F1 2019: Modi, Legenden, Wertung

Test Maximilian Paffrath
F1 2019: Modi, Legenden, Wertung
Quelle: PC Games

Am 28. Juni erscheint der neuste Ableger der F1-Serie aus dem Hause Codemasters. Die Entwickler versprechen im neuen Teil hübschere Grafik und einen verbesserten Karrieremodus. Des Weiteren ist seit diesem Jahr die Ausbildungsklasse Formel 2 im Spiel enthalten. Im Test erfahrt ihr, ob die Entwickler nicht zu viel versprochen haben und was im Spiel tatsächlich alles enthalten ist.

Auf Mick Schumachers Spuren

Dieser wurde nämlich im Vergleich zum letzten Ableger nochmal verbessert. Die wichtigste und größte Neuerung ist dabei die Implementierung der Formel 2. Diese gilt als die Ausbildungsklasse für zukünftige Formel-1-Piloten. Beste Beispiele dafür sind George Russell, Lando Norris, Alexander Albon und allen voran Charles Leclerc, die diese Saison allesamt den Schritt in die Formel 1 geschafft haben. So startet ihr, nachdem ihr euren Charakter erstellt habt, in der Formel 2 bei einem der neun zur Verfügung stehenden Teams. Neu ist vor allem, dass das Spiel versucht, eine Geschichte zu erzählen. So werden euch am Anfang in hübsch inszenierten Cutscenes euer Teamkollege Lukas Weber sowie euer Rivale Devon Butler vorgestellt. Devon versucht, euch euren Rang als aufstrebender Rennstar streitig zu machen, und benutzt auf der Strecke teilweise schmutzige Manöver, um euch zu schaden. Diese müsst ihr im Verlauf des Rennens ausbaden und eure verlorene Zeit wieder aufholen. Wenn ihr allerdings hofft, eine komplette F2-Saison im Karrieremodus spielen zu können, müssen wir euch leider enttäuschen. Zwar könnt ihr außerhalb der Karriere eine Saison in der Formel 2 fahren, der Aufstieg in die Formel 1 ist im Karrieremodus jedoch schon nach drei kurzen Rennevents vollbracht. Schade, denn das Gefühl, sich den Platz in einem der begehrten F1-Cockpits wirklich verdient zu haben, kommt so nicht auf.

Auch beschränken sich die schönen Cutscenes leider nur auf die drei kurzen Rennsequenzen in der Formel 2. Sobald ihr in der Formel 1 angekommen seid, werdet ihr lediglich in Interviews zu euren alten Begleitern aus der Formel 2 befragt. Und auch fiese Kommentare eures Rivalen Devon Butler lest ihr, wenn überhaupt, nur noch in Interview-Transkripten, die euch eure Managerin vorlegt. In den Interviews klingt Butler dann auch wesentlich gemäßigter als noch in den Zwischensequenzen aus der Formel-2-Zeit. So geht leider ein kleiner Aspekt, der dem Spiel noch ein wenig mehr Würze verliehen hätte, direkt wieder verloren. Und das, obwohl Codemasters das Rivalensystem in diesem Jahr überarbeitet hat. Ihr könnt euch nämlich ab jetzt selber bis zu drei Rivalen gleichzeitig aussuchen. Euer Ziel ist es natürlich, jeden dieser Widersacher auf der Rennstrecke zu schlagen. Gewinnt ihr eine Rivalität, bekommt ihr auch Erfahrungspunkte, die ihr in die Entwicklung eures Autos stecken könnt und - je nach gewähltem Rennstall - auch müsst.

Toro Rosso oder doch lieber Ferrari?

Sobald ihr in die Formel 1 wechselt, müsst ihr euch nämlich für ein Team entscheiden. Dabei könnt ihr entscheiden, ob ihr erst mal bei einem etwas kleineren Team wie Alfa Romeo mit einem schwächeren Auto anfangt oder direkt für einen hochklassigen Rennstall wie Mercedes um die Meisterschaft mitfahrt. Diese Entscheidungen haben natürlich auch Konsequenzen für euch. Wenn ihr bei einem vergleichsweise schwachen Team anheuert, wird von euch nicht sofort erwartet, Wunder zu vollbringen und einen Rennsieg nach dem anderen herauszufahren. Stattdessen bekommt ihr Zeit, um die euch gesteckten Ziele zu erreichen, und man ist auch wesentlich toleranter, sollte das einmal nicht hinhauen. Legt ihr eure Erfahrungspunkte allerdings gut an und macht euer Auto konkurrenzfähiger, könnt ihr die Erwartungen übertreffen und sehr gute Resultate mit eurem anfangs schwachen Boliden erzielen.Solltet ihr euch allerdings für ein Team wie Red Bull, Ferrari oder Mercedes entscheiden, müsst ihr von Anfang an mit enormem Leistungsdruck klar kommen. Nicht selten müsst ihr mindestens Platz 2 erreichen, um euer Team zufriedenzustellen. Um hier im Laufe der Saison konkurrenzfähig zu bleiben, ist es auf jeden Fall unerlässlich, euer Auto zu entwickeln. Ihr solltet also früh damit anfangen, Erfahrungspunkte zu sammeln. Das könnt ihr auf unterschiedlichste Arten bewerkstelligen. Hauptsächlich verdient ihr euch eure Punkte natürlich auf der Strecke, indem ihr Trainingsprogramme erfolgreich absolviert und bestimmte Rennpositionen erreicht. Aber auch durch das Gewinnen von Rivalitäten verdient ihr euch Punkte dazu. Da ist es besonders schön, dass man, wie bereits erwähnt, mehrere Rivalitäten gleichzeitig führen kann. In diesem Zusammenhang ist es auch ganz wichtig, sich in den Interviews positiv zum eigenen Team und den verschiedenen Entwicklungsabteilungen zu äußern. Upgrades für euer Auto werden dann nämlich etwas erschwinglicher und ihr könnt euren Ruf innerhalb des Teams steigern, um bei zukünftigen Vertragsverhandlungen bessere Konditionen auszuhandeln. Diese bringen euch wiederum mehr Erfahrungspunkte ein und auch die Entwicklung von Upgrade-Teilen dauert kürzer und ist nicht mehr so teuer. Insgesamt ein äußerst motivierendes und faires Belohnungssystem, das es ein wenig einfacher macht, euer Ziel Realität werden zu lassen: den Aufstieg zum Fahrerweltmeister.

