Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten für fantasievolle Spieler

Test Maci Naeem Cheema
Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten für fantasievolle Spieler
Quelle: Media Molecule / Sony

Mit Dreams erschaffen wir eigene Träume so leicht wie nie zuvor. Zusätzlich punktet der neueste Hit von Media Molecule mit einer Vielzahl an Spielmöglichkeiten und einer beeindruckenden Community-Erfahrung. Wir klären in unserem Test, warum kaum ein PS4-Besitzer an dem Kreativ-Baukasten vorbeikommt!

"Was ist denn dieses Dreams (jetzt kaufen )?" ist eine Frage, über die man zu Recht sehr häufig stolpert, quatscht man mit Leuten über das Playstation-exklusive Dreams. Nach sieben Jahren Entwicklungszeit und mehreren Release-Verschiebungen, aber auch aufgrund der hohen Ambitionen und dem interessanten Spielprinzip, hat der Titel bereits mehrfach die Gaming-Schlagzeilen dominiert. Der Spieletitel und seine Existenz sind also durchaus bekannt, wirklich greifbar ist Dreams aber für manche Spieler nicht. Welchem Genre gehört es an? Und wie funktioniert das Bauen eigener Ideen? Für befriedigende Antworten hilft es, einen Blick auf den Entwickler dahinter zu werfen. Die britische Spieleschmiede Media Molecule hat sich in der Vergangenheit bereits mehrfach mit auffällig kreativen Projekten auseinandergesetzt.

Little Big Planet ist das bisher größte und bekannteste Spiel von Media Molecule. Das sollte sich mit Dreams aber schnell ändern. Quelle: Sony Little Big Planet ist das bisher größte und bekannteste Spiel von Media Molecule. Das sollte sich mit Dreams aber schnell ändern. Das (bisher) ikonischste und bekannteste Werk ist ganz klar Little Big Planet. Die beliebte Jump&Run-Reihe rund um die knuffigen "Sackboys" und "Sackgirls" bietet neben den mehr als 50 tollen Levels nämlich auch die Möglichkeit, selbst Level, Gegenstände oder gar ganze Szenarien zu entwerfen. 2013 folgte ein weiteres Jump & Run: Tearaway für die Playstation Vita. Wieder gab Media Molecule der Spielerschaft die virtuellen Werkzeuge, sich mit der eigenen Kreativität am Spiel zu beteiligen. Es können Soundsamples aufgenommen und in der Spielwelt wiedergegeben werden, ebenfalls dürfen Spieler in vielen Momenten durch kleine Basteleien eigene Spielfiguren erschaffen. Dreams ist all das nur sehr viel weitergedacht und weiterentwickelt. Mit Dreams schwört Media Molecule noch viel stärker auf das Motto "play, create, share". Dreams trägt diesen Leitspruch in jeder Faser und bietet unbegrenzte Möglichkeiten im Erschaffen der eigenen Träumchen. Aber wie genau passt das alles denn in ein Videospiel? Und wie funktioniert das? Kann ich das auch?!

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Der Weg zum Träumer

Ein Blumentopf kreieren? Gar nicht so schwierig mit den richtigen geometrischen Formen und Farben!  Quelle: Media Molecule / Sony Ein Blumentopf kreieren? Gar nicht so schwierig mit den richtigen geometrischen Formen und Farben!  Der Name deutet es schon an: Dreams möchte allen (die eine PS4 besitzen) die Chance geben, auf spielerische Art die eigene Kreativität auszuleben und so unterschiedlichsten Ideen zu verwirklichen. Dabei gibt es scheinbar keine Grenzen, einzige Bremse ist die eigene Vorstellungskraft. Kurzfilme, eigene Kompositionen, Animationen, interaktive Szenerien, kleine Rennstrecken mitsamt Fahrphysik und fahrbaren Unterböden, einzelne Spielelevels oder gar ein ganzes Videospiel - alles ist möglich und "made in Dreams". Doch bevor wir uns unser ganz eigenes Opus in Dreams kreieren, brauchen wir etwas Anlaufzeit, um ein besseres Gefühl für die ganzen Optionen, Tools und vor allem die Kamera zu bekommen. Dafür sei jedem Spieler zuallererst "Art's Dream" ans Herz gelegt, die Singleplayer-Kampagne des in Videospiel gepressten Universal-Baukastens.

