Disgaea 6 im Test: Knackiger Strategiespaß für Nintendo Switch
Test
In der Unterwelt ist mal wieder der Teufel los - wir haben uns mit Held Zed ins (in Europa) Switch-exklusive Getümmel gestürzt uns sagen im Test,w as euch erwartet.
Disgaea 6 ist ein komplexes Spiel, ein großes Spiel, und ein Switch-exklusives Spiel - deshalb präsentieren wir euch nur allzu gerne unseren Test. Wie die Ziffer im Namen andeutet, handelt es sich dabei um den aktuellen Teil einer ganzen Reihe. Vor allem in Japan und auf der Playstation ist die Serie bislang beliebt, insofern praktisch, als ihr theoretisch keine Vorkenntnisse benötigt, um in das Taktik-Rollenspiel einzusteigen. Alle Mechaniken werden euch - auf Wunsch! - von eurem untoten Mops Cerberus erläutert. Der Haken daran: Die Tutorials könnten uninteressanter nicht sein. Ihr bekommt erstmal alle Schritte automatisch vorgespielt und schaut nur zu, dann erst dürft ihr die Schritte allesamt nachmachen.
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Ein bisschen Händchenhalten
Quelle: PC Games
Je nachdem, wer sich in eurer Gruppe befindet, erblickt ihr ein anderes,
amüsantes Abschlussbild bei erfolgreichem Abschluss eines Kampfes.
Zugutehalten muss man Disgaea 6 aber, dass sich die Entwickler an anderer Stelle bemüht haben, Neuzugänge nicht zu sehr abzuschrecken. So könnt ihr relativ früh im Spiel auf den Cheat-Modus zugreifen, bei dem ihr zum Beispiel einstellt, wie viel Erfahrungspunkte ihr kassiert, und die mannigfaltigen weiteren Optionen, deren Aufzählung den Rahmen dieses Artikels sprengen würden, kommen nach und nach in eurem Unterwelthauptquartier hinzu. Natürlich könnt ihr euch das Leben im Cheat-Menü auch schwerer machen, indem ihr Vorteile reduziert, auch echte Experten haben was davon.
Humor und Haue
Quelle: PC Games
Und wenn wir schon bei eurer Gruppe sind: Eure Mitstreiter bastelt ihr euch einfach selbst zusammen und passt sie an eure Wünsche an.
Genretypisch bewegt ihr eure Spielfiguren per Raster und rundenbasiert über die Map. Der Radius eurer Attacken hängt von Angriffsart und Charakterklasse ab. Wie üblich in der Serie treibt auch Disgaea 6 mit einem Augenzwinkern Genrekonventionen auf die Spitze. Schadenzahlen in Millionenhöhe, Konter-Konter-Konter-Attacken und mehr - erfrischend, wie die Entwickler die Absurdität zelebrieren. Humor kommt an vielen Stellen zum Tragen, sei es bei den derben Unterhaltungen oder den albernen Abschlussgrafiken nach dem Ende eines Levels. Allerdings nehmen die Story-Momente dem Spiel an einigen Stellen den Wind aus den Segeln, das liegt auch daran, dass die Handlung in Textkästen und mit Standbildern transportiert wird.
Quelle: PC Games
Disgaea 6 ist sicher kein besonders hübsches Spiel, in Kämpfen ist die Ansicht aber zweckmäßig.
Mit der Auto-Scroll-Funktion laufen die Unterhaltungen auf Wunsch immerhin automatisch ab, sollte man sich nicht übermäßig für Zeds Schicksal interessieren. An dieser Stelle wollen wir nicht zu viel vorwegnehmen, nur das: Es geht um einen besonders starken Dämon, der in der Unterwelt sein Unwesen treibt, Zed und seine Begleiter wollen ihn ausschalten. Ihr könnt es euch sicher schon denken: Wegen der Story spielen die wenigstens Disgaea. Dafür bietet der Titel auch an der Gameplay-Front zu viele interessante Mechaniken. Ihr könnt nicht nur Objekte aufheben und werfen, um neue Wege zu erschließen, sondern auch eure Freunde und Gegner durch die Gegend schmeißen. Vorsicht nur, wenn ihr die Pinguinwesen, Prinnys genannt, katapultiert - sie explodieren, wenn sie auf dem Boden aufkommen. Strategen genießen die zig Kombomöglichkeiten, Items und Optionen.
Kleines, feines Nischending
Disgaea 6 (jetzt kaufen 71,99 € ) besetzt eine Nische in der Nische, nicht vergleichbar mit einem Advance Wars, das zu den zugänglicheren und bekannteren Spielen dieser Art gehört. Das erklärt, wieso ihr bei Disgaea 6 nicht mit der edelsten Grafik oder der modernsten Technik rechnen solltet. Einstellen müsst ihr euch zudem auf viel Lesearbeit, und das auf Englisch, deutsche Texte bietet der Titel nicht. Die Stimmen erklingen Japanisch oder Englisch. Die Menüs sind unübersichtlich, unattraktiv, beinahe antik. Leicht verdaulich ist das Spiel also nicht, aber für Fans von Taktik-Rollenspielen dennoch ein Leckerbissen. Wer sich für diesen Genrekomplex interessiert, sollte sich von Aufmachung und Präsentation nicht das Festmahl versalzen lassen.
