Vorschau: Exoprimal ist ziemlich gut, aber das Live-Service-Modell gibt mir Bedenken

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Vorschau: Exoprimal ist ziemlich gut, aber das Live-Service-Modell gibt mir Bedenken
Quelle: Capcom

Unser freier Autor Daniel konnte Capcoms brandneuen Dino-Shooter Exoprimal bereits vorab ausprobieren. Zwar hat sich das Spiel in Sachen Gameplay ziemlich gut angefühlt, doch ob sich das Spiel als ein Live-Service-Titel zum Vollpreis durchsetzen kann, ist fraglich.

Das Entwicklerstudio Capcom ist den meisten sicherlich ein Begriff. Genredefinierende Klassiker wie Resident Evil oder Monster Hunter wurden von Capcoms Spieleschmiede zum Leben erweckt, und auch das beliebte Fighting Game Street Fighter gehört zum Repertoire. In der jüngsten Vergangenheit gab es kaum eine Veröffentlichung des Studios, die bei Fans und Kritikern nicht gut ankam. Von den Remakes zu Resident Evil oder Resident Evil 8, dem neuen Monster Hunter Rise, bis hin zu Devil May Cry 5: Capcom befindet sich seit Jahren geradezu auf dem Zenit. Zusätzlich begeisterten das gezeigte Material und die dazugehörige Demo zum anstehenden Street Fighter 6 bereits viele Fans. Als Capcom eine brandneue IP ankündigte, machte das zumindest mich neugierig, denn enttäuscht hat die Firma in den vergangenen Jahren nicht.

Capcoms neue IP ist ein Dino-Shooter mit Mecha-Anzügen

Vorhang auf für Exoprimal, den Dino-Shooter von Capcom. Das Konzept ist einfach: Plötzlich tauchen die Raubtiere aus der Vergangenheit auf und die Menschheit setzt sich mit einem Arsenal an Waffen und High-Tech-Anzügen zur Wehr. Mit Exoprimal (jetzt kaufen 12,10 € / 53,99 € ) möchte Capcom kein weiteres Monster Hunter kreieren, sondern eher in Richtung Live-Service gehen. Das Spiel fokussiert sich daher auf PvPvE-Inhalte und auch ein Battle Pass wurde bereits angekündigt. In der offenen Beta durfte ich lediglich einen Modus ausprobieren, in dem zwei Teams gegeneinander antreten und versuchen, so schnell wie möglich zahlreiche Dinosaurier zu vernichten. Dazu nutzt man die Exosuits, von denen ich zur Beta bereits jeden ausprobieren durfte.

Die Anzüge sind in drei Kategorien eingeteilt. Als Support heilt man seine Verbündeten oder unterstützt sie, in dem man etwa die Mobilität der Dinosaurier einschränkt. Als Tank steht unter anderem eine Art Reinhardt aus Overwatch zur Verfügung, der mit seinem großen Schild und Angriffen im Nahkampf seine Teammitglieder beschützt. Für Schadensausteiler gibt es wie gewohnt die meisten Auswahlmöglichkeiten, von agilen Nahkämpfern und Revolverhelden auf mittlerer Reichweite bis zu richtigen Scharfschützen. Egal, ob Support, Tank, oder Assault, jeder Exosuit hat seine eigenen Besonderheiten und fühlt sich gut an. Zusätzlich darf man die Anzüge zu jeder Zeit wechseln, um die Schwachstellen seines Teams auszugleichen.

In den PvE-Runden ist das hilfreich, da man die Bemühungen des gegnerischen Teams sabotieren kann, indem man spezielle Dinosaurier auf sie hetzt. Werden etwa die Scharfschützen-Dinos aufs Feld geschickt, kann ein eigener Scharfschütze im Team glänzen. Um besonders große Saurier kümmern sich Tanks mit ein paar Schadensausteilern. Die Fortschritte des gegnerischen Teams sieht man über deren Silhouetten auf dem Schlachtfeld und einer Leiste am oberen Rand des Bildschirms. Hat man die verschiedenen PvE-Stages bewältigt, kommt man sozusagen ins Finale.

Zu viel PvP in meinem Dino-Shooter?

