Da kann Steam nicht mithalten: Der Epic Games Store sorgt für offene Münder

News Marc Zander
Da kann Steam nicht mithalten: Der Epic Games Store sorgt für offene Münder
Quelle: Epic Games

Epic Games hat die Umsatzbeteiligung für Entwickler und Publisher zum 1. Juni 2025 angepasst und diese kommen aus dem Staunen nicht heraus. Hier gilt: volle Breitseite gegen Steam.

Als der Epic Games Store sich vornahm, gegen den Platzhirsch Steam anzutreten, stieß er zunächst auf wenig Gegenliebe. Da das chinesische Unternehmen Tencent Anteile am Store hat, gab es viel Misstrauen. Gründe dafür sind unter anderem die vermeintliche Nähe zur chinesischen Regierung und eine damit einhergehende Instrumentalisierung des Unternehmens für politische Zwecke sowie die Intransparenz und der nicht sorgfältige Umgang mit vertraulichen Kundendaten.

Doch der Newcomer hatte ein paar Asse im Ärmel, um sich Freunde zu machen: Jede Woche konnten Nutzer mindestens ein kostenloses Spiel erhalten. Diese Aktion sollte ursprünglich begrenzt sein, wurde seit Beginn des Epic Games Stores jedoch bis heute beibehalten und sogar erweitert: Es gibt Wochen mit bis zu drei Gratis-Games und seit kurzem auch jede Woche mindestens ein Gratis-Spiel im mobilen Epic Games Store für Android und iOS/iPadOS-Geräte. Das größte Plus sollten jedoch Spieleentwickler erhalten.

Was bekommen Spieleentwickler bei Steam und Epic Games aktuell?

Wer sein Spiel auf der Plattform Steam von Valve anbietet, muss 30 Prozent der Einnahmen an Valve abgeben. Erzielt ein Spiel mehr als zehn Millionen US-Dollar Umsatz, sinkt die Lizenzgebühr bei Steam auf 25 Prozent, sodass Entwickler 75 Prozent erhalten. Ab einem Umsatz von mehr als 50 Millionen US-Dollar erhöht sich der Anteil für die Entwickler sogar auf 80 Prozent. Damit wollte Valve besonders umsatzstarke Titel auf seiner Spiele-Verkaufsplattform halten.

Epic hat von Anfang an auf ein entwicklerfreundliches Umsatzbeteiligungsmodell gesetzt. Wer sein Spiel im Epic Games Store zum Kauf anbietet, erhält immer 88 Prozent des erzielten Umsatzes. Wurde ein Spiel mit der Unreal-Engine entwickelt, verzichtet Epic auf die üblichen 5 Prozent Lizenzgebühren, sofern das Spiel über den Epic Games Store vertrieben wird. Und wer sich entschließt, sein Spiel für ein halbes Jahr exklusiv im Epic Games Store anzubieten, erhält den kompletten Umsatz in den ersten sechs Monaten nach Release zu 100 Prozent ausbezahlt.

Welche Änderungen am Umsatzmodell gibt es bei Epic Games?

Rückwirkend zum 1. Juni 2025 treten nun Änderungen am bestehenden Umsatzbeteiligungsmodell in Kraft. Konkret geht es darum, dass Spieleentwickler ab sofort die erste generierte Million an Umsatz komplett behalten dürfen, sofern dieser Umsatz innerhalb von zwölf Monaten eingenommen wird. Danach werden die Gebühren von 12 Prozent an Epic Games fällig. Das Ganze soll plattformübergreifend funktionieren, also Verkäufe auf PC, Mac, iOS, iPadOS und Android betreffen.

Vorerst gilt die neue Umsatzbeteiligung bis zum 31. Dezember 2025. Ab dem 1. Januar 2026 wird die Umsatzschwelle dann jeweils am 1. Januar eines Jahres für alle Produkte zurückgesetzt. Die erste Million Umsatz fließt ab jetzt also jedes Jahr ab dem 1. Januar zu 100 Prozent in die Taschen der Entwickler. Und wer im Rahmen des Erstausgabe-Programms sein Spiel exklusiv im Epic Games Store anbietet, bekommt nicht nur alle Umsätze der ersten sechs Monate ausbezahlt, sondern auch danach bis zum Erreichen von einer Million US-Dollar alle weiteren Umsätze. Erst danach greift die 88/12-Regelung.

Quelle: Epic Games

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