Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt!

Special Andreas Szedlak
Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt!
Quelle: Koch Media

Dirt 4 in der Hands-on-Vorschau: Auf dem Enthüllungs-Event in London hatten wir bereits die Gelegenheit den Nachfolger des exzellenten Dirt: Rally zu spielen und Fahrgefühl, Schadensmodell, KI, Grafik, Sound und vieles mehr zu überprüfen. Hat Codemasters' Offroader das Zeug der Rennspiel-Konkurrenz den dreckigen Auspuff zu zeigen?

Dirt: Rally war exzellent aber auch derart herausfordernd, dass nur Hardcore-Rallye-Fans so richtig Spaß damit hatten. Nun fungiert Codemasters' preisgekrönter Rally-Ableger als Motor für Dirt 4, was die Macher von Codemasters beim Enthüllungs-Event in London allerorten betonten. Wirft das erste vollwertige Dirt nach sechs Jahren Pause also ebenfalls alle Softcore-Raser aus dem Fahrzeug und macht nur Simulationsfans glücklich? In London durften wir bereits Hand an Dirt 4 legen und natürlich auch überprüfen, wie zugänglich Codemasters' neueste Dreckschleuder ist.

Dirt 4: Mann oder Memme?

Bevor ihr euch in ein Rennen stürzt, müsst ihr Farbe bekennen: Seid ihr Hobby-Rallyefahrer und wollt möglichst viel Realismus? Oder spielt ihr Offroad-Games, weil euch die Herausforderung im echten Leben zu groß wäre? Entscheidet ihr euch für den erstgenannten Pro-Modus, erlebt ihr Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (13) Quelle: Koch Media Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (13) das Fahrgefühl und -Physik aus Dirt: Rally. Das heißt, dass euch selbst mit aktivierten Fahrhilfen wie Stabilitäts- und Traktionskontrolle das Heck überholen kann, wenn ihr zu stark einlenkt oder zu früh aus der Kurve herausbeschleunigt. Im normalen Modus dagegen wird zwischen Physikmodell und euren Lenkbewegungen ein Filter gelegt, der abrupte Manöver absoftet - vergleichbar mit dem System aus der Forza Motorsport-Reihe.

Darüber hinaus lassen sich allerlei Anpassungen am Schwierigkeitsgrad vornehmen. Ihr könnt die Herausforderung in drei Stufen erhöhen: Von der Stufe "Gamer" bei der ihr 8 Prozent an Punkteboni erhaltet und die euch gegen vergleichsweise brave Gegner fahren lässt und allerlei Hilfen zuschaltet, bis hin zur "Pro"-Stufe, die satte 62 % an Zuschlag bringt. Dafür müsst ihr euch aber mit sehr aggressiven Widersachern herumschlagen und auf ABS oder eine Außenansicht-Kamera verzichten.

Dirt 4: Eigenbrödler oder Partyhengst?

Zwei Spielvarianten dürfen wir in London ausprobieren: Rally Split und Landrush. Bevor wir uns im klassischen gegen-die-Uhr-Modus auf die Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (6) Quelle: Koch Media Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (6) Strecke wagen, streiten wir erst mal in Landrush gegen sieben Buggys um den Sieg. Der sandige und tiefe Rundkurs in Nevada bietet Kamelbuckel sowie enge Kurven. Im Simulationsmodus ist es eine echte Herausforderung unseren weich gefederten Buggy auf Kurs zu halten. Zumal die Kontrahenten keinerlei Berührungsängste zeigen und schon mal rüde den Weg in die Kurve versperren. Die rücksichtslose Art der KI passt allerdings sehr gut in einen Offroad-Racer wie Dirt 4. Beulen und Schmutz gehören einfach zur Codemasters-Serie wie der Co-Pilot zum Rallye-Auto.

Während wir die Landrush-Rennen auch mit Trucks bestreiten können, ist der Rally-Split-Modus auf reinrassige Rallyecars beschränkt. Zum mehr als 50 Autos umfassenden Fuhrpark zählen Klassiker wie der Audi Quattro S1 E2 oder der Peugeot 205 sowie moderne Boliden wie der Subaru WRX STI NR4.

Dirt 4: Dirt: Rally in groß

Mit dem Japaner wagen wir uns auf den Rallyekurs im australischen Fitzroy-Island-Nationalpark. Eng, schnell, herausfordernd - sofort fühlen wir uns in Dirt: Rally verfrachtet, samt unvergleichlich authentischem Fahrgefühl, aber auch inklusive der Frustmomente, wenn wir mal wieder mit zu hohem Tempo in die Kurve gerauscht und in der Pampa gelandet sind. Auch das Schadensmodell ist unserem Ersteindruck nach hervorragend. Nach einem Überschlag ist das Dach tief eingedellt und nicht nur leicht verkratzt wie in den meisten modernen Rennspielen.

