Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde

Test Daniel Link
Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde
Quelle: Square Enix

Dragon Quest Builders lässt sich nun als Reihe bezeichnen. Mit Dragon Quest Builders 2 bekommt das Sandbox-Rollenspiel von Square Enix nämlich endlich einen neuen Ableger. Wie schon der Erstling glänzt das Spiel mit den bekannten Dragon-Quest-Charme, aber auch Neuerungen sind vorhanden. Unter anderem jetzt mit dabei: Ein Online-Mehrspielermodus.

Dragon Quest Builders 2 (jetzt kaufen 68,44 € ) ist der nächste Teil der DQB-Reihe. Das Spiel im charmanten Dragon-Quest-Anime-Look hat schon damals mit seiner Sandboxumgebung im Zusammenspiel mit der klassischen DQ -Formel für Begeisterung unter Fans gesorgt. Ob der Nachfolger erfolgreich in die Schuhe seines Vorgängers schlüpfen kann?

Wir sind ein Erbauer

Was in Dragon Age für eine gottgleiche Figur steht, bedeutet in Dragon Quest Builders 2 harte Arbeit. Eigentlich sind wir nur ein Erbauerlehrling, bevor wir jedoch unsere Ausbildung beginnen konnten, wurden wir von den Kindern Hargons auf ein Schiff entführt. Diese sogenannten Kinder sind die Überbleibsel von Hargons Armee, welche vor einiger Zeit von einem anderen Helden besiegt wurde. Unser erschaffendes Selbst ist das genaue Gegenteil der zerstörungswütigen Kidnapper, das hindert diese jedoch nicht daran, uns Aufgaben auf üblicher Tutorial-Art zu stellen. Zu unserem Unglück - oder Glück - fällt unser schwimmendes Gefängnis bald einem Sturm zum Opfer. Nach der Opening-Sequenz finden wir uns an einem scheinbar verlassenen Strand wieder. Doch bald schon macht uns eine wütende Stimme auf sich aufmerksam. Diese gehört zu einem jungen Mann namens Malroth (Kennern des ersten Teiles sollte dieser Name ein Begriff sein), welcher in alter Storytelling-Manier an Amnesie leidet. Eine kurze Plauderei später schließt er sich uns an und wir beschließen, gemeinsam die Insel zu erkunden.

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Weiter nördlich am Strand entdecken wir noch einen Überlebenden: Das Mädchen hört auf den Namen Lulu und nachdem wir ihr klarmachen konnten, dass wir keine Piraten sind, überschüttet sie uns mit Aufgaben, um ihren Aufenthalt auf der Insel erträglich zu gestalten. Einen Raum, ein Bett und etwas zu essen möchte sie haben. Gesagt, getan. Für eine Behausung benötigen wir lediglich Zwei-Block-Hohe Wände und eine Tür. Das Bett stellen wir aus etwas trockenem Gras her und für Verpflegung gehen wir auf Muscheljagd. Dies alles hilft uns, so versichert uns Lulu, ein Meistererbauer zu werden. Am nächsten Tag erhalten wir dann von unserem persönlichen Inselgeist einen Hammer, mit dem wir Blöcke zerstören können. Die Sandbox steht uns nun also zur Verfügung. Doch Dragon Quest Builders 2 ist ja auch noch ein Rollenspiel und unsere Aufgabe ist es nun, unser Eiland des Erwachens wiederaufzubauen.

