DVD-Review: Dreamgirls

Test Steve Buchta

Motown-Sound und starke Stimmen -- in Bill Condons Musical-Drama ist das der Stoff, aus dem die Träume sind

Zunächst treten Deena (Beyoncé Knowles), Lorrell (Anika Noni Rose) und Effie (Jennifer Hudson) als Backups auf Zunächst treten Deena (Beyoncé Knowles), Lorrell (Anika Noni Rose) und Effie (Jennifer Hudson) als Backups auf David Geffen ist der dritte Mann -- und gleichsam der dritte Buchstabe -- beim US-amerikanischen Filmstudio DreamWorks SKG. Während seine beiden Teilhaber Steven Spielberg und Jeffrey Katzenberg seit Jahrzehnten im Filmgeschäft zu Hause sind, stammt Geffen ursprünglich aus dem Musikbusiness. Eher selten beteiligte er sich als ausführender Produzent direkt an Filmprojekten. Umso erwähnenswerter, dass ausgerechnet Geffen den jüngsten Erfolg des Studios ermöglichte.

Nachdem sich der Musik-Magnat in den achtziger Jahren die Rechte am Broadway-Musical "Dreamgirls" von Henry Krieger und Tom Eyen gesichert hatte, sträubte er sich lang gegen eine Verfilmung. Zu sehr gefiel ihm das Original, zu groß schien die Gefahr, dieses für immer zu verderben. Es bedurfte einiger Überredungskunst von seiten des Produzenten Laurence Mark und des Regisseurs Bill Condon, bevor Geffen den Stoff endlich freigab. Die Hartnäckigkeit der Fürsprecher zahlte sich aus: 2007 wurde "Dreamgirls" mit drei "Golden Globes" und zwei "Oscars" ausgezeichnet.

Träume werden wahr

Michelle (Sharon Leal, li.) wird neues Mitglied Michelle (Sharon Leal, li.) wird neues Mitglied Die Handlung ist schnell erzählt. Bei einem Talentwettbewerb entdeckt der Manager Curtis Taylor Jr. (Jamie Foxx) im Detroit des Jahres 1962 die Girlgroup "Dreamettes" mit ihren Mitgliedern Effie, Deena und Lorrell (Jennifer Hudson, Beyoncé Knowles und Anika Noni Rose). Nachdem sie zunächst einige Zeit als Background-Sängerinnen für den Soul-Star James "Thunder" Early (Eddie Murphy) arbeiten, bringt Curtis sie als "The Dreams" groß raus. Dafür bedient er sich auch unlauterer Methoden. Um das Trio besser zu vermarkten, soll die schöne Deena anstelle der stimmlich besseren, aber weniger attraktiven Effie zur Leadsängerin werden. Streit und Trennung sind vorprogrammiert. Dazu kommen Liebe und Eifersüchteleien.

Bill Condon ("Kinsey") übertrug den Musical-Stoff souverän ins Medium Film. Ihre Wirkung verdankt die Verfilmung in erster Linie aber dem guten Ensemble. Sängerin Beyoncé Knowles ist nach reichlich Albernheiten ("Austin Powers in Goldständer", "Pink Panther") im seriösen Fach angekommen. Jamie Foxx knüpft nahtlos an seine Schauspiel- und Gesangserfolge an ("Ray", US-Nr.1-Album "Unpredictable") und Ulknudel Eddie Murphy beweist, dass er auch jenseits platter Gags noch zu schauspielerischer Leistung fähig ist. Als absoluter Glücksgriff entpuppt sich Jennifer Hudson. Nach ihrem Ausscheiden aus der amerikanischen Casting-Show "American Idol" fand sie im Musikfilm ihre wahre Bestimmung -- und ergatterte prompt den "Oscar" für die beste Nebendarstellerin.

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