Keine Lust auf Arbeit. So kennt man den "einen" Gott. Deswegen lässt er Jupiter, Horus und den Drachen Ch'ich-Yu an seiner Stelle schuften. Die drei Götter führen Römer, Ägypter und Asiaten in die Schlacht, um festzustellen, wer der Beste ist. Doch bei Die Siedler 3 geht es weniger ums Kämpfen und viel mehr ums ... Saufen! Glaubt ihr uns nicht? Im Artikel sagen wir euch, warum.
Letztendlich verabschiedete man sich in Die Siedler 3 von den Straßen. Lediglich Trampelpfade entstehen an Stellen, die die emsigen Einwohner häufig frequentieren. Im Vorgänger nutzten die meisten Spieler ohnehin die automatische Baufunktion für Wege. Für das Gameplay war es also ein Gewinn, auch wenn der Look eines dioramahaften Mittelalterdorfes darunter litt.
Und da bekanntlich alle Wege nach Rom führen, fanden die Siedler-Entwickler auch ohne Straßen zu den guten, alten, imperialen Gladiusschwingern zurück. Im Vorgänger waren sie noch die Protagonisten der Kampagne. In Die Siedler 3 müssen sie sich den Ruhm mit zwei weiteren Völkern teilen. Asiaten und Ägypter wollen auch mitspielen und bringen ganz eigene Besonderheiten mit sich. Je nach Wahl des Volkes ändert sich nicht nur der Look von Holzfäller, Sägewerk und Co. auch ganz eigene Gebäude und Spezialfähigkeiten gibt es jetzt zur Auswahl.
Allen voran steht aber natürlich die wichtigste Frage: Wie kommt man an Alkohol? Römer bauen Wein auf hügeligen Gebieten an. Durch die steile Landschaft bekommen die Reben besonders viel Sonne. Die Asiaten nutzen Sumpfgebiete, die für alle anderen Völker wertlos sind, um dort Reis zu kultivieren und in einer Destille zu Schnaps zu brennen. Und die Ägypter - das erste Volk, das auf die glorreiche Idee gekommen ist, Bier zu brauen - opfern ihren Göttern natürlich Gerstensaft.
Aaaaach den Göttern?! Na, das hätte uns ja mal jemand vorher sagen können! Doch die göttliche Gunst hat enorm viele Vorteile. Konnte man Soldaten früher nur durch Gold aufwerten, geschieht das jetzt durch Hochprozentigen, der in den Schalen der Tempel verdunstet. Drei Stufen steigen Schwertkämpfer, Bogenschützen und Lanzenträger auf und dementsprechend ändert sich auch ihr Aussehen. Je weiter die Krieger befördert werden, desto größer und prachtvoller wird ihr Federschmuck, den sie auf dem Kopf tragen und desto härter schlagen sie auch zu. Zusätzlich erhalten Priester durch das ketzerische Verschwenden von Alkohol Zauberkraft, die es ihnen je nach Volk ermöglicht, verschiedene Wunder zu wirken.
Quelle: PC Games
Für den Bayern (und Ägypter) ist das Grundnahrungsmittel Bier. Für den Asiaten Reis(schnaps).
Aber die Kulturen unterscheiden sich natürlich nicht nur durch ihre Saufgewohnheiten. Römer können etwa Köhler beschäftigen, die aus den im späteren Spiel in Überfluss vorhandenen Brettern Kohle verschwelen. Asiaten können dagegen Schwefel abbauen und damit ihre Kanonen laden. Ägypter sind dagegen ganz scharf auf Glitzerkram und können neben Gold als einzige im Basisspiel auch noch Edelsteine schürfen.
Doch auch die Gebäude selbst unterscheiden sich je nach Volk nicht nur in ihrem Aussehen. Asiaten bauen besonders gern mit Holz, während Ägypter bevorzugt Steine schleppen und daraus ihre Häuser errichten. Römer setzen auf eine ausgeglichene Bauweise und sind deshalb gut für Anfänger geeignet.
Eingerissen werden alle Gebäude aber gleich schnell, denn sobald Soldaten einen Wachturm des Gegners einnehmen, verpuffen alle zivilen Gebäude in der Umgebung. Die direkte Steuerung der Krieger war ebenfalls neu. In den beiden Vorgängern durfte man lediglich eine feindliche Wachstube auswählen und die Mannstärke des Angriffs bestimmen. Der Rest lief von allein ab. In Die Siedler 3 steuert man seine Armeen, wie in jedem anderen Echtzeitstrategiespiel. Das ist allerdings sehr rudimentär gestaltet. Es gibt keine Kontrollgruppen und auch wenn ihr Soldaten den Rückzug befohlen habt, vergessen sie den Befehl gerne mal auf dem Weg und rennen zurück in die Schlacht. Mit Strategie war es also nicht weit her und ein Pulk an gerüsteten Römern wurde meist blind ins Feindgebiet geschickt. Die größere Armee hat dann halt gewonnen.
Allerdings ging es in den frühen Siedler-Teilen nie so richtig ums Kämpfen. Viel wichtiger war es, eine brummende Wirtschaft und lückenlose Warenketten zu gestalten. Wenn man damit fertig war und keine Lust mehr hatte, schickte man eben die Armee los, um das Spiel zu beenden.
Viel schöner ist es jedoch, dem Bäcker dabei zuzusehen, wie er sein Brot bäckt. Dazu muss auch erst einmal vom Bauern das Getreide rangeschafft werden, das auch noch Zeit braucht, um zunächst zu wachsen. Da der Bäcker auch nichts mit ungedroschenen Ähren anfangen kann, geht es als Zwischenstation in die Mühle. Und wer isst jetzt das Brot? Der Bergmann natürlich, denn nur der hat Hunger, wenn er die Kohle aus dem Flöz kloppt. Schmelzereien und Schmieden warten auch schon händeringend auf den Brennstoff, denn nur so können sie Gold, Waffen und Werkzeuge herstellen.
Dem regen Treiben konnte man stundenlang zusehen. Der Fischer legt sich auf den Hosenboden, wenn mal wieder nichts gebissen hat. Der Holzfäller muss zuerst die Äste abschlagen, bevor er den Baumstamm zu seiner Hütte tragen kann. Und aus der Eisenschmelze fließen fröhliche Schweine aus dem Ofen. Moment, was soll denn das? Das kann doch nur ein Bug sein! Wer jetzt aber beim Blue-Byte-Support anrief, lief Gefahr, sich als Raubkopierer zu outen. Die Siedler 3 besitzt nämlich einen ziemlich kreativen Kopierschutz.
