Enshrouded im Early-Access-Check: Survival mit allem, für alle!

Special Stefan Wilhelm
Vier Helden mit unterschiedlichen Charakterklassen rüsten sich zum Kampf.
Quelle: Keen Games

Das deutsche Survival-RPG Enshrouded startet in den Early Access und ist schon jetzt ein gigantisches Spiel - und auch ein überraschend gutes!

Ist die erste Basis etabliert und mit den nötigsten Helfern bestückt, gilt es noch, sich mit Buffs und Items auszustatten. Weil Klettern, Hüpfen und Sprinten ordentlich Ausdauer kostet, packt ihr Essen und Wasser ein, um die Regeneration zu erhöhen. Die maximale Ausdauer steigert ihr am effektivsten, wenn ihr es euch an einem warmen, sicheren Ort, etwa vor eurem Ofen, gemütlich macht. Dann wird noch komfortabel die Ausrüstung repariert, indem ihr kurz eure Werkbank anklickt.

Das Zwischenland, Hyrule, Embervale

Eure Trips nach Embervale haben eigentlich immer eine Quest oder einen Ort zum Ziel. Die Spielwelt ist hier nämlich fix und nicht zufallsgeneriert, was den Entwicklern erlaubt, sie mit jeder Menge Locations vollzustopfen. Zu Beginn ist die gigantische Karte von einem Fog of War bedeckt, Orte findet ihr also durchs Erkunden oder indem ihr Hinweisen von NPCs oder Notizen nachgeht. Zudem stehen, wie in einem klassischen Open-World-Spiel, riesige Türme herum, die ihr zum Aufdecken der Map und zum Schnellreisen nutzt.

Ein Flammengeborener sitzt am Feuer. Quelle: Keen Games Im Startgebiet durchquert ihr eine lauschige Hügellandschaft voller grüner Wiesen und zerfallener Siedlungen. Die Nebelschwaden, die sich über die Landschaft legen, dichte Vegetation und malerische Beleuchtung schaffen eine gelungene Atmosphäre, während das zerklüftete Design der Welt immer wieder den Drang zum Erkunden fördert. Per Luftlinie navigiert ihr hier nämlich nur selten zum Ziel, meist macht euch die Geographie einen Strich durch die Rechnung.

Schuften in den Voxel-Minen

Da kommen euch die wenig innovativen, aber spaßigen Movement-Tools zugute: Schon früh bastelt ihr euch einen Greifhaken, um euch an vorgegebenen Punkten hochzuziehen, und einen Wingsuit, mit dem ihr euch von hohen Punkten stürzt und über Hindernisse segelt. Da die Spielwelt komplett aus Voxeln, also dreidimensionalen Pixeln besteht, lässt sie sich außerdem extrem detailliert verformen. Ihr könnt jederzeit eure Spitzhacke rausholen und euch nahezu überall hinein- oder durchgraben.

Das dient nicht nur zum Abbau von Gestein oder zum Ausgraben versteckter Gruften, sondern auch zum Öffnen neuer Pfade. Hat euer Mitspieler zum Beispiel noch keinen Greifhaken freigeschaltet, buddelt ihr ihm einfach eine Treppe, auf der er zu euch nach oben kommt. Und wenn euch mal für eine Tür der Dietrich fehlt, holt ihr einfach eine Bombe raus und sprengt ein Loch in die Wand!

In der offenen Spielwelt ist also häufig eure Kreativität gefragt, wodurch es auch beim Abklappern der Fragezeichen auf der Map kaum Leerlauf gibt. Überall sind Schatztruhen, Erfahrungspunkte und Crafting-Ressourcen versteckt, in den markierten Locations löst ihr oft kleine Rätsel oder Geschicklichkeitsparcours, ab und zu lauft ihr Bossgegnern in die Hände.

Zusätzlich müsst ihr noch den überall wabernden Todesnebel einkalkulieren: Betretet ihr eine Miasma-Zone, steht ihr permanent unter Zeitdruck, da die Flamme den Nebel nur ein paar Minuten lang zurückhalten kann. Ihr müsst also immer wieder aus der Suppe auftauchen oder den Landstrich gleich ganz davon befreien, indem ihr die Miasma-Wurzeln findet und zerstört.

Ein Mann mit einer Spitzhacke in der Hand blickt auf eine mittelalterliche Burg. Quelle: Keen Games

Get on my lvl

Da kommt es auch häufig zum Kampf, denn anders als im Rest der Welt sind die Monster im Miasma unabhängig von der Tageszeit auf den Beinen. Enshroudeds Kampfsystem ist funktional, aber auch nicht viel mehr. Ihr habt regulär nur einen einzigen Angriff zur Verfügung, daneben weicht ihr aus, blockt oder pariert im richtigen Zeitpunkt.

Zusätzlichen Standardkram wie einen Sturzangriff oder einen Finisher schaltet ihr frei, indem ihr knapp bemessene Erfahrungspunkte im Skilltree investiert. Besonders wuchtig fühlt sich das alles nicht an, deswegen müsst ihr selbst für mehr Spaß in den Kämpfen sorgen, indem ihr öfters mal andere Waffen ausprobiert. Weil Zauberstäbe, Bomben und Bögen auch ohne entsprechende Skillung ordentlich reinhauen, macht Enshrouded den Wechsel immerhin leicht.

Zumindest hauen sie rein, wenn ihr nicht gerade unbewusst in hochstufige Zonen stolpert, was uns auf unseren Abenteuern regelmäßig passiert ist. Daraus resultiert auch einer unserer größten Kritikpunkte an Enshrouded: Bei dem Fokus aufs Erkunden ist das extreme Levelgating eine ungünstige Designentscheidung. Weder im Questlog noch auf der Karte seht ihr ihr die Stufe der Inhalte, die euch erwarten. Schon ein Unterschied von ein paar Levels zwischen euch und den Gegnern lässt die Kämpfe kinderleicht oder extrem zäh werden, zudem ist auch der Loot an diese unsichtbaren Gebietsgrenzen angepasst.

Das führt dazu, dass ihr schon im ersten Biom häufig in Gegenden stolpert, in denen ihr entweder keine Chance habt oder nur Schrottausrüstung als Belohnung findet. Falls den Entwicklern kein Weg einfällt, ganz auf striktes Levelgating zu verzichten, wäre eine Anzeige auf der Karte wünschenswert, die verrät, welche Zonen aktuell für euch geeignet sind. Das würde den Fortschritt zumindest planbarer und damit auch motivierender machen.

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