Dragon's Crown Pro: Einer der besten Dungeon Crawler für PS3 und Vita jetzt auch auf PS4
Test
Dragon's Crown erschien bereits vor rund fünf Jahren für die Playstation 3 und die PS Vita. Das Action-RPG mauserte sich damals dank motivierender Loot-Spirale und tollem (wenn auch eigenwilligen) Artdesign schnell zum Geheimtipp für alle Dungeon-Crawler-Fans. Nun erscheint ein technisch aufpoliertes Remaster unter dem Namen Dragon's Crown Pro für PS4. Wir haben uns für euch erneut in die Schlacht gestürzt.
Für Spiele wie Dragon's Crown (jetzt kaufen 74,91 € ) wurde wahrscheinlich einst der Begriff Dungeon Crawler erfunden, denn genau das macht ihr hier: euch durch ein finsteres Verlies nach dem anderen arbeiten, um am Ende des Tages mit Taschen voller Gold und Armen voller Waffen in die Stadt zurückzukehren.
Zwischen Stadt und Verlies
Ebendiese Stadt dient auch als Ausgangspunkt für all eure Abenteuer in Dragon's Crown. Hier verkauft oder identifiziert ihr Beute, rekrutiert wackere Mitstreiter, holt euch den Segen der Götter (aka Buffs) im Tempel ab, nehmt Quests an und treibt die Story voran. Die ist durchaus unterhaltsam, dreht sich um die namensgebende Krone und eine Verschwörung und lässt euch gegen allerlei Fabelwesen in die Schlacht ziehen, nicht zuletzt sogar mächtige Drachen. Allerdings ist die Geschichte gegenüber dem Gameplay klar hintenangestellt und wird beispielsweise meist nur mit simplen Standbildern und Texteinblendungen fortgeführt. In dieser Hinsicht hatte also Odin Sphere, das ebenfalls von Vanillaware entwickelt wurde, etwas mehr zu bieten. Beide Titel spielen übrigens im selben Universum, nur in anderen Zeitepochen. Alte Bekannte aus dem Walküren-Abenteuer laufen euch also nicht über den Weg.
Quelle: PC Games
Am Ende der Dungeons erwartet euch ein Bossgegner. Die sind mal mehr, mal weniger schwierig, erfordern aber meist gutes Ausweichen.
Habt ihr die Stadtmauern hinter euch gelassen, warten verwinkelte und mit vielen Secrets versehene, aber nicht sonderlich lange Dungeons auf euch. Die erkundet ihr entweder als Einzelspieler mit bis zu drei KI-Helferlein oder im Koop-Modus mit anderen menschlichen Teilnehmern. So oder so ist es meist das Ziel, einen Gegenstand zu bergen oder einen Endboss zu killen. Ist das erledigt, wartet die Lootverteilung in der Stadt - und erst dann wird euch auch die in der Schlacht verdiente Erfahrung gutgeschrieben. Sechs unterschiedliche Klassen mit ganz anderen Vorgehensweisen stehen euch dafür zur Auswahl: die beiden Haudraufs Zwerg und Amazone, der gut gepanzerte Ritter, die grazile Elf-Bogenschützin oder die beiden mit Magie-Attacken um sich werfenden Zauberer und Hexe. Weiter verfeinern könnt ihr deren Spielweise noch durch unterschiedliche Talent-Verteilungen und natürlich auch durch die Ausrüstung.
Quelle: PC Games
Loot gibt es erst nach den Dungeons, außerdem müsst ihr ihn erst identifizieren. Verkaufspreis, Level und Qualitätsstufe der Beute geben aber ganz gute Hinweise auf die zu erwartende Nützlichkeit.
Kämpfe und Technik
Die klassischen Sidescroller-Kämpfe selbst bieten eine schöne Mischung aus purem Chaos und taktischer Vorgehensweise. Den Spezialattacken der Gegner (besonders in Bosskämpfen) auszuweichen und eure Fernkampfattacken zu zielen ist zum einen enorm wichtig, zum anderen ist es oft aber gleichzeitig schwer, in den effektreichen Gefechten den Überblick zu behalten. Das sorgt vor allem in höheren Levels und Schwierigkeitsgraden schon mal für Frust und kostet vor allem die etwas offensiveren Charaktere wie die Walküre oft das virtuelle Leben.
Schön: Für das PS4-Remaster des immerhin schon vor fünf Jahren auf Vita und PS3 erschienenen Titels haben die Macher den gelungenen (wenn auch sehr eigenwilligen) Grafikstil noch einmal aufpoliert - sprich: die Auflösung hochgedreht, 4K-Modus inklusive - und auch die Ladezeiten eklatant verkürzt. Nur das 50-Euro-Preisschild erscheint uns etwas happig angesichts der reinen technischen Aufbereitung. Wer bisher jedoch noch keinen Fuß in die Welt von Hydeland gesetzt hat, für den könnte sich der Kauf trotzdem lohnen. Denn von seiner damaligen Faszination und der schnell einsetzenden Einen-Dungeon-noch-Dynamik hat das Spiel nichts eingebüßt.
