Elden Ring: Nightreign stundenlang gespielt - Alles gleich, alles anders!
Special
Battle Royale, Roguelike, Koop - Bei Elden Ring: Nightreign zeigt sich From Software experimentierfreudig. Stefan verrät, ob der Mix aufgeht!
Geteiltes Leid ist gedritteltes Leid
Ja, eure Teamkollegen, denn Nightreign ist primär als Koop-Erlebnis konzipiert, und zwar als eines, das gute Koordination erfordert und belohnt. Wie ihr euch vermutlich denken könnt, sind die Kämpfe hier nämlich alles andere als ein Zuckerschlecken.
Bandai Namco konnte uns noch nicht genau verraten, wie das Erlebnis für Solisten aussehen wird, also ob ihr wirklich ganz alleine loszieht oder standardmäßig zwei Bots dabeihabt. Klar ist nur: Es wird die Möglichkeit geben. Mit nur einem Partner zu spielen, soll übrigens auch gehen, aber ob die traute Zweisamkeit dann mit einem Bot, einem Matchmaking-Mitspieler oder gar nicht ergänzt wird, steht noch in den Sternen.
Immerhin verzichtet From Software diesmal auf seine berühmt-berüchtigte Spielersuche via Rufzeichen auf dem Fußboden und lässt euch stattdessen Matchmaking benutzen. Ihr sollt sogar einfach so eure Freunde einladen können, ganz regulär über die Freundesliste. Die Zukunft hat begonnen, Leute!
Flottes Movement, einzigartige Fähigkeiten
Aber Spaß beiseite - wie spielt sich das Ganze denn jetzt? Grundsätzlich genau wie Elden Ring, nur deutlich schneller. Eine neue Highspeed-Sprintfunktion, Wandsprünge und Falken, mit denen ihr bestimmte Strecken abfliegen könnt, lassen euch sehr flott von A nach B kommen.
Gnädigerweise wurde auch der Fallschaden abgeschaltet, ihr könnt euch also frei Schnauze von den vielen Klippen der zerklüfteten Spielwelt hechten. Die Spektralrösser müssen diesmal allerdings im Stall bleiben.
Der größte Unterscheid zum Hauptspiel ist, dass ihr bei Nightreign mit vorgefertigten Charakteren loszieht, die jeweils zwei aktive Fähigkeiten und eigene Startwaffen mitbringen.
Wylder etwa ist der klassische Ritter mit Zweihandschwert und war damit meine erste Wahl. Mit der Armbrust an seinem linken Arm kann er sich zu Gegnern ziehen oder als ultimative Fähigkeit einen durchschlagenden Explosivbolzen abfeuern.
Der Guardian ist dagegen ein aufrecht gehender Vogelmensch, der Tornados beschwört oder von hoch oben wie eine Predator-Rakete aufs Schlachtfeld kracht.
Duchess kann eine Spektralkopie des letzten gegnerischen Angriffs erzeugen und Feinde damit sozusagen mit ihren eigenen Waffen schlagen, während ihr Ultimate das ganze Team für kurze Zeit unsichtbar macht.
Recluse schließlich verkörpert die Rolle der Magierin, die Gegner markiert, um ihre Zauber aufzuladen und für sich und ihr Team Lebenspunkte und Mana wiederherzustellen.
Die restlichen Charaktere konnte ich noch nicht ausprobieren, aber wenn das Zusammenspiel genauso fluffig funktioniert wie bei den ersten vier, dann bin ich guter Dinge, dass Nightreign einiges an Optionsvielfalt bieten wird.
Per se geht es natürlich immer darum, so schnell wie möglich den größten Schaden auszuteilen, aber durch den hohen Schwierigkeitsgrad kann die richtige Fähigkeit zur rechten Zeit spielentscheidend sein.
Duchess' Unsichtbarkeit etwa gibt meinem Team dringend benötigte Verschnaufpausen und lässt uns relativ gefahrlos auf Bosse einprügeln. Gefallene Mitspieler werden in Nightreign durch Angriffe wiederbelebt, daher kann der Flächenschaden von Guardians Luftschlag gleich zwei tote Kollegen auf einmal zurückholen und damit einen Run retten.
