FIFA 06: Road to FIFA World Cup

Test

Ab aufs satte Grün. Exklusiv auf Microsofts Next-Generation-Konsole spielen Sie die Quali für die WM 2006 nach.

Das Skandalspiel von Istanbul war der unrühmliche Abschluss der WM-Qualifikation. Prügeln können Sie sich zwar nicht in EAs HD-Gebolze, dafür lässt sich so manche Schmach zumindest virtuell wieder ausmerzen.

Umfang: Wer trotz des Namens "Road to FIFA World Cup" glaubt, für seine 70 Euro eine vollwertige Ausstattung zu erhalten, wird enttäuscht. Die Trikots von Bayern, Real und Co bleiben bei diesem "FIFA" gebügelt im Schrank hängen. Sie müssen sich mit 72 Nationalteams begnügen und können damit alle europäischen Qualifikations-Gruppen nachspielen. Aus dem Rest der Welt sind zwar die wichtigsten Mannschaften wie Brasilien, Argentinien oder Japan dabei, die unvollständige Südamerika-Quali müssen Sie aber von Hand erstellen. Außerdem pflügen Sie in nur neun Stadien den Rasen um, dabei ist etwa das Berliner Olympiastadion. Insgesamt fällt der Umfang also sehr mager aus.

Spiel: Sie haben eine HD-Glotze und legen Wert auf revolutionäre Grafik? Dann sollten Sie Ihrer Xbox360 "FIFA 06" nicht länger vorenthalten. Wer zum ersten Mal in das pickelige Gesicht von Per Mertesacker blickt oder den detailgetreuen Oberkiefer von Weltstar Ronaldinho bewundert, greift reflexartig zur Fernbedienung und prüft, ob er nicht versehentlich auf Premiere gelandet ist. Beim Schwenk durch die Arenen sticht zudem das neue 3D-Publikum ins Auge, das schon vor Spielbeginn für Stimmung sorgt.

Das erhebende Gefühl verfliegt jedoch, sobald Sie den Xbox360-Controller in der Hand haben. Pässe kommen häufig nicht ans Ziel, zudem scheint das runde Leder mit Helium gefüllt zu sein. Das Nervigste: Ihre Mitspieler bewegen sich dem Ball etwa so "fleißig" entgegen wie Dickerchen Ailton, wenn er mal wieder keinen Bock hat. Kurzum: Die Matches laufen zumeist im Mittelfeld ab und der Spielspaß bewegt sich zwischen Kreisklasse- und Regionalliga-Niveau.

Gefallen hat uns dagegen die Soundkulisse. Zahlreiche Original-Sprechchöre und die Kommentatoren Thomas Hermann (DSF) und Patrick Wasserziehr (Premiere) sorgen für Authentizität. Die beiden Sprücheklopfer haben erstaunlich viele Geschichten aus vergangenen WM-Tagen im Repertoire.

Fazit: Auch in der nächsten Generation bleibt erst mal alles beim Alten: EA widmet sich der Präsentation deutlich intensiver als dem Spielablauf. So empfehlen wir den Weg zur WM hauptsächlich Fans schicker Optik -- sofern Sie einen HD-Fernseher besitzen. aZ

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