Elden Ring braucht keinen DLC, gebt mir lieber Bloodborne 2!
Kolumne
Die offene Spielwelt von Elden Ring ist riesig, trotzdem bekommt das Spiel bald einen DLC. Doch unsere Autorin wünscht sich etwas anderes von FromSoftware.
Zum letzten Mal habe ich es im vergangenen Jahr gespielt und sogar meine gesamte Masterarbeit darüber geschrieben. Ich dachte, danach kann ich es sicher nicht mehr sehen und brauche eine längere Pause, aber nein - schon jetzt zieht es mich zurück nach Yharnam.
Es fühlt sich an wie ein wunderschöner Viktorianischer Albtraum, der Gothic-Horror bleibt auf eine perfekte Weise unheimlich, ohne gruselig oder zu grausam zu werden. Das im Vergleich zu Dark Souls flottere Kampfsystem, das dennoch die Essenz der Vorgänger beibehält, weiß mich immer wieder zu begeistern.
Vor allem, seitdem mir das Parieren in Fleisch und Blut übergegangen ist, sind ohnehin schon tolle Bosskämpfe wie der gegen Fürstin Maria ein wahres Fest. So ein Gefühl hatte ich bei Elden Ring leider nie: Entweder ich war zu früh bei einem Gegner und konnte kaum etwas ausrichten, oder ich war schon zu stark und nach wenigen Schlägen war alles vorbei.
Verschwendete Ressourcen?
Deshalb kann ich nicht anders, als es schade zu finden, dass der Fokus auf einem riesigen DLC für Elden Ring liegt anstelle eines direkten Nachfolgers von Bloodborne. Aus der Sicht von From Software ist es eine absolut nachvollziehbare Entscheidung, den großen Erfolg auszunutzen und eine - mit Sicherheit gut gelungene - Erweiterung herauszubringen.
Aber mein Herz blutet bei dem Gedanken, vermutlich für immer vergeblich auf einen zweiten Teil von Bloodborne zu warten, während die ohnehin gewaltigen Zwischenlande noch mehr erweitert werden. Da kann mich selbst ein treuer Begleiter wie Sturmwind nicht trösten, genauso wenig wie der gutherzige Boc, an den ich heute noch oft denken muss.
Quelle: PC Games
Bloodborne
Ihr seht schon, ich tue mich sehr schwer damit, mein Verhältnis zu Elden Ring in Worte zu fassen. Das mag zum Teil meinem Beruf geschuldet sein, da die Kritikerin in mir die vielen Qualitäten des Spiels auf objektiver Ebene anerkennt. Aber die Enttäuschung darüber, das Spiel nicht so zu lieben können, wie erhofft, ist auch zwei Jahre später noch groß.
Doch bei einer Sache bin ich mir sicher: Ich bin nicht die Einzige, die sich mehr Bloodborne wünscht. Egal, ob es anderen wie mir geht oder sie einfach mehr beziehungsweise möglichst diversen Soulsborne-Content haben möchten, wir sitzen in einem Boot.
Der Wunsch nach einem Remaster, einem PC-Port oder am liebsten einem ganz neuen Teil ist definitiv da. Trotzdem muss ich damit leben, dass das auf absehbare Zeit wohl nicht passieren wird. Also werde ich mich bald ein sechstes, siebtes, vielleicht sogar zehntes Mal nach Yharnam begeben und weiterhin hoffen, dass Miyazaki seinen damaligen Traum noch nicht ganz vergessen hat.
