Groß angekündigte Features verpuffen bei genauer Betrachtung nach wenigen Augenblicken - das ist EA Sports FC 25. Michael Grünwald findet: Es reicht.
Angestaubtes Gameplay
Wäre zumindest die Spielerfahrung auf dem Feld super, könnte ich mit den jährlichen Updates leben. Doch mit dem echten Fußball hat EA FC 25 noch immer nicht viel am Hut. Obwohl mir nun die Möglichkeit geboten wird, das Gameplay zwischen Simulation und Klassisch umzustellen, bleiben die meisten Situationen äußerst weit von Realismus entfernt.
Pro Evolution Soccer und nach der Umbenennung eben eFootball hatten zum Beispiel schon immer die Nase vorne, wenn es um Abpraller nach Schüssen ging. Dort springen die Bälle unkontrolliert durch den Strafraum, was für spannende Momente sorgt.
Quelle: Electronic Arts
In EA FC "kleben" die geblockten Bälle dagegen häufig an den Verteidigern fest. Auch die Bewegungsabläufe der Spieler haben sich in den letzten Ablegern kaum verbessert. Die Laufwege von KI-gesteuerten Kickern sind unvorhersehbar und das macht sowohl in der Offensive als auch in der Defensive in Offline-Partien den Spielfluss zunichte.
Es braucht eine Revolution
Ich möchte aber nicht nur motzen, ohne nicht auch eigene Ideen einzubringen. Wer sich Jahr für Jahr EA Sports FC hingibt, ist in den meisten Fällen großer Fußball-Fan und wünscht sich mehr Realismus. Ich frage mich daher, warum nach wie vor die Möglichkeit besteht, extreme Pass- und Schusshilfen zu aktivieren.
Das schwache Movement kommt in erster Linie von diesen Unterstützungen, da Spieler in vielen Momenten falsch zum Ball stehen, ihn aber dennoch spielen, was dann komplett unrealistisch aussieht.
In Rennspielen muss ich schließlich auch allein dafür sorgen, dass mein Fahrzeug auf dem Asphalt bleibt. Es gibt zwar Brems- und Lenkhilfen, aber der Vergleich hinkt. Einen Ball in die Richtung eines Mitspielers zu passen, ist deutlich einfacher, als einen Wagen mit 300 Stundenkilometern um Kurven zu steuern.
Quelle: Electronic Arts
Der Aufschrei wäre im ersten Moment vermutlich groß, schließlich müsste man sich umgewöhnen. Aber der Mensch ist anpassungsfähig und innerhalb von wenigen Spielen hätten die meisten die anspruchsvollere Steuerung bereits verinnerlicht.
Doch ob EA so einen gewaltigen Schritt in den nächsten Jahren wagt, bezweifle ich. Die Verkaufszahlen passen nach wie vor und das wird sich auch nicht ändern. Aus der Sicht des Unternehmens wären große Veränderungen vielleicht sogar ein Fehler.
Schuld daran hat weder Electronic Arts noch die Community. Es fehlt lediglich ernsthafte Konkurrenz und der daraus entstehende Wettbewerb. Fußball ist in weiten Teilen Europas, Afrikas und Südamerikas in der Gunst der Fans mit großem Abstand die Sportart Nummer eins, und ohne einen echten Konkurrenten bleibt EA Sports FC auch über die nächsten Jahre der unangefochtene Spitzenreiter. Große Neuerungen bleiben aus - und darunter leiden wir alle.