Wylders Sprengbolzen zertrümmert zuverlässig die Haltung der Gegner, woraufhin ein Kollege mit einer spitzen Waffe einen saftigen kritischen Treffer platzieren kann.
Quelle: From Software
Auch abseits der Kämpfe ist Koordination das A und O. Mit einem niedrigstufigen Charakter sind schon Standardfeinde eine große Bedrohung, deswegen lohnt es sich anfangs, zusammenzubleiben.
Buildcrafting im Eiltempo
Weil aber jeder Spieler sämtliche verdienten Runen erhält, hat sich mein Team nach ein paar Levelaufstiegen auch gerne mal aufgeteilt, damit wir mehr Bosse in der gleichen Zeit plätten konnten. Die Kirchen mit den Heiltrank-Upgrades muss aber wieder jeder Spieler einzeln ansteuern. Aufgefüllt werden die Flaschen regelmäßig durchs Töten von Gegnern.
Die Belohnungen für die Obermotze werden außerdem für jeden Spieler einzeln ausgewürfelt, den Loot, der in der Spielwelt verstreut ist, gibt's allerdings nur einmal. Wir mussten uns also absprechen, wer gerade was gebrauchen kann.
Ein wichtiges Detail an der Stelle: Jede Figur verfügt über sechs Waffenslots und jede Waffe hat je nach Seltenheit ein bis drei Perks. Solange sich die Waffen im Inventar befinden, sind all ihre Perks aktiv, wodurch sich trotz der weggefallenen Attributspunkte beim Leveln on the fly mächtige Builds zusammenstellen lassen.
Manche der Perks stellen etwa für jeden getöteten Gegner Lebenspunkte wieder her, verstärken Angriffe, wenn ein Feind in der Nähe Blut verliert, oder machen Charakterfähigkeiten mächtiger.
Teambuilding-Maßnahmen
Auch, wenn ich in Souls-Spielen traditionell recht wählerisch bin, was meine Bewaffnung und meinen Spielstil angeht, habe ich dadurch Anreize, mir jedes Ausrüstungsteil anzusehen. Zumindest kurz, denn im Hintergrund tickt unerbittlich die Uhr herunter, bis mein Charakter und die meiner Mitspieler wieder auf die Probe gestellt werden.
Das halsbrecherische Tempo des Spiels treibt immer wieder den Adrenalinpegel hoch, denn mein Team kann sich nicht lange beratschlagen, ob es nun wirklich eine gute Idee ist, auf den riesigen Drachen vor uns loszugehen oder in die Todespest-verseuchten Ruinen hinabzuspringen.
Da entstehen waghalsige Momente, die hängenbleiben, und auch als jemand, der Souls-Koop normalerweise links liegen lässt, war ich schnell überzeugt von dieser Ausrichtung.
Ich bin mir allerdings noch unsicher, wie gut Nightreign alleine oder mit zufälligen Mitspielern funktionieren wird. Die Möglichkeiten zur nonverbalen Kommunikation waren recht begrenzt, soll heißen: Sie gingen nicht über Wegpunkte auf der Karte hinaus.
Vor allem die drei Pflichtbosse jedes Durchlaufs stecken gewaltige Mengen an Schaden ein und teilen ebenso gut aus, und schon ein unerfahrener Spieler im Dreiergespann lässt den Schwierigkeitsgrad hier sehr schnell durch die Decke gehen.
Nun, das ist zumindest, was ich von den Kollegen an anderen Spielstationen gehört habe - ich hatte das Glück, mit Caro von MeinMMO und Jonas von 4P zwei ausgesprochen starke Partner an meiner Seite zu wissen. Wir haben als erstes deutsches Team des Events den Nightlord besiegt, sind allerdings auch nur in zwei von geschätzten 15 Runs überhaupt bei ihm angekommen.
