Ein PS2-Prügler will PC-Spieler für sich gewinnen -- mit chinesischer Historie und epischen Massenschlachten.
Dynasty Warriors 4 spielt im China zur Zeit der Han-Dynastie (184 nach Christus), die ihre Herrschaft gegen eine Armee Aufständischer verteidigen muss -- gegen die »Gelben Turbane«. So spannend und größtenteils historisch verbrieft die Hintergrundgeschichte auch ist, so nutzlos ist sie eigentlich. In Dynasty Warriors 4 -- Hyper, das sich trotz des Zusatzes im Namen nicht von der PS2-Version unterscheidet, geht es um imposante Massenschlachten. Die erleben Sie allerdings nicht wie etwa in Cossacks 2 aus der strategischen Perspektive. Sondern kämpfen selber mittendrin.
Lass' krachen!
Die mehreren Dutzend Schlachtfelder säubern Sie in einzelnen Herausforderungen oder in einer zusammenhängenden Kampagne. Egal, für welchen Modus Sie sich entscheiden, vor den Massenschlachten wählen Sie zunächst einen Helden aus. Anfangs ist die Auswahl auf neun Heroen begrenzt, im Verlauf des Spiels schalten Sie allerdings weitere Recken frei. Deren Fähigkeiten entsprechen dem Prügelspiel-Klischee und reichen von »agil, aber schwach« bis »schwerfällig und durchschlagend«. Außerdem zeigt Ihnen eine strategische Übersichtskarte, an welchen Stellen die gegnerischen Truppen stationiert sind. Damit können Sie Ihre Marschroute festlegen.
Die Prügelei auf dem Schlachtfeld hat mit Taktik dann nichts mehr gemeinsam. Mit zwei Tasten lassen wir unterschiedliche Angriffe auf die Feinde los. Während wir schnetzeln, lädt sich eine Anzeige auf -- sobald die blinkt, dürfen wir einen Spezialangriff auslösen. Soviel zum extrem simplen und anspruchslosen Kampfsystem von Dynasty Warriors 4.
Typische Konvertierung
Spannend werden die Schlachten erst durch geskriptete Ereignisse. Da greift unser Gegner zu unfairen Hilfsmitteln und erschwert unseren Truppen das Weiterkommen durch Windmühlen. Zu denen müssen wir uns dann erst einmal vorarbeiten, bevor unsere Verbündeten, die sich KI-gesteuert an der Schlacht beteiligen, nachrücken können. Technisch ist das Ganze sehr durchwachsen inszeniert. Die Charaktermodelle sind zwar detailverliebt gestaltet, und selbst wenn sich mehr als 100 Kämpfer auf dem Schirm die Schädel einschlagen, geht die Performance nicht in die Knie. Dafür ist die Umgebung allerdings auch extrem karg.
Im spaßigen kooperativen Mehrspielermodus fällt das kaum ins Gewicht. Das Sichtfeld im Splitscreen ist extrem eingeschränkt. Macht nichts, zu zweit ist die Nonstop-Action schön kurzweilig. Die Einzelspielerkampagne wird schnell langweilig.
David Bergmann
