FIFA 20 Ersteindruck ohne Wertung: Inhaltlich top, spielerisch gefühlt fast unverändert
Test
Nachdem Konkurrent Konami mit eFootball PES 2020 bereits vorgelegt hat, zieht EA Sports nun mit seiner hauseigenen Fußballsimulation nach. Was die zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Ersteindruck. Auf die finale Wertung müsst ihr aber noch einige Tage warten, bis wir ausreichend Spielstunden in FIFA 20 investieren konnten.
Manchmal wünscht man sich, der Tage hätte mehr als nur 24 Stunden. Etwa, wenn Publisher EA einem nur wenige Tage vor Embargofall einen Review-Code zu FIFA 20 (jetzt kaufen ) schickt und die Zeit beängstigend knapp wird. Alles Hoffen und Beten hat uns am Ende allerdings nichts geholfen. Die Uhren liefen leider nicht langsamer und so ist aus einem vollumfänglichen Test zur neuen Fußballsimulation unglücklicherweise erstmal nichts geworden. Natürlich haben wir dennoch einige Stunden in dem Titel versenkt und verraten euch hier unsere ersten Eindrücke. Wann kommt unser Test zu FIFA 20 mit Wertung? Wenn wir ausreichend Spielerfahrung sammeln konnten - das wird sehr wahrscheinlich im Laufe der kommenden Woche der Fall sein.
Auf dieser Seite
Neuer Look, altes Spielgefühl
Direkt vorneweg: Wirklich überraschen konnte FIFA 20 uns bisher nicht. Schließlich durften wir das Sportspektakel bereits auf der Gamescom 2019 und im Rahmen der kürzlich veröffentlichten Demo ausführlich anzocken. Große, unerwartete Neuerungen sind aber auch gar nicht nötig, schließlich überzeugt das Spiel dafür mit seinem wirklich beeindruckenden Umfang: Zu den altbekannten Spielmodi wie Anstoß, Online-Saisons und Offline-Turniere gesellt sich in diesem Jahr etwa auch der überarbeitete Karrieremodus hinzu. Der bietet nicht nur einen beinahe lächerlich umfangreichen Editor, in dem ihr euren Manager-Avatar nach Belieben zusammenbasteln könnt, sondern auch diverse andere kleinere Änderungen. Besonders hervorzuheben sind dabei die neuen Pressekonferenzen und Post-Match-Interviews, in denen ihr neuerdings eure rhetorischen Künste unter Beweis stellen müsst. Dabei ist durchaus Fingerspitzengefühl gefragt, denn eine unglücklich gewählte Antwort kann auch schon mal an der Moral der Spieler sägen - was dann wiederum deren Leistung auf dem Platz beeinflusst.
Quelle: PC Games
Spielerisch gibt es in diesem Jahr gefühlt nur wenig Neues. Das Tempo wurde noch einmal reduziert. Zudem sind Zweikämpfe nochmal anspruchsvoller. (1)
Apropos auf dem Platz: Die Action auf dem Rasen fühlt sich in FIFA 20 nicht revolutionär neu an. Stattdessen wirkt es eher so, als habe man am Gameplay des Vorgängers leicht ein paar Stellschrauben verstellt. Vor allem das Tempo wurde merklich heruntergefahren. Das sorgt dafür, dass pures Sprinten durch die gegnerischen Abwehrreihen kaum mehr eine probate Angriffstaktik darstellt. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch, dass Verteidiger nicht mehr mit jedem Stürmer mithalten und ihm den Ball ablaufen können. Die Balleroberung bedarf nun ein wenig mehr Können, zumal Grätschen nun eine verringerte Reichweite haben und so nicht mehr endlos gespammt werden können.
Ansonsten lässt sich noch sagen, dass Pässe gefühlt etwas mehr Präzision erfordern und Flanken nun deutlich besser funktionieren, weil der Keeper nicht mehr jeden Ball aus der Luft pflückt. Besonders halbhohe Hereingaben auf den zweiten Pfosten sind in FIFA 20 ein gutes Mittel zum Erfolg. Abschließend darf man natürlich auch nicht die neuen Standard-Situationen unterschlagen. Bei Frei- und Strafstößen dürft ihr nun mit Hilfe eines Punktes zielen. Wirklich bahnbrechend ist das aber auch nicht - besonders, da die Steuerung ein wenig fummelig ist und das gesamte System relativ unverändert aus FIFA 05 übernommen wurde.
Wir klären das auf der Straße!
Wer in FIFA 20 also frischen Wind erleben möchte, der wendet sich am besten dem neuen Volta-Spielmodus zu. Hier erwartet euch Straßen- und Hallenfußball im Stile von FIFA Street. Die Entwickler von EA kredenzen euch dieses Schmankerl sogar gleich in drei verschiedenen Ausführungen: In der Volta-Liga stellt ihr euch anderen Online-Spielern, in der Volta-Tour entdeckt ihr die Bolzplätze des Erdballs und in der Story verfolgt ihr die Geschichte eures selbsterstellten Avatars "Revvy". Der will die Weltmeisterschaft in Argentinien gewinnen und gründet dafür seine eigene Streetcrew, die ihr fortan managen und durch Fähigkeiten-Upgrades und Spielerverpflichtungen verbessern dürft.
Quelle: PC Games
Etwas gewöhnungsbedürftig ist noch die Elfmeter-Steuerung. Hier müsst ihr mit dem linken Stick einen Zielpunkt kontrollieren und so den Ball platzieren.
Die Erzählung ist schick inszeniert und knüpft qualitativ nahtlos an The Journey an. Allerdings zeigt sie sich auch ebenso kitschig und klischeebehaftet, sodass wir an den diversen Cutscenes nicht immer Spaß hatten. Wenn Wörter wie "Sick!", "Krass!" oder "Chill!" durch den Raum flogen, bescherte uns das schon fast körperliche Schmerzen. Vielleich sind war aber auch einfach zu alt. Dafür spricht auch, dass uns das Volta-Gameplay - zumindest zu Beginn - ein wenig zu hektisch und unpräzise war. Hat man sich in den Modus aber erst einmal reingefuchst und ein paar grundlegende Tricks gelernt, weiß er durchaus zu überzeugen. Wer Lust auf einen flotten Arcade-Kick zwischendurch hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Ob Volta aber auch längerfristig motivieren kann, muss sich noch zeigen.
Eine runde Sache
Wem das alles noch nicht reicht, für den gibt es auch noch Pro Clubs und Ultimate Team. Der Sammelkarten-Modus von FIFA 20 wartet dieses Jahr mit einigen Änderungen wie neuen Saisonaufgaben und überarbeiteten Freundschaftsspielen auf - und natürlich wieder jeder Menge Mikrotransaktionen mit Pay2Win-Charakter. Wer darauf keinen Bock hat, kann sich aber auch problemlos wieder einem der anderen Modi zuwenden. An Alternativen mangelt es in FIFA 20 nämlich nun wirklich nicht.
