellings aber schlicht langweilig. Sollte Bethesda irgendwann neue Quests und Handlungen integrieren wollen, sollten sie unbedingt auch darüber nachdenken nicht doch noch von ihrer "Keine NPCs"-Strategie abzurücken. Es gehört einfach zu einem Rollenspiel dazu, dass man sich mit Charakteren der Spielwelt unterhält und im besten Fall noch Dialogentscheidungen trifft.

Egal wie die Entwickler gedenken die großen Probleme von Fallout 76 anzugehen, die Aufgabe ist eine gewaltige. Es wäre nicht der erste Fall, dass sich ein Online-Titel mit problembehaftetem Start zum besseren ändert und zu einem gern gespielten Spiel entwickelt. Ubisoft hat es mit The Division zum Beispiel vorgemacht, das nach einer Reihe von Updates eine Art zweiten Frühling erlebte. Allerdings waren die Anfangsprobleme dort verglichen mit Fallout 76 relativ überschaubar. Selbst wenn Bethesda das Ruder hier nicht mehr rumreißen kann, bleibt zu hoffen, dass sie aus dieser Erfahrung für die Zukunft gelernt haben.

Wie seht ihr das? Ist das Spiel noch zu retten? Was müsste Bethesda eurer Meinung nach dazu am Spiel ändern? Oder habt ihr schon jetzt genügend Spaß im Spiel? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

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