Elden Ring: From Softwares Magnum Opus im Test - Seite 2: Gameplay, Gegner, Bosse

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Elden Ring: From Softwares Magnum Opus im Test - Seite 2: Gameplay, Gegner, Bosse
Quelle: Bandai Namco

Lange haben wir gewartet, gehofft und spekuliert, ob Elden Ring seinen Erwartungen gerecht wird. Nachdem wir nun über 80 Stunden in der fertigen Version des Spiels verbracht haben, lautet unsere Antwort: Ja, das wird es. Elden Ring ist ein großartiges Abenteuer geworden, mit dem From Software trotz kleiner Altlasten im Gepäck einen neuen Gipfel erklimmt. Mehr dazu in unserem XXL-Test zu Elden Ring.

Habt ihr das Finale der Souls-Trilogie gespielt, fühlt sich Elden Ring sofort vertraut an. Steuerung und Spielgefühl sind zu Fuß nahezu identisch. Elden Ring spielt sich dementsprechend griffig und dynamisch. Das Trefferfeedback ist saftig, die Hitboxen sind spitze, die Angriffsanimationen auch. Euer Befleckter hat aber ein paar neue Fähigkeiten in petto. So könnt ihr nun endlich komfortabel aus dem Stand springen, und ein simples Schleichsystem hat es auch ins Spiel geschafft. Den Sprung werdet ihr nicht nur zur Fortbewegung, sondern auch im Kampf häufig einsetzen: Mit Sturzangriffen richtet ihr mehr Schaden an, je länger ihr fallt, und öffnet die Feinde für kritische Angriffe.

Ist nämlich die unsichtbare Haltungsleiste eines Gegners leer, bricht er für kurze Zeit wehrlos zusammen. Den gleichen Effekt erzielt ihr mit dem neuen Abwehrkonter, der euch nach einem Block mit erhöhtem Haltungsschaden zurückschlagen lässt. Das Haltungssystem ist eine subtile, aber gelungene Methode, um euch aus der Defensive zu locken. Immerhin bedeutet ein wehrloser Feind nicht nur Gratis-Schaden, sondern bei Bedarf auch wertvolle Sekunden, um einen Heiltrank zu kippen.Das Bogenschießen hat Elden Ring ebenfalls mit einer feinen Neuerung aufgepeppt: Die Pfeilschleudern dürft ihr nun auch lässig aus der Luft oder nach einer Ausweichrolle abfeuern.

Upgrade mit vier Hufen

Mit Sturmwind könnt ihr über horizontale Angriffe und Explosionen hüpfen. Ihr dürft jeden Feind zwar auch zu Fuß bekämpfen, das Pferd macht euch aber deutlich schwerer zu treffen. Quelle: PC Games Mit Sturmwind könnt ihr über horizontale Angriffe und Explosionen hüpfen. Ihr dürft jeden Feind zwar auch zu Fuß bekämpfen, das Pferd macht euch aber deutlich schwerer zu treffen. Mit eurem Pferd Sturmwind pfeift ihr euch euer mächtigstes neues Tool für Movement und Kampf herbei: Ihr dürft beim Reiten zaubern, schießen, zuschlagen und per Doppelsprung über Bodenangriffe hinwegsegeln. Weil sich das Tier sehr direkt steuert, dauert es nicht lange, bis aus planlosem Gefuchtel Ritterturnier-ähnliche Duelle mit Feinden werden, die ebenfalls gerne hoch zu Ross antreten. Das gemeine Fußvolk lässt sich vom Pferd aus recht einfach zersäbeln. Weil ihr nun aber auf zwei Lebensbalken achten müsst und so gut wie tot seid, wenn ihr abgeworfen werdet, ist auch der berittene Kampf spannend und fordernd. Ganz zu schweigen von Bossgegnern, die speziell um das Pferd herum designt wurden, und die entsprechend fix große Distanzen überbrücken können.