Ohne dabei zu viel zu verraten: Wir spielen die Geschichte des gequälten Kontrabassisten Art, der seine Band verlassen Die Inszenierung von Art's Dream hat uns richtig gut gefallen. Ganz besonders, weil wir nicht sehr viel von der Solo-Kampagne erwartet haben. Quelle: PC Games Die Inszenierung von Art's Dream hat uns richtig gut gefallen. Ganz besonders, weil wir nicht sehr viel von der Solo-Kampagne erwartet haben. und seine Freunde verloren hat und nun versucht all das aufzuarbeiten sowie sich seinen Gefühlen zu stellen. Dabei ist die Spielerfahrung zwar angenehm locker, präsentiert trotz alledem eine der "reiferen" Schöpfungen von Media Molecule. Viel wichtiger als die Geschichte ist aber der Fakt, dass Media Molecule die komplette Singleplayer-Kampagne in Dreams erschaffen hat. Nichts von dem, was ihr hier zu sehen bekommt wurde außerhalb von Dreams auf professioneller Ebene kreiert, sondern schlicht mit den Mitteln, die jeden von euch neben der Kampagne im Spiel erwarten. Dabei spart Media Molecule nicht mit abwechslungsreichen Kunststilen, Genres und Präsentationen. Spätestens jetzt kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die ungefähr zwei bis drei Stunden lange Geschichte macht ihren Job enorm gut. Die Kampagne heizt uns ordentlich auf den Titel und seine Möglichkeiten ein, macht viel Spaß und erzählt sogar eine interessante Geschichte. Zusätzlich sammeln wir Items wie Hintergrundmusik, spezielle Requisiten, bis hin zu diversen Gegenständen, die uns im späteren Verlauf unser Zuhause verschönern oder bei der eigenen Traumgestaltung unter die Arme greifen. Abgesehen davon stehen uns noch zwei weitere Modi zur Verfügung: das "Traumsurfen" und das "Traumformen".

Surfen auf der Content-Flut

Mit Art's Dream zeigt uns Media Molecule, was mit dem Kreativ-Baukasten Dreams alles geht. Beim Traumsurfen hingegen tut es die Community. Mark Healey, Creative Director von Media Molecule, beschrieb Dreams in unserem Interview (folgt die nächsten Tage!) zurecht als ein "Youtube for everything". Wer also gar keine so große Lust darauf hat, sich groß kreativ zu betätigen, der kann trotz alledem Teil der Faszination Dreams sein. Bereits jetzt ist es schon unheimlich beeindruckend, zu sehen, wie fleißig die Community ist. Es gibt unzählige interessante Spielideen und imposante Projekte. Manche beruhen auf Lizenzen und sind Nachbildungen bekannter Filmszenen oder Spielmomente, andere entsprangen komplett der Imagination ihrer Erschaffer, ihrer "Träumer". Diesen können wir folgen, ihre Arbeit mit einem Like versehen oder gar - falls von öffentlich freigeschaltet - benutzen und weiter- oder umdenken für eigene Ideen. In Dreams findet sich ein Haufen toller Projekte wie die Stadt South Park oder ein kompletter Sonic-Level, beides nachgebaut in einer 3D-Welt. Der "Kaiju-Simulator", der bereits die ein oder andere Berichterstattung genossen hat, lässt uns in ein knuffiges Monster schlüpfen, mit dem wir eine ganze Stadt zertrampeln dürfen - süß!

