Bitte nicht! - diese Gaming-Trends wollen wir 2021 und auf der E3 nicht mehr sehen - Open Worlds, Battle Royale und mehr
Special
Seitdem es Videospiele gibt, gibt es auch nervige Trends, welche einem das Gamerleben madig machen. Das fing früh mit miesen Lizenzspielen an, heute sind wir bei Remaster-Wellen, übersättigten Genres und weiteren Störfaktoren. Welche 10 Trends uns ganz besonders auf den Keks gehen, weswegen wir sie auf der rein digitalen E3 2021 und generell im Jahr 2021 nicht mehr sehen wollen, verraten wir im Artikel + Video.
Weiter geht es mit unserem Special zu nervigen Gaming-Trends. auf Seite 2 stellen wir euch fünf weitere Dinge vor, die uns auf der E3 und generell in 2021 gestohlen bleiben können. Los geht es mit Early Access, welches heute oftmals nicht mehr das ist, was es einst einmal war ...
In diesem Artikel
Early Access als Dauerzustand
Quelle: PUBG Corp
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Wusstet ihr, dass der Battle-Royale-Part von Fortnite erst Ende Juni 2020 den Early Access verlassen hat? Angesichts der Tatsache, dass der Titel davor schon flotte drei Jahre intensiv gespielt wurde und ziemlich komplett wirkte, ein vielleicht überraschender Umstand. Nicht aber, wenn man den Spielemarkt der letzten Jahre generell betrachtet: Early Access heutzutage hat in zahlreichen Fällen nicht mehr allzu viel mit dem gemein, was es mal war.
Klar, es gibt noch die klassischen Beispiele. Subnautica: Below Zero war zu Beginn ein unfertiges Gerüst, würde nach und nach massiv überarbeitet und verändert und erscheint nun endlich als fertiges Spiels. Gerade Multiplayer-Titel und da gerne die von großen Herstellern, bleiben aber über Jahre im Pseudo-Early Access und verdienen gleichzeitig mit Season Passes, Microtransaktionen und Co. fleißig Knete.
Early Access ist dann nicht viel mehr als eine Ausrede für Bugs und wenig Content. Ist ja alles "work-in-progress" und muss deswegen entschuldigt werden. Gleichzeitig kann man Spieler abholen, die aus dem Häuschen sind, weil ihnen vorgetäuscht wird, sie würden hier vor allen anderen etwas zu spielen bekommen. Kurzum: In solchen Fällen ist Early Access ein Scheinkonstrukt, das niemandem hilft außer den Publishern.
Live-Service-Games
Quelle: Bioware/EA
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Seit Destiny sind sie fester Bestandteil der Gamingszene: Live-Service-Games beziehungsweise Games as a Service. Warum sie das sind, ist tatsächlich nicht ganz klar. Denn bis auf wenige Ausnahmen, neben Destiny zum Beispiel The Division 1 und 2, haben sich ganz schön viele davon als ganz schöne Gurken erwiesen. Wir denken dabei zum Beispiel an Fallout 76, Marvel's The Avengers und natürlich Anthem.
Klar, theoretisch ist jedes Spiel mit Online-Komponente ein Live-Service-Game. Wir reden aber gezielt von den Titeln, die sich auf die Fahne geschrieben haben, über Jahre hinweg dank neuem Content und meist mit Loot-Element relevant zu bleiben. Das ist interessanterweise nicht mal den erfolgreichen Vertretern des Subgenres bisher gelungen. Und trotzdem versuchen es die Studios dieser Welt wieder und wieder und fallen auf die Nase, während sich in ihren Projekten teilweise durchaus vielversprechende Singleplayer-Erfahrungen verstecken könnten.
Schlimmer sind da fast nur noch die Einzelspieler-Titel, die völlig ohne Sinn und Zweck noch schnell eine Live-Service-Komponente verwursten. Wir blicken auf dich und deine miesen Ingame-Feste, Assassin's Creed Valhalla. Du bist nicht der einzige, aber ein besonders übler Vertreter dieses Trends.
Crunch-Schönrederei
Quelle: Rockstar Games
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Crunch, was versteht man da eigentlich darunter? Im Falle der Videospielbranche eigentlich die finale Phase der Entwicklung, in der der letzte Feinschliff getätigt wird, Bugs ausgebügelt werden und das Spiel Release-fein gemacht wird. Crunch bezeichnet die massiven Überstunden, die in dieser kurzen Phase getätigt werden. Eigentlich, denn in der Praxis zieht sich diese Phase bei viel zu vielen Studios nicht über zwei, drei Wochen, sondern über Monate und teilweise Jahre hinweg. Das nicht zuletzt wegen notwendigen Patches, DLCs, Verschiebungen und anderen Dingen.