Natürlich wirken sich Schäden auch auf das Fahrverhalten aus, sofern man dies in den Optionen aktiviert hat. Dies war in der London-Demo zwar nicht möglich, doch haben die Dirt 4-Macher verraten, dass es diesmal bei einem schwerwiegendem Defekt nicht nur die Möglichkeit einer zeitraubenden Komplettreparatur gibt. Man darf sein Fahrzeug auch notdürftig zusammenflicken, um Minuten zu sparen, geht dann aber das Risiko ein, dass beim nächsten Einschlag wieder eine Pause folgt. Außerdem lässt sich das Auto zwischen den Etappen waschen, damit die Mechaniker bei einem Schaden schneller die Ursache des Problems finden.

Dirt 4: Deine Strecke!

Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (2) Quelle: Koch Media Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (2) Millionen Routen verspricht Codemasters für den Rally-Modus. Damit ist aber keine offene Spielwelt wie in Forza Horizon gemeint. Stattdessen dürft ihr euch dank Your-Stage-Feature eigene Streckenverläufe generieren lassen, indem ihr einfach zwei Schieberegler betätigt. Nachdem ihr die Routenkomplexität aus fünf Möglichkeiten ausgewählt und die Länge des Abschnitts auf einen Bereich zwischen 1:30 und 10 Minuten festgelegt habt, wird in Sekundenschnelle eine Etappe erzeugt, die ihr natürlich mit euren Freunden teilen könnt. Das funktioniert wirklich sehr einfach und ermöglicht extrem viel Abwechslung. Zumindest in puncto Routen, denn an Rallye-Locations werden nur fünf im Spiel enthalten sein: Spanien, Michigan, Schweden, Wales und Australien.

Zudem erwartet euch in Dirt 4 die von der FIA lizenzierte World Rallycross Meisterschaft, die euch nach Montalegre, Lohéac Bretagne, Hell und nach Holjes & Lydden Hill schickt, dabei in verschiedenen Serien antreten lässt.

Gerne hätten wir euch auch unsere Eindrücke vom Karriere-Modus vermittelt, doch der war in der London-Demo noch gesperrt. Codemasters hat allerdings schon verraten, dass ihr in der Karriere einen Fahrer erschaffen und ein Team gründen dürft. Ihr kümmert euch um Sponsoren und investiert eure verdiente Kohle in Autos oder Tuningteile.

Die Gymkhana-Events aus Dirt: Showdown fehlen diesmal. Laut Codemasters sei die Zahl der Gymkhana-Fans doch arg begrenzt und daher habe man den Modus diesmal weggelassen. Wer dennoch Donuts drehen möchte, darf dies in verschiedenen Free-Play-Arealen tun.

Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (5) Quelle: Koch Media Dirt 4: Noch besser als Dirt Rally? Wir haben Codemasters' Offroader gespielt! (5)

Dirt 4: Erster Eindruck

Wir durften in London die PS4-Version von Dirt 4 ausprobieren. Sowohl mit Lenkrad als auch mit Controller erwies sich die Steuerung als sehr direkt und ermöglichte blitzschnelles Gegenlenken. Neben dem fantastischen Fahrgefühl hat uns auch die Sounduntermalung überzeugt. Echter als die Dirt 4-Motoren klingen nur echte Triebwerke.

Nicht ganz so perfekt ist bislang die Grafik. Tearing und leichtes Kantenflimmern sollten die Macher bis zum Release noch beheben. Die PS4-Pro-Fassung erhält dann nicht nur eine höhere Auflösung, sondern orientiert sich auch sonst an der PC-Version, die unter anderem von schöneren Shader-Effekten und verbessertem Anti-Aliasing profitieren wird.

Letztlich sind zwei absolvierte Strecken natürlich zu wenig, um eine genaue Wertungsprognose abgeben zu können. Gespannt sind wir, ob die Karriere dauerhaft motivieren kann und die Schwierigkeitsabstufungen fein genug sind, um jeden Geschmack treffen zu können. Nach Dirt: Rally sind unsere Erwartungen an die Serie groß, unser Vertrauen in die Entwickler ist es aber auch. Bitte enttäuscht uns nicht! Dirt 4 erscheint im Juni 2017 für PC, PS4 und Xbox One.

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