Diverse Community-Kreationen in Dreams Der Kaiju-Simulator ist bereits jetzt schon sehr bekannt. Kein Wunder, guckt doch mal wie knuffig das Ding aussieht! Quelle: PC Games Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (4) Quelle: PC Games Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (5) Quelle: PC Games Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (6) Quelle: PC Games

Dabei muss auch jedem bewusst sein: Je mehr Zeit verstreicht, desto größere und imposantere Kreationen finden sich im Portfolio von Dreams. Dank Suchfunktion lässt sich das gesamte Portfolio einfach nach speziellen Themen oder Schlagwörtern durchforsten. Die Content-Flut nimmt kein Ende und so behaupten wir, ist man Fan von Videospielen oder kreativen Projekten und Besitzer einer Playstation 4, dann gibt es eigentlich keinen Grund sich den Kreativ-Baukasten von Media Molecule nicht zuzulegen. Und erst recht nicht, wenn man sich gerne kreativ austobt. Nimmt man wieder den Vergleich von Mark Healey zu Youtube, lässt es sich noch einfacher formulieren: Youtube, genau wie Dreams, ist eigentlich für jeden was. Beide können auf ganz individuelle Art konsumiert werden. Das macht Dreams zu einem Spiel, bei dem allein der Gedanke an all die Wege, die es in den Hat uns ein Traum sehr gut gefallen, so können wir kommentieren, liken und abonnieren. Ein bekanntes Prinzip, oder? Quelle: PC Games Hat uns ein Traum sehr gut gefallen, so können wir kommentieren, liken und abonnieren. Ein bekanntes Prinzip, oder? nächsten Monaten und Jahren einschlagen könnte, beeindruckend und aufregend ist.Wer weiß, Dreams könnte ein ganz großer Game-Changer für die Industrie werden und eines der großen Indie-Spiele der nächsten Jahre könnte hier in diesem aktuellen Videospiel geboren werden. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt für den ersten eigenen Traum gekommen, oder nicht?

Grenzenloser Bauspaß

Der letzte wichtige Spielmodus ist das Traumformen, das Herzstück von Dreams. Hier stehen uns all die unterschiedlichen Tools zur Verfügung und wir können uns vollkommen unserer Kreativität hingeben. Solltet ihr jedoch sofort in den Editor springen wollen, so wird die erste Schaffensperiode vermutlich eine frustrierende. Die Kamera ist nämlich gar nicht so leicht zu bedienen und die Vielzahl an Tools und ihre Funktionen werfen zu Beginn viele Fragezeichen auf. Zwar ist alles sehr übersichtlich und zugänglich präsentiert, ganz ohne Übung sieht man aber wie meistens im Leben eher alt aus. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl an vertonten und nett präsentierten Tutorials, die uns die unterschiedlichen Möglichkeiten von Dreams perfekt näherbringen. Wir lernen in gleich mehreren dieser Tutorials die Steuerung und Kameraführung, in weiteren wird uns beigebracht, wie wir einen eigenen Grafikstil erschaffen und vieles mehr. Die Anzahl an den Video-Tutorials kann im ersten Moment etwas erschlagend sein, ein Unterfangen wie das von Media Molecule würde ohne aber schlicht nicht funktionieren. Während der Tutorials können wir auch immer wieder sogenannte "Wichtel-Quests" abschließen, die unsere Motivation angenehm auf Trab halten sollen - mit Erfolg. Zu Beginn helfen sie uns bei den kleinen Schritten in Dreams, später gibt es aber auch weiterhin spezielle Videos der Entwickler als Hilfen für komplexere Vorgänge.
Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (7) Quelle: PC Games Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (7) Wollen wir Charaktere, Gebäude oder Landschaften kreieren, so können wir auf geometrische Formen zugreifen. Wir drehen, skalieren und kopieren sie. Daraufhin können wir sie ganz simpel mit einer Airbrush-Pistole einfärben. Fertig erstellte Objekte können wir mit einer Animations-Funktion zum Bewegen bringen. Eigene oder von anderen Träumern erschaffene Musikstücke können wir zu unserer Spielwelt Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (8) Quelle: PC Games Dreams im Test: Der Schlüssel zu unendlichen Möglichkeiten (8) hinzufügen und ihnen einen Radius zuordnen, sodass sie ihre weichen oder motivierenden Klänge erst abspielen, wenn wir es wünschen. Wir sind der Herr unserer Spielwelt und sie präsentiert sich so, wie wir es für richtig halten. Wer es etwas leichter mag, dem steht eine Vielzahl an vorgefertigten Objekten von Media Molecule oder der Community selbst zur Verfügung. Kinderleicht können wir nämlich auch einfach nach einer Palme, einem Spielcharakter oder selbst einer 2D-Kamera suchen. Wir steuerten Dreams übrigens mit dem Playstation DualShock 4-Controller, Dreams lässt sich aber ebenfalls mit den Playstation Move-Controllern bedienen - das empfanden wir aber eher als anstrengend und nervig.