Hier erscheinen immer noch Dinosaurier, der Fokus liegt jedoch auf einsammelbaren Gegenständen, die jeweils einen Punkt gewähren. Sieger ist das Team, das zuerst 100 Punkte erreicht. Hier darf man die gegnerischen Exosuit-Piloten selbst erledigen, wodurch diese Punkte verlieren. Die PvE-Runden sind sozusagen nur Vorgeplänkel, denn erst hier entscheidet sich der Sieger. Auch sind die PvE-Abschnitte nicht sonderlich anspruchsvoll, wodurch zumindest in meiner Test-Phase beide Teams fast immer recht zeitgleich ins PvP-Segment starteten. Einen ausreichenden Vorsprung konnte ich mit meinem Team nie erreichen, weswegen sich alles immer erst in der PvP-Runde entschied. Das Gameplay des PvP hat zwar auch Spaß gemacht, beispielsweise wenn man als Sniper die gegnerischen Support-Spieler unschädlich macht, doch die PvE-Runden zuvor haben sich fast schon unnötig angefühlt. Als hätte ich meine Zeit damit verschwendet und nur gewartet, dass es zum Entscheidungskampf kommt.

Muss es denn wirklich Live-Service sein?

Exoprimal ist definitiv interessant. Was ich vom Gameplay bisher ausprobieren durfte, war unterhaltsam. Die Exosuits unterscheiden sich stark, die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt einen neuen Anzug zu wählen, ist großartig, das Gunplay fühlt sich gut an, und auch die Optik punktet. Exoprimal machte bisher auch im Hinblick auf die Performance einen guten Eindruck, selbst wenn sich zahlreiche Effekte und eine Menge Dinos auf dem Bildschirm befanden. Das klingt alles gut, doch der anspielbare Modus konnte mich noch nicht ganz überzeugen.

Beim Spielen erinnerte mich Exoprimal an das PvPvE-Stealth-Game Hood: Outlaws & Legends. Hier setzte man sich erst gegen PvE-Gegner zur Wehr, stahl deren Reichtümer und extrahierte diese dann an einem festgelegten Ort. Man konnte jeden Schritt bis zur Extraktion fehlerfrei durchführen und dem gegnerischen Team einen Schritt voraus sein, schaffte es die andere Truppe jedoch kurz vorm Schluss, die Kontrolle über den Schatz zu erlangen, gewannen sie das komplette Match. Das hat sich nicht sonderlich gut angefühlt, weswegen der Titel zur Veröffentlichung schnell seine Spielerschaft verlor und zum größten Teil negative Reviews erhielt. Mittlerweile haben die Entwickler zwar noch einiges an Arbeit in den Titel gesteckt, doch den Hype vom Anfang konnten sie nie mehr einfangen, weswegen Hood: Outlaws & Legends mittlerweile nur mit Mühen die zweistelligen Spielerzahlen knackt.

Von meinen bisherigen Erfahrungen mit Exoprimal könnte das gleiche Schicksal auch Capcoms Dino-Shooter ereilen, wenn die anderen Modi, die zum vollständigen Release verfügbar sein werden, nicht das Interesse der Spieler zu wecken vermögen. Vor allem das Fehlen einer Kampagne hat bei Outlaws & Legends viele Spieler gestört und Exoprimal wird nach momentanen Informationen ebenfalls keine richtige Kampagne besitzen. Zumindest befinden sich ein paar PvE-Modi im Repertoire des Dino-Shooters, die primär Monster-Hunter-Fans interessieren dürften.

Vollpreis + Battlepass mit jeder Season

Hinzu kommt, dass Exoprimal ein Vollpreis-Titel ist, der als Live-Service-Game operiert. Ein Battle Pass, ein In-Game-Shop, und alle anderen Dinge, die Live-Service-Games mittlerweile so haben, werden also auch in Exoprimal vorhanden sein. Ob Spieler bereit sind, hierfür den Vollpreis zu zahlen, lässt sich nur schwer einschätzen. Doch ohne eine gesunde Spielerschaft kann Exoprimal schlichtweg nicht überleben. Man sehe sich nur Babylon's Fall an, um zu erkennen, wie schwer es sein kann, in der heutigen Zeit ein neues Live-Service-Game zum Vollpreis aus dem Boden zu stampfen. Zumindest wird Exoprimal direkt am ersten Tag im Game Pass enthalten sein, was die Spielerzahlen vermutlich in die Höhe treiben wird.


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Trotz der Bedenken machte mir das Gameplay in Expoprimal am Ende des Tages viel Spaß. Mit ein paar Anpassungen am Balancing und den zur Veröffentlichung verfügbaren Modi habe ich keinen Zweifel daran, dass viele Spieler zum Release am 14. Juli dieses Jahres ihre Zeit mit dem Titel genießen werden. Wer ein paar Freunde am Start hat, mit denen man die verschiedenen PvE-Inhalte bestreiten kann, der muss sich über Spielerzahlen oder einen ständig neuen Battle-Pass keine Sorgen machen.

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