Elden Ring: Shadow of the Erdtree im Test - Ein absolutes Spielweltwunder!

Test Stefan Wilhelm
Elden Ring: Shadow of the Erdtree im Test - Ein absolutes Spielweltwunder!
Quelle: Bandai Namco 

Mit dem DLC ist From Softwares XXL-RPG auf eine schwindelerregende Größe gewachsen. Stimmt auch die Qualität oder geht dem Spiel langsam die Puste aus?

Die Waffen und Zauber, die wir mit ihren Erinnerungen herstellen, bereichern unsere Kämpfe mit spektakulären Kriegsaschen, dank derer wir uns wie ein Boss fühlen dürfen - zumindest, wenn wir es mit Gegnern zu tun bekommen, die auch mal unter einem Angriff einknicken, denn die Haltungen und Resistenzen der neuen Feinde wirken mächtiger als die ihrer Kollegen aus dem Hauptspiel.

Falls ihr euch nun Sorgen macht, dass euch der DLC im New Game Plus viel zu schwer wird, können wir euch beruhigen: Wir haben uns sowohl im New Game auf Stufe 150 als auch im New Game Plus auf Stufe 250 ins Schattenland gewagt und wurden in beiden Fällen ungefähr gleich stark gefordert. Der DLC ist klar im Endgame angesiedelt und die New-Game-Plus-Skalierung fällt mit zunehmendem Spielfortschritt ohnehin immer weniger ins Gewicht.

Eine Winterlaterne pirscht durch den Abgrundwald. Quelle: Bandai Namco 

Spiel denselben Boss nochmal!

Vor allem im Endgame findet sich auch Elden Rings größte Schwäche: Eine Gegnervielfalt, die zu gering ausfällt, um die gigantische Spielwelt bis zum Schluss mit neuen Feinden zu bevölkern. Manche Widersacher, darunter auch einige Bosse, laufen uns sehr viel häufiger über den Weg, als es spannend ist, gegen sie zu kämpfen.

Shadow of the Erdtree bietet allein elf neue Hauptbosse, und stolze zehn davon haben wir zum Glück nur ein einziges Mal angetroffen. Neue Elitefeinde wie die gehörnten Ritter zählen außerdem zum Härtesten, was das Spiel außerhalb seiner Bossarenen zu bieten hat, und auch die überall postierten Messmer-Soldaten halten uns mit ihrer tödlichen Spezialfähigkeit auf Trab.

Die Ofenriesen, die im Add-On die neuen Zutaten für die Arzneimittelflasche bewachen, werden dafür nach dem ersten Aufeinandertreffen kaum interessanter, und es gibt einige davon.

Die Erweiterung setzt uns auch wieder viele bekannte Feinde aus dem Zwischenland vor: Die Geisterflammendrachen haben nicht viel mehr auf dem Kasten als die Artgenossen aus Fleisch und Blut, genauso wenig wie die Erdenbaumgeister, die uns schon seit der Hälfte des Hauptspiels zum Hals heraushängen.

Ein besonders geheimes Gebiet des Schattenlands besticht mit malerischem Umgebungsdesign, spielerisch wird es aber entwertet, wenn uns darin zwei Baumwächter und eine Sternenfallbestie im Abstand von wenigen Metern vorgesetzt werden. Die vier Mausoleumsbosse sind effektiv auch nur Standard-NPCs nach dem altbekannten Schema.

Viele Standardgegner wurden eins zu eins in den DLC übernommen, und ein Gebiet wie Schloss Ensis, das wir früh durchqueren müssen, wirkt dadurch etwas lustlos.

Bei den Nebendungeons setzt das Add-On dagegen auf Klasse statt auf Masse. Ein paar der Dungeons verlassen sich auf die bekannte Katakomben-Ästhetik aus dem Hauptspiel, aber es gibt auch ganz neue Umgebungen und Mechaniken, wodurch wir uns in den Kerkern nie gelangweilt haben.

Mal müssen wir uns einen Weg über hängende Kriegsgefäße bahnen, mal stolpern wir in einer unscheinbaren Höhle plötzlich in ein gottloses Blutritual. Die Bosse in diesen Kerkern sehen wir zwar teils mehr als einmal, aber dafür sind es neue Gegner mit interessanten Moves.

Ein Geisterwurm vor blau-schwarzem Waldhintergrund. Quelle: Bandai Namco  Nerviger sind da die paar technischen Defizite, die From Software noch immer nicht in den Griff bekommen hat: Beim Reiten durch manche Bereiche der Spielwelt und vor allem, wenn Feinde großflächige Effekte abfeuern, brach auf unserem PC mit einer RTX 4080 schon mal die Framerate ein - auf der PS5 passiert das dementsprechend häufiger und stärker.

Gleiches gilt für nachladende Pflanzen, wenn wir uns an einen dicht bewachsenen Ort der Gnade teleportieren. Die Shader-Compilation-Ruckler der frühen PC-Version sind uns diesmal aber nicht begegnet.

Auch interessant: Mehr Technik-Infos zu Elden Ring und Shadow of the Erdtree findet ihr bei unseren Kollegen von PC Games Hardware!

Ein Pflichtkauf?

Ihr seht schon: Die Defizite der Erweiterung, nämlich Recycling und technische Unsauberkeit, sind für Kenner des Hauptspiels nichts Neues. Ihr größter Pluspunkt, nämlich die phänomenale Spielwelt, schafft es dafür, selbst das Zwischenland in den sprichwörtlichen Schatten zu stellen.

Selten hat uns das bloße Erforschen eines Gebiets derart herausgefordert, überrascht und belohnt - von der eindrucksvollen Präsentation ganz zu schweigen. Auch, wenn es mit seinen Altlasten diesmal knapp an der Höchstwertung vorbeischrammt: Shadow of the Erdtree gehört in die Bibliothek eines jeden, der sich ansatzweise für Elden Ring interessiert. Wir hoffen, ihr hattet die nächsten paar Wochen noch nichts vor!

Wertung zu Elden Ring (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu Elden Ring (PS5)

Wertung:

9.0 /10
Fazit

Shadow of the Erdtree ist die gigantische Kirsche auf der Elden-Ring-Torte, die hier und da etwas zu viel wiederverwertet, aber dafür mit From Softwares bester Spielwelt begeistert.

Elden Ring: Shadow of the Erdtree erscheint am 21. Juni 2024 für PC, PS5, PS4, Xbox Series X/S und Xbox One. Regulär verlangt From Software knapp 40 Euro für den DLC. Für einen Aufpreis von 10 Euro gibt es darüber hinaus ein Premium Bundle mit digitalem Soundtrack und digitalem Artbook. Wer das Hauptspiel noch nicht besitzt, bekommt ein Paket aus Elden Ring mit DLC sowohl physisch als auch digital für knapp 80 Euro. Für happige 250 Euro ist eine Collector's Edition verfügbar, die ein physisches Artbook und eine 46cm hohe Statue von Messmer, dem Pfähler enthält. Transparenzhinweis: Für diesen Test wurden uns digitale Versionen von Shadow of the Erdtree von Bandai Namco zur Verfügung gestellt.

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