Gemeinsam träumen

Wer gerne faul ist, kann sich auch stets an den vielen Assets der Community bedienen. Jeder kann also Teil der Dreams-Community sein. Quelle: PC Games Wer gerne faul ist, kann sich auch stets an den vielen Assets der Community bedienen. Jeder kann also Teil der Dreams-Community sein. Das faszinierendste an Dreams ist aber, dass wir es individuell an unsere Fähigkeiten angepasst nutzen können. Sind wir begabt an der Gitarre, so können wir über die Playstation-Kamera einfach unsere Melodien aufnehmen und diese in unseren eigenen Traum einbauen. Die Möglichkeiten, die eigenen Kreationen mit unserer Persönlichkeit und unseren ganz speziellen Fähigkeiten zu gestalten und zu erweitern sind enorm motivierend. Und sind wir in gewissen Bereichen einfach nicht so sattelfest, dann können wir uns immer auf die Community verlassen, die mit Tatendrang zur Seite steht. Dreams hat in seiner Produktionszeit viele Fragezeichen aufgeworfen, gleichzeitig aber auch enorm viele Ausrufezeichen gesetzt. Am Ende schafft es Media Molecule, alle Fragezeichen zu beseitigen und den Erwartungen vollkommen gerecht zu werden. Dreams ist schon jetzt eines der interessantesten und wichtigsten Spiele der aktuellen Konsolengeneration und wenn ihr uns fragt, dann sicherlich auch darüber hinaus.

Lust auf mehr Dreams?

Interessiert euch, wie der umfangreiche Dreams-Editor funktioniert und was ihr damit alles bauen könnt? Unser Special verrät euch alles, was ihr wissen müsst.

Ein echtes Aushängeschild ist die sehr aktive Dreams-Community, die PlayStation-Träumer geradezu mit tollen Inhalten überschüttet.
Wir stellen euch in zwei ausführlichen Specials die besten Kreationen der Community vor. Zum einen Remakes, die auf bekannten Marken und Spielen basieren, zum anderen Träume, die vor frischen Ideen nur so strotzen.

Ihr würdet Dreams gerne selbst ausprobieren, besitzt das Spiel aber noch nicht? Dann nehmt doch an unserem Gewinnspiel zu Dreams teil. Teilnahmeschluss ist am 15. März 2020.

Fazit & Wertung

Meinung

Wertung zu Dreams (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Tolles SpielkonzeptUmfangreicher SpielumfangBemerkenswerte UmsetzungTolle Singleplayer-Kampagne, die die Möglichkeiten von Dreams gut zeigtBenutzerfreundlich und dank vieler Tutorials zugänglich gestaltetBereits jetzt fantastische Community-EinbindungEine spannende und unvorhersehbare ZukunftGroße Auswahl an vorgefertigten ObjektenMotivierende Community-JamsZwar viele Tutorials, die sind aber mitsamt Sprecher nett präsentiert
Ab und an problematische Kamera, aber verschmerzbar
Fazit

Dreams ist eine eindrucksvolle und sehr moderne Spielumsetzung, die über die Grenzen der Videospielwelt hinaus bedeutsam sein könnte.

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