Alte Bekannte, neue Bekloppte

Aggressiv und schnell sind sie aber ohnehin, die neuen und bekannten Gegner, die euch Elden Ring vor die Füße wirft. Anfangs kloppt ihr euch noch mit dem üblichen Feindmaterial, also mit Rittern, Zombies und nervigen Hunden. Im Spielverlauf werden die Gegner aber immer grotesker und gefährlicher. Es gibt etwa Land-Oktopusse, die ihre eigenen Tentakel fressen, Marionettensoldaten mit vier Armen und zwei Bögen, und tanzende Blumenfrauen, die sich in den Arm beißen und euch mit Blut bespucken. Die Feinde sind wunderbar kreativ und abartig designt. Außerdem bringen sie euch mit fiesen Tricks und vielen Angriffsmustern ins Schwitzen.

Die vielen verschiedenen Geister machen meist einen guten Job darin, das Feuer etwas von euch abzulenken. Quelle: PC Games Die vielen verschiedenen Geister machen meist einen guten Job darin, das Feuer etwas von euch abzulenken. Das Spiel gibt sich Mühe, den Recyclingfaktor dabei möglichst gering zu halten. Die Godrick-Soldaten etwa tauchen in fast jeder Zone als Standardgegner auf, können später aber Zauber verschießen und Feuerspucken. Ein Typ von Skeletten wurde direkt aus Dark Souls übernommen, aber die Methode, um sie an der Wiederbelebung zu hindern, ist in Elden Ring eine andere. Die auffälligsten Recycling-Gegner sind da noch die Krabben, die From Software eins zu eins aus Dark Souls 3 importiert hat. Zum Glück ist das aber die Ausnahme, und nicht die Regel.

Gute Gründe, ins Gras zu beißen

Die Stars in einem Soulslike sind aber natürlich die Bosse, und von denen hat Elden Ring etliche auf Lager. Der Unterscheid zu früheren Titeln ist, dass der Großteil davon nun kreuz und quer in der Spielwelt verstreut, und optional ist. Wer schnurstracks zum Ende durchmarschieren will, besiegt nur eine Handvoll Endgegner. Wer aber alles erforscht, sieht sich in jeder Zone der Welt mit schätzungsweise einem knappen Dutzend konfrontiert.

Schätzungsweise, denn die meisten dieser Bosse sind mehr oder weniger gut versteckt. Während ihr an Drache Agheel, dem Baumwächter oder Margit, der ersten Fortschrittsbremse, kaum vorbeikommt, müsst ihr viele andere erst auftreiben. Fündig werdet ihr aber an jeder Ecke, denn in den meisten namhaften Orten im Zwischenland treibt sich auch ein Obermotz herum. Nun kann wegen der schieren Masse natürlich nicht so jeder Bosskampf so ausgereift sein, wie etwa ein Hauptboss in den früheren Spielen. Manchen werdet ihr außerdem mehrmals begegnen.

Der überwiegende Großteil ist aber fordernd, toll designt und abwechslungsreich. Die Bosse decken euch mit vielen und umfangreichen Angriffsketten ein, die es zu beobachten, zu lernen und auszunutzen gilt. Wie bei Dark Souls 3 und Bloodborne sind die Kämpfe deutlich auf schnelle Action getrimmt, wo Reaktionsvermögen genauso wichtig ist, wie das passende Equipment. Das Resultat sind intensive und oft spektakulär inszenierte Duelle, die in Elden Ring dank Sprungfunktion und Pferd teils noch um eine vertikale Ebene erweitert werden.

Der Spieler kämpft gegen einen Boss in den Katakomben Quelle: PC Games Wenn euch das Spiel einen Gegner oder Boss mehrmals entgegenwirft, stehen die Chancen meist gut, dass er bei späteren Begegnungen neue Tricks auf Lager hat. Besonders bei den Pflichtbossen, die euch in der großen Festungsanlage jeder Zone erwarten, hat From Software wieder alle Register gezogen. Schon Godrick, der erste Hauptboss, lässt mit seinem Design, seinen Angriffsmustern und seiner grandiosen Inszenierung euren stählernen Arsch auf Grundeis gehen.

Und ohne zu viel vorweg zu nehmen: Im späteren Spielverlauf schickt euch Elden Ring in teils wirklich abgefahrene Kämpfe, in denen die Entwickler neue Mechaniken ausprobieren und es wieder mal ordentlich übertreiben. Im positiven Sinn. Bevor wir nun Spielwelt und Gameplay zusammenführen und erklären, wo dem Spiel ein ganz besonders großer Wurf gelungen ist, haben wir aber auch noch ein paar kleinere Hühnchen mit Elden Ring zu rupfen.

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