Elgato Game Capture 4K X und 4K Pro: Neues Hardware-Futter für Streamer
Special
An der Konsole zocken und die ganze Welt daran teilhaben lassen. Streaming wurde in den vergangenen Jahren immer beliebter. Für Hobby-Streamer und Profi-Player hat Elgato nun neue Ware parat.
HDR10, VRR und ALLM - Vokabelkunde
Elgato wirft für beide Karten mit einigen Begriffen um sich, die wir euch hier noch einmal kurz näherbringen möchten: HDR10, VRR und ALMM.
Von HDR haben die meisten sicherlich schon etwas gehört, ist es doch mittlerweile in unzähligen Monitoren und Fernsehern fester Bestandteil. Hierbei handelt es sich um die Bildwiedergabe mit einem hohen dynamischen Umfang.
Das bedeutet heruntergebrochen, dass deutlich mehr Farben realitätsgetreu dargestellt werden können. Die Farben sind satter und Hell-Dunkel-Verhältnisse detaillierter. Dolby Vision wird bisher nur von der Xbox unterstützt, daher ist das HDR-Format der Elgato auf HDR 10 festgelegt.
Quelle: Elgato/Corsair
VRR ist besonders PC-Spielern bekannt. Die Variable Refresh Rate sorgt dafür, dass Grafikkarten und Konsolen die Framerate an den Monitor bzw. Fernseher anpassen. Dadurch wird Tearing und Bildstocken verhindert. Das Bild wird flüssiger.
Recht spannend ist das ALLM-Feature. Das ist erstmals in den Elgato Karten verbaut und soll die Latenz von der Konsole zum Monitor im Passthrough verringern. Damit spielen sich die Spiele exakt wie mit einer Direktverbindung zum Bildschirm.
Das fiel bei ruhigen Singleplayer-Spielen zwar nie auf, doch besonders rasche Online-Spiele wie Shooter oder Sportspiele profitieren davon. Gleichzeitig muss aber auch gesagt werden, dass die Nuancen wohl nur Profi-Spielern auffallen. Erwähnenswert ist es trotz alledem.
Die Software zur Hardware
Ein gewaltiger Knackpunkt ist die Software. Elgato bietet mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Programme für ihr Peripherie-Repertoire. Für die Game Captures ist hier die 4K Capture Utility zuständig. Die Systemanforderungen sollten von jedem PC gepackt werden, der Spiele der letzten Jahre wiedergeben kann. Empfohlen wird auf der eigenen Website eine Grafikkarte der GTX 10-Serie oder eine RTX Karte von Nvidia.
Innerhalb der Software wird das Bild der Konsole direkt angezeigt. Wichtig ist hierbei vorab HDCP in den Konsoleneinstellungen auszuschalten. Mit einem einfachen Klick kann dann Gameplay, wahlweise mit Voice-Over, aufgezeichnet werden. In einem zweiten Bildschirm kann die Aufnahme direkt bearbeitet und hochgeladen werden. Für bloße Aufnahmen lohnt sich die Software durchaus.
Quelle: Elgato/Corsair
Wer als Streamer Karriere machen möchte oder sich ein wenig mit Hard- und Software auskennt, greift lieber zu OBS. Die kostenlose Software sollte jedem Streaming-Fan ein Begriff sein und bietet deutlich umfangreiche Funktionen als das hauseigene Elgato-Programm. Die Qualität der Aufnahmen und des Streams sind dabei gleichermaßen hoch. Zuvor müssen jedoch entsprechende Einstellungen getroffen werden.
Cop or drop?
Für wen lohnen sich die beiden neuen Karten nun und lohnt es sich noch einen Blick auf die Vorgänger zu werfen? Wie immer ist das eine Frage der eigenen Ansprüche und Bedürfnisse. Die 4K X bietet mit 4K144-Aufnahmen ideale Voraussetzungen schnelle Action-Spiele. Wer unterwegs Spiel-Sessions aufnehmen möchte, kann das mit dem iPad machen.
Doch wann kommt man schon einmal in eine solche Situation? Der stärkste Grund zur 4K X zu greifen ist die Bildwiederholrate. Der Vorgänger, die HD60 X, schafft lediglich Full-HD-Inhalte mit 60 FPS. Ultra HD ist lediglich mit 30 Bildern pro Sekunde verfügbar. Wer das hinnehmen kann, kann aber getrost Geld sparen.
| HD60 X | 4K X (Neu) | 4K60 Pro | 4K Pro (Neu) | |
|---|---|---|---|---|
| Aufnahmen | 1080p60, 4K30 | 1080p60, 1080p240, 4K60, 4K144 | 1080p60, 4K60 | 1080p60, 1080p240, 4K60 |
| Passthrough | 1080p60, 1080p240, 1440p120, 4K60 | 1080p60, 4K60, 4K144 | 1080p60, 1080p240, 1440p120, 4K60 | 1080p60, 4K60, 8K60 |
| HDR10 | Ja | Ja | Ja | Ja |
| VRR | Ja | Ja | Nein | Ja |
| ALLM | Nein | Ja | Nein | Ja |
| HDMI 2.1 | Nein | Ja | Nein | Ja |
| Anschluss | USB 3 Typ-C | USB 3 Typ-C | PCIe 3.0 4x | PCIe 2.0 4x |
| Max. Bitrate | 60 Mbps | 140 Mbps | 140 Mbps | 140 Mbps |
Die 4K Pro unterscheidet sich recht geringfügig von der 4K60 Pro. Im Gegensatz zum Vorgänger sind hier 8K Passthrough möglich und Downscaling auf 4K und ALLM sind mit an Bord. Mehr Unterschiede gibt es nicht. Dafür liegt der Aufpreis auch nur bei knapp 50 Euro. Ein Upgrade lohnt also eher weniger. Transparenzhinweis: Die Test-Hardware wurde von Elgato zur Verfügung gestellt.
