Disc Room: Hardcore, Highscores und Bullet-Hell-Gameplay mit Kreissägen im Test
Test 14,99 €
Disc Room macht so viel Spaß wie es knüppelhart ist. Während ihr die riesige Disc erforscht, die in der Umlaufbahn des Jupiters gefunden wurde, trefft ihr auch die verschiedensten Kreissägen, denen ihr in bester Bullet-Hell-Manier ausweichen müsst. Alles ist darauf aus, euch in Einzelstücke zu zerteilen. Euer Ziel ist das reine Überleben! Und nebenbei natürlich noch, Highscores zu knacken.
Bei Disc Room aus dem Hause Devolver Digitial geht es genau um das, was der Titel verspricht: Discs und Räume. Doch beides ist nur darauf aus, euch in Einzelteile zu zersägen. Die lose und unwichtige Hintergrundgeschichte? Im Jahr 2089 entdeckt man in der Umlaufbahn des Jupiters eine gewaltige Disc, die es zu erforschen gilt. Als namenloser Wissenschaftler begebt ihr euch auf die Reise, die Geheimnisse der mysteriösen Scheibe aufzudecken.
Lauf Forest, lauf!
An dieser Stelle würdet ihr normalerweise mehr über die Story erfahren, diese ist aber eher Mittel zum Zweck. In Disc Room geht es nämlich einzig und allein ums Gameplay.
Die Spielwelt ist in einzelne Räume aufgeteilt, wobei jeder dieser Räume fieser ist als der andere. Es wird nicht viel Zeit damit verschwendet, euch zu erklären, was ihr tun müsst, denn das findet ihr schnell selbst heraus: Überleben, und das so lange ihr könnt. Ab einer festgelegten Zeit habt ihr einen Raum geschafft. Wer auf der Jagd nach einem neuen Highscore ist, der kann aber so lange weiterspielen, solange er möchte - oder eher, solange er überlebt.
Jeder der einzigartigen Räume hält verschiedene Zusammensetzungen von Kreissägen für euch bereit, dabei sind diese so vielfältig gestaltet, wie man es kaum für möglich halten würde. Einige fliegen ziellos umher, andere verfolgen euch, während wieder andere Sägen nur noch mehr der tödlichen Kreisel abfeuern. Die Menge der verschiedenen Killersägen ist erstaunlich und eine Auflistung würde den Rahmen sprengen.
Aber es sind nicht nur die Sägen, die euch das Leben schwer machen. Dazu kommen noch die Räume an sich, die ebenfalls eine Herausforderung darstellen. In einigen Leveln müsst ihr auf speziellen Feldern stehen, um die Zeit angerechnet zu bekommen. In anderen hingegen müsst ihr permanent in Bewegung bleiben, da euch ansonsten ein Monster mitsamt des Bodens auffrisst.
Die Mischung aus verschiedenen Sägeblättern und den Räumen selbst verspricht interessantes und abwechslungsreiches Gameplay, obwohl ihr im Kern einfach nur in bester Bullet-Hell-Manier rennt und ausweicht. Um euch das Leben ein wenig einfacher zu gestalten, und um noch mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen, gibt es zudem einige verschiedene Fähigkeiten. Neben dem klassischen kurzen Sprint, bei dem ihr zusätzlich unverwundbar seid, dürft ihr beispielsweise die Zeit kurz verlangsamen, was mehr als einmal euer virtuelles Leben retten wird. Durch Challenges in verschiedenen Räumen könnt ihr noch mehr dieser Skills freischalten, die euren Spielstil erheblich beeinflussen können. Falls ihr also an einer der Todesfallen nicht vorbeikommt, ist es empfehlenswert eine andere Fähigkeit auszuprobieren.
Quelle: PC Games
Ein ganz gewöhnliches Level.
Hart, aber Fair. Meistens.
Disc Room (jetzt kaufen 14,99 € ) ist ein verdammt schwieriges Spiel. Alles passiert unfassbar schnell. Das spiel reagiert aber umgehend auf all eure Eingaben, so dass sich die Steuerung jederzeit gut und passend anfühlt. Einfacher wird die Sache dadurch trotzdem nicht. Eine gewisse Frustgrenze sollte auf jeden Fall vorhanden sein, denn es gibt Räume, an denen ihr verzweifeln werdet. Immerhin ist Sterben Teil des Spielprinzips, denn vergesst nicht: Ihr seid Forscher. Jede Disc, an der ihr sterbt, schaltet genauere Informationen über sich frei, die ihr über das Hauptmenü anschauen könnt. So wird das "Trial and Error"-Prinzip des Spiels unterstützt und der Frustpegel bleibt innerhalb eines erträglichen Rahmens.
