Test: Down in the Valley

Test Simone Neus

Verträumter Westernfan oder Psychopath? Edward Norton kämpft mit rauchenden Colts um die Liebe seines Lebens

Mit seiner netten Art lockt Harlan (Edward Norton) den stillen Lonnie (Rory Culkin, li.) aus der Reserve Mit seiner netten Art lockt Harlan (Edward Norton) den stillen Lonnie (Rory Culkin, li.) aus der Reserve Die rebellische 18-jährige Tobe (Evan Rachel Wood) lebt mit ihrem strengen Vater Wade (David Morse) und ihrem fünf Jahre jüngeren Bruder Lonnie (Rory Culkin) im dicht besiedelten San Fernando Valley in Kalifornien. Es sind Sommerferien und Langeweile macht sich breit. Das ändert sich, als Tobe an einer Tankstelle den Hilfsarbeiter Harlan Fairfax Carruthers (Edward Norton) kennen lernt. Obwohl der Mittdreißiger mit seinem Cowboyhut und den schweren Stiefeln eher in einen Wildwestfilm passen würde, fühlt sich die Teenagerin zu dem charmant-zurückhaltenden Mann hingezogen.

Test: Down in the Valley Schon bald entwickelt sich ungeachtet des Altersunterschieds eine Romanze. Doch Tobes waffenfanatischer Vater misstraut dem charmanten Cowboy und setzt alles daran, die Beziehung zu zerstören. Und tatsächlich scheint mit dem John-Wayne-Imitat etwas nicht zu stimmen. Warum hat Harlan seinen wahren Namen verschwiegen? Wird Tobe trotzdem mit ihrem Liebsten durchbrennen -- oder läuft die Angelegenheit auf ein tödliches Duell zwischen Harlan und Wade hinaus?

Verlustgeschäft

Macht Liebe blind? Tobe (Evan Rachel Wood) genießt die romantischen Stunden mit Harlan Macht Liebe blind? Tobe (Evan Rachel Wood) genießt die romantischen Stunden mit Harlan Obwohl das acht Millionen Dollar kostende Low-Budget-Projekt von Drehbuchautor und Regisseur David Jacobson ("Dahmer", "Criminal") auf dem Filmfestival in Cannes 2005 zum Publikumsliebling avancierte, ließ das US-Einspielergebnis mit etwa 570.000 Dollar doch sehr zu wünschen übrig.

Ungeachtet der miesen Zahlen spendierte Universum der Code 2-Disc einiges an Bonusmaterial. Neben vier gelöschten Szenen im Originalton lohnt die Pressekonferenz mit Filmkritiker Peter Travers vom Rolling Stone Magazine, der den gleichzeitig als Hauptdarsteller und Produzent tätigen Norton sowie den in Kalifornien geborenen Jacobson mit allerlei Fragen bombardiert.

Fazit

Film-Check: Wer ein aufregendes Roadmovie oder einen verzwickten Krimi erwartet, liegt falsch. Autor und Regisseur David Jacobson schuf vielmehr ein modernes Western-Drama, das als romantische Liebesgeschichte beginnt und als Familientragödie mit Thriller-Einlagen endet. Jacobson lässt sich bei der Inszenierung sehr viel Zeit und verzichtet weitgehend auf Klischees. Jede Szene sollte man allerdings nicht hinterfragen und auch nicht unbedingt auf eine schlüssige Auflösung pochen. Für Independentfilm-Liebhaber dürfte der Streifen sich lohnen. Edward Nortons glaubwürdige und facettenreiche Darbietung ist auf jeden Fall einen Blick wert.
DVD-Fazit: Die ordentliche Bildqualität und der Sound in DD 5.1 werden den Ansprüchen an ein Drama dieser Größenordnung gerecht. Für die Auswahl an Zugaben gab man sich Mühe. Filmfreunde freuen sich über einige interessante Statements.

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