Affengeil geht anders: Donkey Kong Country Returns HD glänzt im Test mit vielen alten Stärken - und einigen Schwächen, die auch die Neuauflage runterziehen. Der größte Kritikpunkt ist aber der Preis.
Im Strandkapitel bekommt ihr es zum Beispiel mit Piraten und Krebstieren zu tun, reitet auf einem Wal über die See oder weicht Kanonenkugeln aus. Im Waldabschnitt feuert ihr euch dann mit explosiven Fässern über die Baumwipfel und schwingt an Lianen entlang. Gegen Ende steht dann ein cooler Fabrik-Schauplatz auf dem Reiseplan und ganz zum Schluss landet ihr noch in einem feurigen Vulkanszenario, in dem ihr euer ganzes Können braucht, um nicht alle paar Schritte in der nächstbesten Lavagrube zu landen.
Prima: Retro Studios hat sich für jeden Schauplatz eigene Gegnertypen, Spielideen und Herausforderungen ausgedacht, das wird bis zum Schluss nicht langweilig. Alle Level sind außerdem liebevoll von Hand gestaltet und wirken wie aus einem Guss - davon könnten sich auch heute noch andere Spiele ein paar Scheibchen abschneiden.
Für eine Handvoll Bananen
Donkey Kong tut, was er am besten kann: Über Plattformen und Sprungbretter hüpfen, Gegner mit Sprüngen oder einer Rollattacke plattmachen, unterwegs Bananen aufsammeln und natürlich versuchen, lebendig den Ausgang zu erreichen. Außerdem könnt ihr wieder auf den Boden trommeln, um Schätze zu heben oder geheime Wege zu öffnen. Denn die Level sind vollgestopft mit Sammelkram: Bananenmünzen, Puzzle-Teile, Kong-Buchstaben - wer wirklich alles davon einsacken will, wird viele Level mehrfach spielen müssen, denn manche Secrets sind sehr gut versteckt. Hier haben die Leveldesigner ganze Arbeit geleistet!
Quelle: Nintendo
Gutes Spiel, schlechter Deal: Donkey Kong Country Returns HD im Test (5)
Leider gilt das nicht für die Bonusräume, in denen ihr noch mehr Goodies einsacken könnt: Die gut verborgenen Mini-Herausforderungen sind zwar ruck, zuck erledigt, spielen sich aber immer noch so eintönig wie vor 15 Jahren.
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Die Steuerung ist zwar gelungen, aber auch ungewohnt: Es gibt zum Beispiel keine Taste zum Rennen, darum muss Donkey Kong erst etwas Fahrt aufnehmen, und er kommt auch langsamer zum Stehen als beispielsweise ein typischer Mario - wer hier also nicht aufpasst, landet schnell im Abgrund oder im nächsten Gegner. Das betrifft auch Donkeys nützliche Rolle, die man nur in einer Bewegung ausführen kann und die gerade zu Beginn etwas Übung erfordert.
Zwei Affen müsst ihr sein
Genau wie im ersten Serienteil ist auch Diddy Kong wieder mit von der Partie. Diesmal dürft ihr aber nicht zwischen den Charakteren wechseln, im Einzelspielermodus seid ihr also immer auf Donkey Kong festgelegt und nehmt den kleinen Sidekick einfach auf eure Schultern. Trotzdem ist Diddy ein Segen, denn mit ihm verdoppeln sich eure Lebenspunkte! Außerdem hat er ein praktisches Jetpack dabei, das eurer Affenteam für einen kurzen Moment schweben lässt - das ist bei besonders kniffligen Sprüngen oder Bosskämpfen fast schon unverzichtbar.
Wer mag, kann sich auch zu zweit auf die Bananenjagd begeben, im lokalen Koop übernimmt dann euer Mitspieler die Rolle von Diddy Kong. Der Sidekick mit der roten Kappe spielt sich leichtfüßiger, außerdem kann er Gegner aus der Ferne mit einer Erdnusskanone abschießen, was manche Situationen etwas einfacher macht. Noch mehr spielbare Charaktere wie in Tropical Freeze gibt es allerdings nicht, auf Dixie & Co müsst ihr also verzichten.
Das Gleiche gilt auch für Unterwasserlevel, auch die hat Retro Studios erst im Nachfolger eingebaut. Stimmungsvolle Tauchgänge dürft ihr in Returns also nicht erwarten, das heißt: Wer hier ins Wasser fällt, verliert sofort ein Leben. Und auch bei den Reittieren wurde gespart, das coole Nashorn Rambi lässt sich zum Beispiel nur in einer Handvoll Level blicken - von ihm hätte ich gerne mehr gesehen!
Immer fordernd, nicht immer fair
Lasst euch von der fröhlich-bunten Gestaltung nicht täuschen: Donkey Kong Country Returns ist ein knackig-schwerer Plattformer, der auch geübten Spielern einiges abverlangt! In jedem Level gibt es zwar Checkpoints, doch die liegen manchmal arg weit auseinander. Und spätestens im letzten Spieldrittel, wenn punktgenaue Sprünge und optimales Timing gefragt sind, muss die Steuerung wirklich sitzen. Der Anspruch bleibt zwar über weite Strecken fair - doch es gibt auch ein paar Momente, in denen es Retro Studios schlichtweg übertreibt.