An dem Rande der Verzweiflung werdet ihr trotzdem einige Male stehen, denn obwohl das Spiel meistens sehr fair ist, wirken wenige der Räume ziemlich undankbar. In besagten Passagen entsteht das Gefühl, dass ihr es hättet schaffen können, hätten sich die Kreissägen nur ein wenig anders verhalten. Selbst wenn ihr die Muster der Kreissägen auswendig lernt, werden mit vergehender Zeit immer mehr von ihnen in den Raum geworfen, je nachdem wo ihr dann steht und wo die Todeskreisel abprallen, müsst ihr eure Vorgehensweise anpassen. Das liefert auf der einen Seite eine einzigartige Erfahrung bei jedem Versuch, kann jedoch auch frustrierend sein, wenn ihr das Gefühl bekommt, dass der vorherige Durchlauf irgendwie einfacher war.
Vor allem bei Bosskämpfen entsteht des Öfteren das Gefühl, dass Glück eine relativ große Rolle spielt. Bosse werden nämlich bekämpft, indem ihr gelbe Punkte einsammelt, die zufällig erscheinen. Manchmal habt ihr Glück und könnt die Punkte in einer Reihe zügig abgrasen. Es kommt aber auch vor, dass ihr jedes Mal den kompletten Raum durchqueren müsst, um den nächsten Punkt einzusammeln. Je länger der Kampf geht, desto schwieriger wird er in der Regel, weswegen euch dieses Element des Zufalls ziemlich ungerecht vorkommen kann. Hierbei sei jedoch gesagt: Solange ihr konzentriert bei der Sache bleibt und versucht zu verstehen, wie die Gegner funktionieren, könnt ihr trotzdem gewinnen.
Quelle: PC Games
Einer der Bosse.
Belohnung muss sein
Durch den hohen Schwierigkeitsgrad ist es extrem befriedigend, wenn ihr einen der Räume, an dem ihr ewig gehadert habt, endlich bewältigen konntet. Um das Ganze noch ein bisschen zu würzen, schaltet ihr nur dann alle Räume frei, wenn ihr besondere Missionen erledigt. Oftmals belaufen diese sich darauf, dass man 10 Sekunden länger überleben muss, was nicht besonders spannend ist. Jedoch gibt es von Zeit zu Zeit auch kreativere Aufgaben. Eine dieser Aufgaben ist es, vier Bossräume hintereinander zu bewältigen. Solche Missionen zu erledigen, ist in jedem Fall motivierender, als nur die einzelnen Räume zu absolvieren.
Auf der anderen Seite muss man jedoch sagen, dass es auch Aufgaben gibt, die nicht unbedingt verständlich sind. "Verfüttere 4 ???? an ????" ist so ein Beispiel. Hier kann es auch mal etwas länger dauern, bis man versteht, was das Spiel eigentlich von einem will. Es gibt zwar nur wenige dieser Missionen, Komplettisten könnten aber Gefahr laufen, die Frustgrenze das eine oder andere mal anzukratzen oder gar zu überschreiten.
Eine nette Kleinigkeit sind die Rekorde der Entwickler, die euch im Online-Modus angezeigt werden. Wenn ihr es schafft, einen dieser Rekorde zu brechen, fühlt ihr euch wie der König des Universums selbst.
Süchtig nach Sterben?
Zu dem Masochisten-Spaß gibt es einen Synth-Soundtrack, der euch nach zehn Minuten Spielzeit in einen tranceähnlichen Zustand befördert. Ehe ihr euch verseht, habt ihr drei Stunden mit einem absoluten Tunnelblick in das Spiel versenkt. Das wird dadurch unterstützt, dass ihr nach einer vernichtenden Niederlage mit einem Knopfdruck direkt zurück in der Action seid. Es gibt keine Pausen. Dazu zeigt euch das Spiel per Hauptmenü auf der Karte genau, wo ihr noch nicht gewesen seid, was eure Bestzeit in den einzelnen Räumen ist und wo ihr noch etwas freischalten könnt.
Falls euch der erste Durchlauf nicht genügt hat, gibt es nach dem Ende eine weitere Karte, die noch schwieriger ist als die Vorherige. Hier wird das gesamte Wissen auf die Probe gestellt, das ihr euch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad angeeignet habt. Wer dem Spiel komplett verfallen ist, kann den implementierten Speedrun-Modus verwenden und darin globale Highscores jagen.
Quelle: PC Games
Die Übersichtskarte.
Disc Room ist schnell, skrupellos aber vor allem motivierend. Ihr werdet nicht mit einer großen Story aufgehalten, stattdessen weiß das Spiel, was es ist und bringt euch genau das: Pures Gameplay und klassische Highscore-Jagd. Wer auf Super-Meat-Boy-artigen Spaß steht, kann hier beruhigt zugreifen.
Disc Room ist für Nintendo Switch und PC über Steam und den Epic Games Store verfügbar.
