Dragon Age: The Veilguard ist mein persönliches Spiel des Jahres - Test eines Dragon-Age-Fans
Test
PC-Games-Redakteur Matthias Dammes hat Dragon Age: The Veilguard ausführlich durchgespielt und zeigt sich im Test begeistert vom Rollenspiel.
Nette Nekromanten und andere Freunde
Ohne jetzt also irgendwelchen verpassten Chancen einer Verbindung zur Vergangenheit nachzutrauern, habe ich mich stattdessen auf die Gegenwart und ihre Möglichkeiten für neue Beziehungen konzentriert. Vornehmlich natürlich mit den sieben Gefährten, die zusammen mit meinem selbst erstellten Helden die namensgebende Veilguard bilden. Das sind zwar weniger als noch in Inquisition, aber wirklich etwas gefehlt hat mir dadurch nicht. Im Gegenteil, ich habe sieben hervorragend ausgearbeitete Charaktere an die Seite bekommen, mit denen ich immer gerne Zeit verbracht habe.
Eigentlich hatte ich bisher in jedem Bioware-Spiel immer den einen oder anderen Gefährten, den ich nicht mochte, oder der mir zumindest relativ egal war. Nicht so bei Veilguard. Irgendwie mag ich hier jeden mit seinen Eigenarten und Persönlichkeiten. Vor Release dachte ich zum Beispiel, dass Emmrich einer dieser Begleiter werden wird, der mir eher egal sein wird. Ich bin nie so ein Freund von Necromancer-Charakteren gewesen, daher vielleicht dieser vorschnelle Eindruck.
Denn wie sich im Spiel herausgestellt hat, ist der Totenmagier aus Nevarra eine wirklich wunderbare Figur. Sein unglaublich nettes und gesittetes Auftreten, widersprechen so gut wie jeder Vorstellung, die ich sonst von Nekromanten habe. Und wenn mir sein putziger Skelett-Assistent Manfred Tee bringt, kann man ihn eigentlich nur noch mögen.
Quelle: PC Games
Genau wie Emmrich haben auch die anderen Gefährten tiefgreifenden Handlungsstränge, die mich hinter die öffentliche Fassade der Figuren blicken lassen. Da kommen dann tragische Geschichten, ungelöste Mysterien und existenzielle Krisen zum Vorschein. Sie bringen mich den Charakteren näher und animieren mich unheimlich dazu, den persönlichen Handlungssträngen der Begleiter bis ins kleinste Detail zu folgen.
Dabei hilft auch, dass keine dieser Geschichten wie bloßes Beiwerk wirkt. Das gilt für die Gefährtenquests genauso wie für die Fraktionsaufgaben. Alles hängt irgendwie, irgendwo mit der großen Bedrohung durch die Götter zusammen. Dadurch fühlt sich das genretypische Helfen von Verbündeten nicht wie zeitverschwenderisches Sidetracking an, sondern immer wie ein integraler Bestandteil der Ereignisse.
Von eigenen Hits lernen
Das kommt auch der grundlegenden Erzählstruktur des Spiels zugute, bei der sich die Entwickler sehr stark an Mass Effect 2 orientiert haben. So stelle ich im ersten Drittel des Spiels erstmal mein Team zusammen, indem ich nach und nach die Gefährten rekrutieren. Danach kümmere ich mich um deren persönliche Probleme, um uns schließlich mit einem freien Kopf den Göttern in den Weg zu stellen.
Dadurch dass, wie bereits erwähnt, Gefährtenquests immer irgendwie mit der eigentlichen Handlung in Zusammenhang stehen, gelingt es dem Spiel für mich deutlich besser als seinem gefeierten Vorbild, diesen Rekrutierungsprozess und das Kümmern um die Belange der Gefährten in die Gesamtbedrohungslage einzubinden. Das hat mir außerordentlich gefallen, gerade weil ich Mass Effect 2 immer dafür kritisiert habe, dass im Großteil des Spiels die Haupthandlung kaum eine Rolle spielt.
Quelle: PC Games
Auch für die finale Konfrontation haben sich die Entwickler vom zweiten Teil ihrer Sci-Fi-Reihe inspirieren lassen. So muss ich in verschiedenen Abschnitten des Finales Spezialisten für bestimmte Aufgaben auswählen. Perfekt also, dass ich im Verlauf des Spiels meine Begleiter gut kennen gelernt habe und um ihre Stärken weiß.
Doch nicht nur die Begleiter sind wichtig, auch die zu ihnen gehörenden Fraktionen. In diesem Bereich hat man sich wiederum leicht an Mass Effect 3 orientiert. Denn jede Fraktion hat einen Stärkewert, den wir vor allem durch die Quests der Gruppierung und durch den Verkauf von Wertgegenständen an deren Händler ausbauen. Je höher dieser Wert, umso höher die Chancen, dass mir diese Fraktion im Finale erfolgreich zur Seite steht.
Das kulminiert schließlich in einem epischen, mehrstündigen Finale, das toll inszeniert ist und auch noch die eine oder andere Überraschung bereithält. Meine Aktionen während des Spiels, mein Umgang mit meinen Gefährten und meine Unterstützung für die verbündeten Fraktionen haben Einfluss auf den Ausgang des Kampfes gegen die Götter. Der Konflikt kann schlussendlich auf mehrere verschiedene Weisen enden.