Dragon Quest Builders 2 Quelle: PC Games Unsere Sandbox-Siedlung(en) wachsen während des Spielens immer weiter an. Das schaffen wir mit unseren derzeitigen Fähigkeiten jedoch noch lange nicht! Also schmieden wir den Plan, andere Orte zu bereisen, um die Tücken des Insel-Managements zu meistern und nebenbei vielleicht auch neue Freunde zu finden. Mit dem hier ankernden Schiff segeln wir auf die Insel Grünfeld, um mehr über Landwirtschaft zu erfahren. Von dem grünen Paradies fehlt bei unserer Ankunft jedoch jede Spur: Die Erde ist vermodert und nicht eine Grünfläche scheint mehr übrig zu sein. So nützt uns dieser Ort natürlich wenig und wir beschließen, zusammen mit den restlichen Einwohnern, einen alten Bauernhof zu restaurieren. Die Story wirkte bis jetzt zwar etwas austauschbar und langweilig, doch nun fängt die Sandbox an zu punkten. Ab jetzt bauen wir für die Dorfbewohner, welche im Verlauf unserer Zeit auf Grünfeld zu immer größeren Zahlen anwachsen, Behausungen, Küchen, Badehäuser und sogar eine Toilette, damit für alle Bedürfnisse gesorgt ist.

Die Sandbox und wir

Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde Quelle: PC Games Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde Nun beginnt auch der wirklich spannende Teil von Dragon Quest Builders 2. Wir sammeln Materialien, um diese an unserer Werkbank weiterzuverarbeiten und kümmern uns um die Anliegen unserer Dorfbewohner. Bei allem begleitet werden wir von Malroth. Wie ein getreuer Gefährte hilft er uns sowohl bei Gefechten gegen Monster, aber auch beim Zerschlagen von Bäumen, Steinen und allem anderen, was wir so einsammeln wollen. Für unsere Bauern stellen wir Unterkünfte her oder erfüllen für sie spezifische Aufgaben. So möchte die Soldatin Bibi, die wir vor einiger Zeit in einer ramponierten Windmühle gefunden haben, ein Badehaus. Hierfür besitzen wir einen Bauplan, welchen wir beliebig auf den Boden platzieren können. In unserem Crafting-Menü wird uns angezeigt, welche Materialien wir benötigen, um diesen fertigzustellen.

Sollte uns das Bauen nach Plan nicht so liegen, bietet das Spiel auch genug Möglichkeiten um unserer Kreativität freien Lauf zu lassen. Sobald ein Konstrukt vier Wände besitzt, die jeweils zwei Blöcke hoch sind, wird es vom Spiel als Raum betitelt. Fügen wir nun bestimmte Dekorationsgegenstände hinzu, verändert sich sowohl die Bezeichnung als auch der Umgang der NPCs mit ihm. Stellen wir beispielsweise einen Handtuchhalter und einen Topf in ein kleines Zimmer, fungiert dieses von nun an als Toilette und unsere Anhänger stehen Schlange. Wo Minecraft eher auf Einfallsreichtum setzt, nimmt uns Dragon Quest Builders 2 - manchmal zu sehr - an die Hand und gibt uns fertige Gegenstände, mit denen wir in der kontrollierten Sandbox Spaß haben können. Sorgen wir dafür, dass es unserer Gefolgschaft nicht an Essen oder Beschäftigung mangelt, lassen sie vor Glück Herzen fallen. In Sachen Umfang und Komplexität kommt das Bauernhof-Management aber nicht ansatzweise an Spiele wie Stardew Valley heran, und die NPCs glänzen nicht gerade mit viel Persönlichkeit.

Wenn wir uns als Bauer bewähren, wird das Gottesgewächs zu alter Pracht heranwachsen. Quelle: PC Games Wenn wir uns als Bauer bewähren, wird das Gottesgewächs zu alter Pracht heranwachsen. Haben wir genug Herzen gesammelt, können wir unsere Siedlung aufwerten, wodurch wir neue Menschen für unser Dorf gewinnen, aber auch neue Baupläne freischalten um dieses noch schöner zu gestalten. Da unser Heim Teil einer offenen Welt ist, kommt es auch außerhalb von Events dazu, dass wir von Monstern angegriffen werden. Wenn wir jedoch zu beschäftigt mit dem Bauen eines neuen Schuppens sind, kann sich unser Gefolge sehr wohl selbst verteidigen. Zudem verwandeln sich die Gefechte bereits nach kurzer Zeit in stupides Button-Mashing. Mit jeder Waffe, die wir herstellen, können wir die Bewohner ausrüsten, sodass sie für einen Kampf gewappnet sind. Dies ist vor allem nachts hilfreich, da dort besonders gefährliche Monster auftauchen, für die wir jede Hilfe gut gebrauchen können. Auch bei Bauplänen greift uns die KI uns unter die Arme, sofern wir eine Truhe mit den passenden Materialien in der Umgebung stehen haben.

