Donnie Darko - Fürchte die Nacht

Test

Mit seinem Debütfilm lieferte Richard Kelly eine verstörende Coming-of-Age-Geschichte ab

Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) könnte ein ganz normaler Schüler einer privaten Highschool in Middlesex, Virginia, sein. Wäre er nicht regelmäßig in psychiatrischer Behandlung, weil er unter Halluzinationen leidet und zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigt. "Er trieb mich dazu" schreibt er in großen Buchstaben auf den Schulhof, als er dem Bronze-Maskottchen der Lehranstalt eine Axt in den Schädel treibt.

"Er" heißt Frank (James Duval) und ist der in ein Hasenkostüm gekleidete imaginäre Freund Donnies. Frank ist es auch, der ihn zu den Taten anstachelt. Als er Donnie eines Nachts eröffnet, dass die Welt in 28 Tagen, 6 Stunden, 42 Minuten und 12 Sekunden ihr Ende findet, treibt Donnie immer weiter auf eine Katastrophe zu.

"Donnie Darko" wurde vorwiegend auf Film-Festivals und in nur wenigen Kinos gezeigt. So spielte er in den Staaten gerade einmal 500.000 Dollar ein. Dennoch gelang dem 1975 geborenen Autor und Regisseur Richard Kelly mit seinem Kinodebüt ein Kultfilm. Bei Genre-Anhängern erfreut er sich steter Beliebtheit. Gerüchten zufolge soll er 2004 als Director?s Cut noch einmal in die Kinos kommen.

Die Verleihversion bringt als Special Features den Original-Kinotrailer, eine Trailershow und Darsteller-Biografien mit. Aufschlussreicher wird sich die im Januar 2004 erscheinende Vanilla-Box gestalten: Hierfür sind zwei Audiokommentare von Regisseur und Hauptdarsteller und weiterer Cast-Mitglieder angekündigt.

Die ebenfalls im Januar erscheinende Collector´s Edition soll dann auf einer zweiten DVD noch mehr Extras bieten. Zusätzlich zu den Kommentaren sind insgesamt 20 entfallene Szenen enthalten, die von Richard Kelly kommentiert werden.

Dazu kommen 15 Interviews mit an der Produktion Beteiligten, Behind-the-Scenes-Material, die isolierte Filmmusik, Biografien, ein Booklet, Bildergalerien und mehr. Außerdem finden sich Auszüge aus dem im Film vorkommenden Buch "The Philosophy of Time-Travel", das einiges von dem zu erklären verspricht, was in "Donnie Darko" passiert.MS

Fazit

Film-Check: Der obskure "Donnie Darko" ist wahrhaftig kein Film, der sich dem Zuschauer beim ersten Anschauen erschließt. Verworren und bizarr, reizvoll und intelligent erzählt Richard Kelly einen düsteren Mix aus Sci-Fi und Fantasy. An den Kinokassen ein Flop, hat der Streifen dessen ungeachtet mit seiner eigenwilligen Atmosphäre unter Genre-Anhängern hohes Kultpotenzial.
DVD-Fazit: Ausleihen ist bei "Donnie Darko" keine Option, auch wenn die Verleih-Fassung mit einer ordentlichen technischen Umsetzung aufwartet. Wer den ungewöhnlichen Film komplett verstehen will, sollte ihn sich mehrmals ansehen und auf die Verkaufsversion mit ausführlichen Extras warten -- die ihm möglicherweise dabei helfen, noch offene Fragen zu beantworten.

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