Bei den Nordmännern war Rauschebart modisch schwer angesagt. Den können Sie hier auch kriegen ...
Der Wikinger als solcher baut ja gerne mit Holz. Darum erinnern seine Häuser irgendwie an Ikea. Fehlt nur der Pool mit den Plastikbällen.
Römer, Afrikaner, Asiaten, jetzt Wikinger: Irgendwann werden Forscher hoffentlich ein total neues, bisher versteckt lebendes Volk entdecken. Auf das sich dann die vereinte Spiele-Industrie stürzt, um es für seine Strategiespiele samt Addons vertraglich zu verpflichten. Hoffentlich ist es nicht Atlantis -- das hatten wir auch schon mehrmals. Bis dahin müssen wir uns also mit den Standard-Volksstämmen abfinden. Auch in Wikinger, dem Addon zu Die Siedler 2: Die nächste Generation. Dem Aufbausspiel also, das Funatics letztes Jahr zum zehnjährigen Jubiläum wiederbelebte. Die Stars im Addon: Wikinger. Logisch. Darum heißt es ja so.
Hägars holzige Heimat
Diese Wikinger sind gar keine. Sondern Römer mit Hörnchenhelmchen. Weil Funatics nur neue Kostüme, aber kaum Ideen eingebaut hat.
Jetzt haben Sie drei Sekunden Zeit, um möglichst viele Klischees zum Thema Wikinger zu sammeln. Klingt doof? Ist es nicht -- mehr Zeit haben sich die Entwickler schließlich auch nicht genommen! Das Ergebnis: Bärte. Hörnerhelme. Drachenboote. Große Überraschung: Alle drei Klischees sind im Addon umgesetzt! Neue Gebäude, Produktionsketten, Einheiten? Braucht kein Mensch -- einfach den Römern die polierten Helme wegnehmen, gehörnte draufsetzen, den Trägern einen Bart wachsen lassen. Fertig ist das neue Volk. Und so ähnlich geht das mit den Segelschiffen (vorne einen Drachenkopf dranzimmern) und Gebäuden (viel Nordmanntannenholz verbauen).
Wickies langer Weg
Weil jetzt aber noch Platz ist auf der Packungsrückseite, muss dringend ein Feature her, das sich da draufdrucken lässt. Eine weitere Sekunde später steht es fest: Quests! Die sind gerade schwer angesagt, also rein damit.
Dadurch passiert öfter mal was, das uns beim friedlichen Siedeln rausreißt: In Ingame-Sequenzen sehen wir zum Beispiel feindliche Truppen anmarschieren. Hui. Und Aufträge kriegen jetzt einen eigenen Bildschirm, auf dem sich erledigte Jobs selber abhaken. Hui.
Weil Siedeln aber eigentlich eher gemütlich ist, kommt das nur alle paar Stunden mal vor. Und da das Addon zwölf solcher langen Missionen hat, sind wir auch ewig damit beschäftigt. Ohne Hektik. Zum Glück. Dafür haben wir ja schließlich Anno.