Wenn wir nicht mit Bauen oder dem Schlachten der Kinder Hargons beschäftigt sind, lohnt sich auch das Erkunden der Ortschaften. Überall versteckt liegen kleine Rätselschreine, für deren Lösung wir mit Münzen entlohnt werden, welche wir gegen diverse Belohnungen eintauschen können. Zusätzlich gibt es ein Schnellreisesystem im Spiel, welches wir jedoch erst durch das Bereisen der verschiedenen Areale freischalten. Aufgrund der Größe unserer Spielwelt ist dies ein willkommenes Feature! Einzig das Hungersystem, welches uns zwingt etwa alle zehn Minuten etwas zu essen, reißt uns oft aus den spaßigeren Bau-Elementen des Spiels heraus. Unsere Bauwerke teilen wir mithilfe einer Anschlagtafel mit der Welt und sehen uns im Gegenzug die Kreationen von talentierteren Usern an. Ein Online-Koop, in welchem wir mit bis zu drei Spielern auf unseren Inseln gemeinsam bauen können, ist auch mit von der Partie. Einen Offline-Mehrspielerpart gibt es nicht.

Unterhaltsamer Zeitvertreib, der einige Wünsche offen lässt

Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde Quelle: PC Games Dragon Quest Builders 2 im Test: Das Sandbox-Rollenspiel geht in die zweite Runde Die Kampagne ist im Großen und Ganzen etwas eintönig, wir spielen sie eigentlich nur, um neue Baupläne für unsere Insel zu erlangen. Beim Spielen können wir zwischen einer Ego- und Third-Person-Perspektive wechseln, welche beide jedoch beim Bauen mitunter für Probleme sorgen. Dazu tut die Kamera nicht immer das, was sie soll, meistens, wenn wir uns in einem Raum mit Decke befinden. So zoomt sie zwar getreu auf unseren Charakter, vergisst jedoch im Nachhinein oft, auch wieder herauszufahren. Die Steuerung fühlt sich recht klobig an, ist jedoch im Groben für die Zwecke ausreichend. Außerdem zu bemängeln: die Performance lässt an manchen Stellen zu wünschen übrig. Wenn sich mal zu viel auf dem Bildschirm bewegt kommt es zu einigen kleineren Rucklern und die Ladezeiten fühlen sich ab und zu sehr lange an. Dies könnte einer der Gründe sein, wieso es kein lokaler Mehrspielermodus ins Spiel geschafft hat. Diese Mängel nehmen aber nichts von dem Erlebnis weg, wenn wir das fünfte Schlafzimmer für unseren Lieblingsbewohner im bekannt niedlichen Dragon-Quest-Look einrichten und dazu dem grandiosen DQ-Soundtrack lauschen.

Meinung

Meinung

Wertung zu Dragon Quest Builders 2 (NSW)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Dragon Quest Builders 2 (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Leichter EinstiegGrandioser SoundtrackSchöner Spielplatz für die KreativitätNiedlicher Dragon-Quest-CharmeDer Hund lässt sich streicheln
Steuerung könnte präziser seinKameraproblemeKämpfe nach kurzer Zeit monotonLadezeiten relativ lang (Switch)
Fazit

Kleine Makel halten den Bauspaß davon ab, sein volles Potenzial zu entfalten.

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