Legenden unter sich

Fahrerweltmeister: Ein Ziel, welches die beiden Rennlegenden Ayrton Senna und Alain Prost schon längst erreicht haben. Käufer der Legends-Edition erhalten zusätzlich noch den McLaren MP4/5B von Ayrton Senna und den Ferrari F1-90 von Alain Prost, die ihr im Rahmen von acht zusätzlichen Herausforderungen steuern und so die Rivalität der beiden Ikonen noch einmal aufleben lassen könnt. Käufer der Anniversary-Edition erhalten sogar zusätzlich noch den Ferrari F10 von Felipe Massa und Fernando Alonso und den McLaren MP4-25 von Jenson Button und Lewis Hamilton von 2010 dazu. Auch mit diesen klassischen Fahrzeugen könnt ihr Herausforderungen abschließen und das Formel-1-Feeling vergangener Tage hochleben lassen. Wie auch schon in den letzten Jahren findet sich aber auch in der Standard-Edition eine breite Auswahl klassischer Rennboliden wieder; egal, ob das nun der Ferrari des kürzlich verstorbenen Niki Lauda von 1976 oder der Williams FW25 von Ralf Schumacher aus dem Jahre 2003 ist. Nostalgiker kommen also auf ihre Kosten. Ihr könnt euch die legendären Rennwagen auch im neuen Showroom anschauen und erhaltet dazu noch interessante Informationen zu den Fahrern und den Wagen selbst. Der Showroom beschränkt sich dabei auch nicht nur auf die historischen Fahrzeuge, sondern beinhaltet auch die aktuellen Formel-1- und Formel-2-Autos.

Eigene Rennwagen im Multiplayer

Für den Multiplayer könnt ihr sogar einen eigenen Rennwagen kreieren, das beschränkt sich jedoch nur auf die Farben eures Autos. Zusätzlich könnt ihr euren virtuellen Rennfahrer für den Multiplayer aus über 45 Gesichtern erstellen und sowohl seinen Helm und seinen Rennanzug als auch seine Rennhandschuhe farblich anpassen. So könnt ihr euren Rennfahrer unverwechselbar gestalten und im Online-Modus auf Trophäenjagd gehen. Hier erwarten euch neben den üblichen Online-Championships nun auch wöchentliche Grand-Prix- und Classic-Grand-Prix- Events. Dabei wird die Rennwoche in zwei Abschnitte unterteilt. In der ersten Phase absolviert ihr wie im Karrieremodus Trainingsprogramme, um sogenannte Competition Points zu verdienen, und fahrt das Qualifying. Der zweite Teil, das eigentliche Rennen, findet immer am Wochenende statt. Je mehr Competition Points ihr während des Rennwochenendes sammelt, desto höher steigt ihr in der Rangliste auf. Alles in allem sehr schöne Ergänzungen zum Online-Multiplayer!

Wenn ihr aber der Typ Spieler seid, den weder der Multiplayer noch der Karrieremodus interessieren, könnt ihr euch auch einfach im Grand-Prix-Modus einen Wagen und eine Strecke aussuchen, die für euch passenden Renneinstellungen auswählen und einfach drauf los fahren. Ob ihr ein vollständiges Rennwochenende mit allen Trainingseinheiten, Qualifyings und der kompletten Renndistanz absolviert, oder aber nur für ein Rennen über fünf Runden an den Start geht, bleibt wie so oft allein euch überlassen.

Treppchen für F1 2019

Das Spiel bietet also für alle Klientel, vom Casual-Gamer bis zum Simulations-Fan, einiges an Einstellungsmöglichkeiten. Die tolle Grafik und Präsentation der Rennwochenenden beziehungsweise der Rennstrecken und Formel-1-Boliden machen das Rennerlebnis sehr authentisch. Dass das Spiel darüber hinaus mit vielen unterschiedlichen Spielmodi wie dem Karrieremodus, den Herausforderungen für die historischen und modernen Formel-1-Wagen, dem klassischen Grand-Prix-Modus sowie dem Multiplayer mit wöchentlichen Grand-Prix-Events aufwartet, macht den Ableger der diesjährigen Formel 1-Saison erfrischend vielseitig. Wenn die Formel 1 im realen Leben immer so wäre wie im Spiel, nämlich abwechslungsreich und vor allem durchgehend spannend, hätte die Königsklasse des Rennsports im Moment kein so großes Image-Problem. Aber das kann uns beim Spielen von F1 2019 zum Glück herzlich egal sein.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu F1 2019 (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu F1 2019 (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Hervorragende Präsentation der RennwochenendenSehr detailgetreue Darstellung der Strecken und FahrzeugeBrilliante Grafik und SoundeffekteKurzweiliger KarrieremodusSehr viele Spielmodi
Teils unschöne Pop-Ups und unscharfe TexturenFramedrops bei den WiederholungenTutorials nur im KarrieremodusZwischensequenzen im Karrieremodus nur in der Formel 2
  1. Seite 1 Das Gameplay von F1 2019
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