Fabledom im Test: Siedler im Märchen-Gewand - aber auch mit Happy End?

Test Viktor Eippert
Fabledom im Test: Siedler im Märchen-Gewand - aber auch mit Happy End?
Quelle: Grenaa Games

Nach Manor Lords kommt das nächste vielversprechende Aufbauspiel daher. Ob Fabledom ebenfalls für abendfüllende Entspannung sorgt, klären wir im Test.

Es war einmal eine traditionsreiche deutsche Spielereihe namens Die Siedler, die im ganzen Aufbauspielland geliebt und begehrt war. Doch mit der Zeit wurde sie von ihrem König Ubisoft immer mehr wie ein ungeliebtes Stiefkind behandelt. Das machte die frommen Aufbauspieler des Landes sehr traurig. Als sich die Kunde über dieses Unglück verbreitete, traten kleinere Lords auf den Plan und brachten neue Aufbauspiele mit, um die Gemüter der traurigen Spieler des Aufbaukönigreichs wieder zu erheitern. Der bekannteste unter ihnen war zweifellos der alte Siedler-Veteran Volker Wertich, der mit Pioneers of Pagonia für große Hoffnung im Reich sorgte. Doch um ihn soll es in unserer heutigen Geschichte nicht gehen. Unsere Geschichte dreht sich um das märchenhafte Fabledom, mit dem zwei schwedische Lords an die guten alten Siedler-Zeiten anknüpfen möchten. Aber hat der Herausforderer auch das Zeug für ein Happy End?

Märchen-Siedler

Seht uns die verspielte Einleitung bitte nach, aber wie oft können wir schon ein Spiel testen, das sich um Märchen dreht? Und das Märchenthema wird in Fabledom (jetzt kaufen 20,99 € ) immerhin an allen Ecken und Enden stolz zelebriert. Schon bei der Ankunft im Hauptmenü werdet ihr von einem englischen Sprecher begrüßt, der im Spielverlauf ab und an die Ereignisse mit süffisanten Sprüchen kommentiert. Zum Beispiel, wenn ihr die ersten Produktionsgebäude auf die Karte zimmert. Wobei das Märchen-Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft wird.

In den Grundzügen verbindet Fabledom Klassiker wie Die Siedler und Anno - nur eben im knuffigen Märchenlook. Ihr baut also Holzfäller, Steinbrüche, Bauernhöfe, Wohnhäuser und so weiter und verbindet alles mit Straßen. Analog zu Manor Lords weist ihr eure Fabelinge dann per Knopfdruck den Arbeitsplätzen zu, damit sie aus Baumstämmen Holzbretter machen oder überschüssige Waren ins Lager schleppen.

Um neue Fabelinge in euer Märchenreich zu locken, müsst ihr ihnen erstmal genug Wohnraum aufbauen. Das geht in Fabledom über ein modulares System, mit dem ihr einem Bauernhaus Objekte wie Wäscheleinen, Plumpsklos und Ähnliches in den Garten stellt. Wem das zu fummelig ist, nutzt dabei einfach die automatische Funktion.

Jedenfalls erhöhen die Objekte entweder die Zufriedenheit der Einwohner oder stellen eine gewisse Basisversorgung an Nahrung zur Verfügung. Doch wenn euer Dörfchen wächst, bedarf es natürlich richtiger Nahrungsversorgung durch Gemüsefarmen, Fischer, Schweinezuchten und was eure Bürger sonst so möchten.

Ein Blick auf die Stadt. Quelle: PC Games Mit Bedarfsgebäuden wie Theatern oder Tavernen und gut platzierten Dekorationen steigert ihr die Zufriedenheit der Einwohner dann noch weiter. Auf der anderen Seite müsst ihr auch darauf achten, keine unliebsamen Gebäude in der Umgebung zu bauen. Neben dem Lärm eines Hühnerstalls lebt es sich nunmal nicht so entspannt. Bürger, die zweite Bevölkerungsklasse, wohnen sogar am liebsten ganz abgegrenzt von der Landbevölkerung in eigenen Wohnkomplexen.

Und Adelige, ja die geben sich nur mit dem Besten vom Besten zufrieden und residieren direkt im Märchenschloss, das ihr im späten Spielverlauf freischaltet. Dadurch entstehen mit der Zeit ganz natürlich Stadtbezirke mit verschiedenen Schwerpunkten. Wobei ihr durchaus auch wild mischen könnt, das ist nur eben nicht so sinnvoll. Denn je glücklicher eure Fabelinge sind, desto schneller laufen und arbeiten sie.

Auf zur wahren Liebe

Ein zentraler Aspekt in Fabledom ist der Umgang mit Prinzen und Prinzessinnen, die in benachbarten Gebieten der Weltkarte leben. Über Boten könnt ihr eure Beziehung zu ihnen verbessern und Geschenke verschicken. Sobald eine Botschaft errichtet ist, geht das noch einen Schritt weiter und ihr könnt unterschiedliche Aufträge erledigen. Das können gute Taten sein aber auch Plünderungen, die eure Lagerräume prall füllen, die Beziehung zum jeweiligen Prinzen oder der Prinzessin aber schädigen.

Das Diplomatie-Menü. Darin ist eine Weltkarte zu sehen, auf der man die Herrscher der Nachbarreiche auswählen kann. Quelle: PC Games Das Ziel der simplen Handlung ist es, einen Prinzen oder eine Prinzessin zu ehelichen. Jede der sechs Hoheiten hat andere Vorlieben und gibt euch entsprechend andere Aufgaben bei den Dates, die ihr im Verlauf der Umgarnung erledigt. Im Gegenzug schaltet ihr einzigartige Gebäude und Vorteile frei. Bei Kriegerprinzessin Winifred dreht sich zum Beispiel alles um Soldaten und Kampf, während ihr Giovannis Herz mit gutem, altem Geld am schnellsten gewinnt.

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