Als Steven Spielberg 2017 das Skript zu "Die Verlegerin" in die Hände bekam, wusste er, dass dies genau der richtige Filmstoff für das Fake-News-Jahr 2017 war. Die Veröffentlichung der "Pentagon-Papers" in der Washington Post führte während des Vietnamkrieges zu einem Umdenken in der Bevölkerung und war ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Beendigung der Kämpfe. In "Die Verlegerin" begleitet der Zuschauer Katherine "Kay" Graham (Meryl Streep), die damalige Verlegerin der Washington Post und die erste Zeitungsverlegerin überhaupt in den USA, durch ihren Konflikt zwischen Ethik und Zukunft. Spielberg begann noch während der Postproduktion seines aktuellen Spielfilms "Ready Player One" mit den Dreharbeiten zu dem Drama und konnte sich dafür spontan noch zwei Oscar-Nominierungen sichern.
Im Jahr 1971 (also noch vor den Watergate-Enthüllungen) möchte die damals noch aufsteigende Tageszeitung Washington Post unter der Führung der Verlegerin Kay Graham und des Chefredakteurs Ben Bradlee die sogenannten Pentagon Papiere veröffentlichen. Ein geheimes 7.000 Seiten Dokument, das belegt, dass die USA schon lange Zeit vor dem ersten militärischen Eingriff den Vietnamkrieg plante. Eine Veröffentlichung, welche die damalige US-Regierung mit allen Mitteln verhindern möchte.
Informationsleaks, Verhandlungen, Anhörungen, Redaktionskonforenzen, Redakteure, die unter politischen Druck geraten - Steven Spielbergs Journalistendrama bezieht einen großen Teil seiner Dringlichkeit aus dem aktuellen tagespolitischen Geschehen. Gelungen ist ihm ein durchaus interessantes Plädoyer für die Wichtigkeit des Journalismus, das mit einigen Längen zu kämpfen hat, aber von seiner Ausstattung und von den wunderbaren Performances seiner Haupt- und Nebendarsteller lebt.
Fazit:
Zeitgeschichtliches Politdrama mit einer erstklassigen Besetzungsriege, das als Journalistenfilm zudem hochaktuelle Zeitbezüge besitzt.
Wenn euch jetzt noch interessiert, was "Ready Player One" ist, oder was der Regisseur als nächstes plant, empfehlen wir euch unser Special über Spielbergs kommende Projekte
