Dice Legacy im Test: Würfel-Spaß oder Zufallsfrustration?
Test
Zufallsbasierte Städtebausimulation - wie soll das denn funktionieren? Dice Legacy verspricht jede Menge Würfelspaß und ein innovatives Spieldesign. Ob das auf ganzer Linie überzeugen kann oder ob man manche Dinge lieber nicht dem Zufall überlässt, klären wir in unserem Test.
Wer gerne das Spielgeschehen in Fortunas Hände legt, wen Kniffel und Mensch ärgere dich nicht bis jetzt noch nicht an den Rand seiner eigenen Frustrationsgrenze gebracht haben und wer zudem nie genug von Spielen wie Anno und Konsorten bekommen kann, dem wird das Aufbau-Würfelspiel Dice Legacy mit Sicherheit gefallen. Ob das Spiel auch für klassische Freizeitstrategen geeignet ist, klären wir im Test.
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Der Herr der Würfel
Gestrandet am Ufer einer Ringwelt, irgendwo im Nirgendwo, müssen wir diese neue Welt entdecken und gleichzeitig eine Siedlung aufbauen, um den unbekannten Gefahren zu trotzen. Wir starten mit einer Handvoll Würfel, die unsere Bürger repräsentieren. Auf jeder Würfelseite sind unterschiedliche Tätigkeitssymbole abgebildet. Die Oberseite eines Würfels zeigt die aktuell verwendbare Tätigkeit an. Wir können diese dann passenden Aufgaben zuweisen.
Quelle: PCGames
Die Haltbarkeit dieses Würfels ist schon sehr gering. Er muss schnellstens in die Kantine, um versorgt zu werden.
Wollen wir beispielsweise Holz fällen, nehmen wir einen Würfel mit dem Symbol "Abbauen" und setzten ihn auf einem geeigneten Feld ab. Ist die Arbeit erledigt, kommt der Würfel wieder zurück in den Vorrat und kann neu gewürfelt werden. Man kann jederzeit neu würfeln, um passende Würfel für die zu erledigenden Aufgaben zu erhalten. Doch aufgepasst! Beim Würfeln verlieren unsere Würfel Haltbarkeit. Erreicht der Wert null, verschwindet der Würfel.
Winter is coming
Es werden uns zudem weitere Steine in den Weg geworfen, die das Leben auf dem kleinen Streifen Land knallhart machen, den wir uns als Heimat auserkoren haben. Im Winter können unsere Würfel einfrieren. Prophylaktisch können wir zwar Dampfkessel bauen, um in einem kleinen Gebiet unsere Bürger vor der Kälte zu schützen. Das kostet aber recht viel Holz. Wenn dann doch mal ein Würfel eigefriert, kann man ihn auch in der Taverne mit Alkohol auftauen. Zudem kann man im Winter nichts anbauen. Somit dezimieren sich unsere Vorräte nach und nach und im Notfall müssen wir auf den Frühling warten, damit unsere Würfel auftauen.
Alles dem Zufall überlassen
Quelle: PCGames
Die Landschaft ist sehr lukrativ. Überall gibt es Bodenschätze oder Wälder.
Am Anfang startet ihr mit sechs orangen Bürgerwürfeln. Im weiteren Verlauf schaltet ihr Möglichkeiten frei, diese aufzuwerten. Schickt ihr eure würfeligen Bürger beispielsweise in die Schule, gehören sie im Anschluss einer andern Würfelklasse an und können teilweise andere Aktion durchführen, wie zum Beispiel neue Technologien erforschen. Das hat aber auch Nachteile, da bestimmte Aktionen nicht mehr oder nur noch begrenzt ausgeführt werden können. Außerdem ist es möglich, neue Würfel zu rekrutieren. Doch ihr könnt maximal zwölf Würfel tragen, also wählt weise.
Es ist auch möglich, Würfelseiten zu verbessern. Dadurch können Ressourcen besser abgebaut werden. Man benötigt auch weniger Würfel, um ein Projekt durchzuführen. Die upgegradeten Würfel können auch aufsteigen und somit direkt zu Beginn der eines neuen Spielstandes eingesetzt werden.
Quelle: PCGames
Ab und an können wir neue Richtlinien für unser Volk auswählen. Diese geben uns bestimmte Boni.
Alea iacta est
Auf der Switch, wo wir die meisten Spielstunden investierten, läuft das Spiel recht flüssig. Die Steuerung mittels Gamepad hingegen ist gewöhnungsbedürftig. Die Handhabung und das schnelle Einsetzten der Würfel funktioniert nur hakelig. Anfangs verdrückt man sich auch gerne mal. Im späteren Verlauf des Spiels, wenn das Tempo zunimmt, fühlt sich die Steuerung mit noch weniger präzise an.
Mit Maus und Tastatur klappt das alles deutlich besser, selbst auf dem PC wird es aber oftmals stressig. Schnell müssen passende Würfel gefunden werden, um Gegner abzuwehren. Anfangs ist Dice Legacy noch ein entspanntes Aufbauspiel, doch je weiter man voranschreitet, desto nerviger werden die Gegnerwellen, welche in ziemlich kurzen Abständen eintreffen. Es dauert ein bisschen, bis man sich an die innovativen Spielmechaniken gewöhnt hat. Gibt man sich aber einen Ruck und steckt etwas Zeit in das Spiel, können die strategischen Möglichkeiten und der repetitive Würfel-Loop durchaus begeistern.
Die Wertung haben wir übrigens nicht ausgewürfelt!