Die Folge: völlig übermüdete Angestellte nahe des Zusammenbruchs, vernachlässigte Familien und Freunde und immer die Angst, ganz ohne Job dazustehen, wenn man sich gegen solche Praktiken ausspricht. In den letzten Jahren hat die Kritik an Crunch massiv zugenommen, damit einhergehend aber leider auch die Versuche der Managementebene, ihn zu vertuschen und vor allem kleinzureden. Vor allem Cyberpunk-Entwickler CD Projekt Red war hier ein Übeltäter, der sich selbst als gönnerhafter Arbeitgeber darstellte und gleichzeitig die Angestellten bis zur Erschöpfung werken ließ. Wieder mal hat man seit der letzten Empörungswelle Besserung versprochen. Mal sehen, ob wirklich was passiert.
Bis dahin ist es auf jeden Fall wichtig, entsprechende Berichte nicht einfach hinzunehmen und die beschwichtigenden Aussagen der Studios nicht für bare Münze zu nehmen. Crunch ist nicht, wie so oft behauptet wird, ein unvermeidbares Übel. Die Entwicklung von Biomutant verzögerte sich deswegen, weil man die Angestellten einfach nicht massivem Stress aussetzen wollte. Absolut löblich, und im schlimmsten Fall ein bisschen länger auf einen neuen Titel zu warten, werden wir als Spieler ganz gewiss überstehen. Und die Publisher können sich die längere Entwicklung auch leisten, allen gegenteiligen Aussagen zum Trotz.
Obligatorische Day-One-Patches
Quelle: PC Games Hardware
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Was genau bei Cyberpunk schiefgelaufen ist, lässt sich schwer sagen. Vor allem die Konsolenversionen waren zum Launch unter aller Sau und nähern sich nur langsam einem vorzeigbaren Zustand an. Die Lösung in diesem Fall und in vielen anderen auch: Day-One-Patches, oder eben Day-20- oder Day-80-Patches.
Klar, früher waren Spiele auch nicht fehlerfrei. Darauf, dass sie sich problemlos abschließen ließen, konnte man sich aber meist verlassen. Heutzutage herrscht hingegen die Attitüde vor: Erst mal veröffentlichen und dann schauen wir mal. Kann mal ja alles nachher noch richten!
Das mag zwar stimmen. Wenn man als Spieler aber teilweise 60 Euro und mehr für ein Produkt in die Hand nimmt, dann hat dieses auch von Anfang an zu funktionieren. Nicht nur verfügt nicht jedermann über ausreichend schnelles Internet für mehrere Gigabyte große Updates. Als Retail gekaufte Titel werden dadurch quasi ad absurdum geführt. Sobald da mal die Server weg sind, hat man ein kaputtes, wertloses Ding zu Hause. Da braucht es gar nicht absolute Negativbeispiele wie das grottige Tony Hawk's Pro Skater 5, bei dem sich nur das Tutorial auf der Disc befindet.
Battle Royale
Quelle: Epic Games
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Zu guter Letzt, wie könnte es anders sein: Battle Royale. Seitdem PUBG und danach Fortnite das Genre nicht erfunden, aber großgemacht haben, will quasi jeder Entwickler auch was vom Kuchen abhaben. Call of Duty: Warzone, Apex Legends, Hyper Scape, so, wie es aussieht bald auch Battlefield und, und, und.
Das Problem ist nur: Nicht irgendwann, sondern schon jetzt ist der Markt übersättigt. So war es bisher noch bei jedem Trend. Ab 2004 wollte jedes Spiel World of Warcraft sein, jetzt ist es eben Fortnite. Warum aber sollte man als Spieler zu einem Titel mit kleinerer Spielerschaft und weniger erprobten Mechaniken umsteigen? Ein paar Genregrößen haben sich etabliert, fast jeder, der jetzt noch in den Markt einsteigt, ist zum Scheitern verurteilt. Genau wie die anderen zu sein, nur mit anderem Namen, ist halt kein Erfolgskonzept. Die Folge sind zahllose bestimmt talentierte Studios, die scheitern und viel Geld und Talent in die Gosse fließen lassen.
Dabei ist ja nicht mal per se was gegen Battle Royale einzuwenden. Aber dann halt mit einem interessanten Ansatz, es muss nicht immer Shooter sein! Weil sie das verstanden haben, hatten und haben etwa Nintendo mit Tetris 99 und Super Mario Bros. 35 und Mediatonic mit Fall Guys: Ultimate Knockout Erfolg. Gerne mehr von so etwas!
Stimmt ihr unseren Punkten zu? Welche Gaming-Trends gehen euch so richtig auf den Keks? Verratet es uns in den Kommentaren!
