Drova - Forsaken Kin: Das Gothic-Remake dauert noch? Dann spielt doch das 2D-Gothic!

Special Carlo Siebenhüner
Drova - Forsaken Kin: Das Gothic-Remake dauert noch? Dann spielt doch das 2D-Gothic!
Quelle: Just 2D Interactive

Endlich nimmt sich jemand die Gothic-Reihe zu Herzen. Drova - Forsaken Kin eine lebendige Spielwelt, gefährliche Monster und einen charmanten Pixel-Art-Stil

Nachdem sich unser Thorald also mit den Lagern in der Welt von Drova vertraut gemacht hat, steht ihm jetzt wie im großen Vorbild Gothic eine Wahl bevor. Um in der Story weiterzukommen, muss er sich nämlich einem der zwei Lager anschließen. Dafür erledigt er diverse Aufgaben für die zwei Fraktionen und arbeitet sich langsam hoch. Dabei dürft ihr entscheiden, ob ihr euch euren Zielen mit Gewalt nähert oder doch lieber verhandelt.

Quests wie früher

Auch abseits der Lager gibt es mehrere Orte, an denen NPCs mit Aufträgen warten, wie die Taverne in der Mitte der Spielwelt. Ein großer Unterschied zu Gothic ist natürlich, dass ihr euch hier durch alle Gespräche durchlesen müsst. Eine Vertonung gibt es nicht. Dafür sind die Dialoge aber stimmig geschrieben und erinnern sehr an den klassischen Sprech der Piranha-Bytes-Spiele.

Dialog mit einem NPC Quelle: Just 2D Interactive Beim Questdesign darf allerdings gern noch mehr passieren. Meist sehen wir uns mit Sammel-, Bring- und Kampfquests konfrontiert. Dabei verzichtet Drova allerdings auf Hilfen wie Kartenmarkierungen oder Ausrufezeichen auf den Köpfen. Wer wissen will, wo das Questziel liegt, muss gut aufpassen oder im Tagebuch noch mal nachlesen und dann eben selbst auf die Suche gehen.

So stoßen wir etwa auf einen Landstreicher, der eine Menge Äpfel in seiner Höhle hat. Das erinnert uns an eine andere Quest, für die wir Äpfel aus einem Vorratslager holen sollten, die aber nicht mehr da waren. Uns dämmert recht schnell, dass wir hier wohl den Apfeldieb gefunden haben.

Die Entwickler versuchen, die Standardquests also zumindest in nette Geschichten zu verpacken und auch bei den Aufträgen das Erkunden zu belohnen. NPCs haben außerdem eigene Tagesabläufe, weswegen wir manche Leute erst mal wieder suchen müssen. Das verstärkt das Erlebnis einer lebendigen Welt.

Lernen ist nicht so leicht

Die Grenzen der Spielwelt werden uns ganz im Stile von Gothic mit starken Gegnern aufgezeigt. Ist unser Thorald noch zu schwach, hauen uns die Feinde ruckzuck um. Für das Progressionssystem bedient sich Drova großzügig beim großen Vorbild. Steigen wir ein Level auf, dann bekommen wir Lernpunkte.

NPCs stehen nachts um ein Lagerfeuer herum Quelle: Just 2D Interactive Mit denen müssen wir zu Lehrern gehen, die uns dann entweder dabei helfen, unsere Attribute wie Stärke oder Geschicklichkeit zu steigern, oder uns ein Talent beibringen. Dabei reicht die Palette von verschiedensten Kampfskills, wie Schwertkampf, Fernkampf oder Verteidigung, hin zu Jagd- oder Handwerkstalenten für das Craftingsystem. Für die Leisetreter da draußen darf natürlich auch Schlösser knacken nicht fehlen.

Beim Kampsystem versuchen die Entwickler Vielfalt zu bieten. Nähern wir uns einem Tier, droht uns das erst mal. Haben wir es zu lange genervt, geht es zum Angriff über. Die Gegner haben dabei unterschiedliche Angriffsarten. Während uns die übergroßen Biber eher beißen, greifen die Mutantenmücken lieber mit einem Sturmangriff an.

Angriffe sind dabei überraschend gut zu lesen. Durch klare Animationen erkennen wir Bewegungsmuster recht schnell und können darauf reagieren und ausweichen. Das verbraucht Ausdauer, die sich erst wieder regenerieren muss. Attacken können wir dagegen kontinuierlich ausführen. Drücken wir den Angriffsbutton im richtigen Moment, verketten wir die Schläge sogar zu Kombos. Mit jedem Treffer sammeln wir außerdem noch Energie, mit der wir magische Fähigkeiten aufladen.

Held kämpft mit einer Steinschleuder Quelle: Just 2D Interactive

Willkommene Nicht-Revolution

Das ist zwar alles keine Revolution im Genre, aber zumindest spaßig umgesetzt. Und das gilt auch allgemein für Drova: Forsaken Kin. Zwar geht man mit der Welt, der Geschichte und der Optik eigene Wege. Man merkt aber auch an allen Ecken und Enden, wie sich die Entwickler von Oldschool-Rollenspielen wie Gothic oder auch Dragon's Dogma 2 als aktuelles Beispiel inspirieren lassen.

Das ist aber bei Weitem nichts Schlechtes, denn diese Art Rollenspiel ist heute eher selten geworden, obwohl sich eine Menge RPG-Fans vor allem in Deutschland schon lange nach einem neuen Spiel mit Gothic-Flair sehnen. Aber vielleicht brauchte es gerade deswegen ein deutsches Entwicklerteam, das die Sache jetzt eben selbst in die Hand nimmt.

Drova: Forsaken Kin soll noch in diesem Jahr erscheinen. Den Beta-Status hat man bereits seit letztem Jahr erreicht. Obwohl die Controllersteuerung sehr gut von der Hand geht, wird das Spiel vorerst nur auf Steam und damit nur auf PC erhältlich sein. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde eine Vorschauversion des Spiels vom Publisher bereitgestellt.

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